Leben

Tipps für das richtige Festspiel-Outfit

Nur an das Hochzeitskleid könnten noch höhere Ansprüche gestellt werden. Die Rede ist vom richtigen Outfit für die Festspiele. Was kann man tragen und was gilt es zu beachten? Stylistin Sabine Steindl hat viele Tipps parat.

Die wichtigste Frage, nachdem die Festspielkarten gekauft sind: Was ziehe ich an? Gerade während der Pandemie gab es so gut wie keinen Anlass, sich hübsch zu machen. Jetzt ist es endlich wieder so weit, die Jeans-und-Sneakers-Kombination darf durch ein luxuriöses Abendkleid, ein edles Kostüm oder ein aufregendes Cocktailkleid ersetzt werden. Durch die Innenstädte streifen, sich in Boutiquen beraten lassen, über Mode fachsimpeln - und dabei das schönste Outfit vor Augen haben: In den Tagen vor den Festspielen sollte man sich Zeit für das Vorhaben "Festspieloutfit" nehmen, und dieses zu finden erfordert manchmal Geduld. Vielleicht hilft es, eine gute Freundin oder den Partner mitzunehmen, oder man genießt die Ruhe und schaut allein. Um gut gekleidet zu sein, gelten einige Regeln. Sabine Steindl, Mode-, Tracht- und Stilexpertin, kennt sie alle. Steindl selbst wohnt und arbeitet in einer Lage, die attraktiver nicht sein könnte: über dem Prada Store mitten in der Salzburger Altstadt. Das Gebäude gehört der Familie, Steindl selbst führte jahrelang ein Modegeschäft. Sie kennt sich in der Modewelt also aus.

Gerade im Luxussegment ist das Fühlen der Stoffe beinahe ein Erlebnis. "Das ist Qualitätsarbeit, die in den Kleidern steckt", sagt Steindl. "Hinter einem 5000-Euro-Kleid steht eine ganze Industrie. Der Schneider, die vielen Arbeitsschritte, die Wertigkeit der verwendeten Materialien, all das kann man sehen." Wer sich der Qualität bewusst wird, der wird die Kleider mit einer noch größeren Wertschätzung betrachten.

Wertigkeit der Kleider ist spürbar

Schöne Stoffe, ausgefallene Schnitte und große Labels wie Dior und Hermès - ohne Frage ist es toll, sich so zu kleiden. Dass diese Mode kostet, ist klar. Wer auf sein Geld schauen will, muss deshalb nicht schlecht angezogen sein. "Zwischen teuer und geschmackvoll besteht kein Zusammenhang", sagt Sabine Steindl. Man könne auch mit wenig Geld gut gekleidet sein. Ein schwarzes Kleid von H&M oder Zara, kombiniert mit edlen Schuhen und Schmuck, könne genauso elegant aussehen. Bei näherer Betrachtung erkenne man freilich die Unterschiede in der Verarbeitung. Aber Geld sei, anders als früher, keine Ausrede mehr, sich nicht schön anzuziehen.

Wesen und Kleid verschmelzen

Egal in welcher Preiskategorie man sich umschaut, das Zauberwort, das einen tollen Auftritt verspricht, heißt Individualität. Es sollte eine Kombination sein, in der man sich wohlfühlt, mit der man harmoniert, die die Stimmung beim Tragen hebt. Eine Symbiose entsteht erst, wenn Wesen und Kleid miteinander verschmelzen. Eine Warnung der Stylistin: "Kleidung zu tragen, in der man sich nicht wohlfühlt, funktioniert nicht." Wer ständig zupfe und verschiebe, der könne noch so gut gekleidet sein, werde diese Ausstrahlung aber nie verkörpern.

Seinen Stil dürfe man nicht von der Mode abhängig machen. "Man wird sowieso in eine moderne Richtung gelenkt, weil man sich gar nichts anderes kaufen kann." Man müsse aber auch akzeptieren, wenn man nicht der Typ für eine bestimmte Richtung sei. Es gibt eine tolle Auswahl an eindrucksvollen und extravaganten Kleidern. "Wenn ein schräger Typ, ein Künstler oder ein Musiker die Farbe Pink liebt und einen coolen Anzug in dieser Farbe anhat, dann ist das durchaus tragbar. Wenn aber ein Mister vom Zehnerhaus meint, er muss diesen pinken Anzug tragen, dann wird das wahrscheinlich nicht gut kommen", sagt Steindl. "Das ist dann einfach ein Stil, den man hat oder eben nicht."

Im Jumpsuit genauso festlich

Für Damen ist ein Kleid keine Voraussetzung. Frauen, die sich in Kleidern unwohl fühlen, können bei den Festspielen auch einen Hosenanzug tragen. "Das kann genauso elegant und schick wirken wie jedes Kleid", sagt die Stilexpertin. Schon Marlene Dietrich habe sich 1920 einen Damensmoking schneidern lassen. Mit Yves Saint Laurent kam dann 1966 der erste Damensmoking auf den Markt. Ähnlich sei es bei den Schuhen. Zwar sehen hohe Schuhe sehr sexy aus, strecken das Bein und verhelfen dem Outfit zum gewissen Etwas. Wer aber nicht darin gehen könne, der entscheide sich besser für flache Schuhe. "Entweder ich lerne es oder ich lasse es", empfiