Leben

Festspiel-Frisuren: Einfach schönes Haar

Ein besonderer Anlass verlangt nach einem perfekten Outfit und entsprechendem Make-up. Und, sozusagen als Krönung, nach einer adäquaten Frisur.

Eine Frisur ist niemals einfach nur eine Frisur. Denn Haare sind niemals einfach nur Haare. Sie sind ein Schlüsselreiz, wenn es um den berühmten ersten Eindruck geht. Und schon deshalb alles andere als bedeutungslos oder gar trivial. Haare und Frisur sind Ausdrucksmittel. Sie geben einem Gegenüber mit einem Blick Auskunft über Alter und Geschlecht, Gesundheit und Attraktivität. Haare zeichnen, abgesehen davon, dass ihr Aussehen die Ausstrahlung und das Selbstbewusstsein einer Frau ganz enorm beeinflussen können, ein Bild ihrer Persönlichkeit. Kein Wunder also, dass den Haaren so viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Tagsüber und erst recht, wenn sie für einen besonderen Anlass "ausgeführt" werden.

Trend-Cuts, Trendfarben

Kurz, halblang, lang. Zwischen diesen Polen bewegen sich die Trend-Haarschnitte 2021. Der Pixie-Cut ist eine Frisur aus den 1960er-Jahren, die sich durch kurze Haare an den Seiten und noch kürzere Haare im Nacken auszeichnet. Man kann den Pixie komplett raspelkurz oder auch mit längerem Deckhaar tragen. Wofür einiges spricht, denn die Kombination unterschiedlicher Haarlängen erlaubt vielseitige Styles. Der Choppy-Cut ("choppy" bedeutet so viel wie abgehackt, unruhig) hat leicht bis extrem durchgestuftes Deckhaar und fransig geschnittene Enden. Die unterschiedlichen Längen bringen Bewegung ins Haar und sorgen für einen lässig unangestrengten Look.

Ein Dauerbrenner ist der Bob, eine Frisur ebenfalls aus den Sixties, bei dem die Haare heuer stumpf und stufenlos auf eine Länge geschnitten werden. Immer noch Trend ist der Pony, der nicht nur in zahllosen Varianten gestylt, sondern auch mit unterschiedlichen Haarlängen kombiniert wird. Langes Haar ist von zeitloser Schönheit, wird aber auch, weil Bewegung im Haar wichtig ist, gern stufig geschnitten.

Bei den Farben geben natürliche Farben, egal ob Blond, Rot oder Braun, und natürliche Farbverläufe, die mit Techniken wie Balayage, Tweed oder Painting aufgefrischt und veredelt werden, den Ton an. Das Ziel ist ein "Undone-Look". Trendfrisuren präsentieren sich nämlich so "normal" wie schon lange nicht und sollen aussehen, als ob sie nicht vom Friseur kommen. Auch wenn sie das natürlich tun.

Noch mehr Inspiration

Aber nicht nur "Looks, wie man sie auf internationalen Catwalks sieht, haben großen Einfluss auf Trendfrisuren, sondern auch Looks, die via Social Media verbreitet werden", sagt der Salzburger Friseurweltmeister Mario Krankl. "Diese Do-it-yourself-Looks sind sehr modern geworden. Jeder macht, was er will, und versucht damit zu punkten. Ein Phänomen, das sich durch die Pandemie verstärkt hat und für Friseure immer wichtiger wird." Denn es erweitert das Spektrum an Möglichkeiten beträchtlich. Auch für Abendfrisuren.

Minimalismus, Maximalismus

Deren Basis ist laut Krankl die Mode der 1980er- und 1990er-Jahre mit ihren Sleek Looks, den Asymmetrien und tiefen Seitenscheiteln, den Wellen bei offenem Haar oder den Glamour-Looks mit tiefem Seitenscheitel, gepaart mit Asymmetrien. "Wir bewegen uns in der Mode von Minimalismus zum Maximalismus", sagt er. "Schlicht und natürlich auf der einen Seite. Für die Mutigen gehen wir etwas über den Punkt hinaus, machen das Haar größer und auffälliger - Big Hair, wie wir es aus den 1980er-Jahren kennen. Es wird viel mit Texturen gearbeitet, das Haar wird gekraust, gewellt, auch gekreppt. Es wird geflochten oder im Stil der Hollywood Waves in große, elegante Wellen gelegt oder voluminös toupiert." Sieht grandios aus und sorgt mit Sicherheit für Aufsehen.

Ein Hoch auf die Klassiker

Da es in der Abendmode - wie eigentlich auch sonst in der Mode - kein wirklich strenges Diktat mehr gibt, ist auch für Abendfrisuren die Wahlfreiheit beinahe grenzenlos. "Ja, das kann Fluch und Segen zugleich sein. Auf jeden Fall aber muss das Haar auf den Frauentyp und den Anlass abgestimmt werden. Friseure müssen ihre geistige Bibliothek aufmachen und sich erinnern, was ihr Job eigentlich ist, nämlich die Frauen schöner zu machen", sagt Krankl. Etwa indem man einen ansonsten eher brav wirkenden Pony (Micro- oder Grown-out-Pony) für den Abend in den Mittelpunkt stellt. Ein frecher, cooler Pixie wird glamourös durch Wet-Look, Glitter auf dem Scheitel oder den Ansatzpartien. "Leichte, elegante Wellen sind auch bei ganz kurzen Haaren möglich, auch da kann man ein bisschen Schwung einarbeiten. Bei einem Klassiker wie dem Long Bob lassen sich mit Haarspray Schwünge kreieren, dass die Frisur aussieht wie eine Langhaarsteckfrisur. Das ist allerdings nur etwas für Geübte." Oder für Profis. Weniger Geübten empfiehlt Krankl, mit Welleneisen dem Haar eine andere Form zu geben oder mit Haarbändern oder Haarreifen einen Blickfang ins Haar zu bringen. "Man kann Haare natürlich auch mit Farben, zum Beispiel mit Gold oder anderen Metallic-Tönen, betonen. Block Colouring, ein Trend aus der Mode, kann auch bei Haaren sehr gut aussehen. Oder es wird bei einem sehr natürlichen Look nur eine Strähne gefärbt."

Typische Abendfrisuren wie ein Chignon gehören nicht grundlos zu den beliebtesten Hochsteckfrisuren. Er wird tief im Nacken gebunden und ist ein wenig streng. "Damit kann man nie viel falsch machen", sagt Krankl, "ebenso wenig wie mit offenem, langem Haar, wenn es glänzt und gut gepflegt ist."

Lametta im Haar

Selbst Klassiker wie Hochsteckfrisuren verändern sich mit der Zeit. Allzu akkurat oder statisch sollten sie nicht mehr aussehen. "Diese Frisuren sind nun lockerer, ihre Textur ist bewegter und überhaupt nicht mehr streng." Zum 25-Jahr-Jubiläum seines Salons hat Krankl mit seinem Team die Kollektion "Garland & Tinsel" (Girlanden und Lametta) kreiert. "Dafür haben wir aus Haaren Girlanden gemacht und in die Styles eingeflochten. Dazu kommt Lametta, das ebenfalls ins Haar eingeflochten wird, um Statements zu setzen. Lametta, und zwar in allen Variation, hat immer etwas Feierliches."

Schmuck für die Haarpracht

Abends wird das Haar geschmückt. "Asymmetrien etwa kann man sehr gut mit Steckkämmen, mit Maschen oder Haarbändern betonen", sagt Krankl. Spangen setzen ebenso Akzente wie Haarreifen, die seit einiger Zeit wieder Trend sind. Selbst Scrunchies, die üppigen Haargummis aus Stoff, können Haarschmuck sein. "Schmuck für das Haar ist etwas Elementares, auffällige Teile besonders schön."

Wichtiger als Trends

Weit wichtiger als Trends zu folgen ist aber nur eines: die Individualität der Frauen zu betonen. "Da werden die meisten Fehler gemacht. Viele holen sich Inspirationen aus den sozialen Medien und wollen dann eine Frisur haben - und bekommen sie auch oft -, die eigentlich nicht passt. Dabei ist doch das Wichtigste die Person. Wie sind die Gesichtszüge, wie ist das Erscheinungsbild, der Charakter? Wenn man ein wenig Erfahrung hat, hat man das schnell heraußen. Aber für viele ist eine Frisur wie ein Hut. Eigentlich ein Fremdkörper, der keine harmonische Einheit mit dem Rest bildet. Aber: Nur wenn das Gesamtpaket passt, dann ist es wirklich individuelle Schönheit."

Aufgerufen am 17.09.2021 um 02:28 auf https://www.sn.at/leben/festspiel-frisuren-einfach-schoenes-haar-106629553

Kommentare

Schlagzeilen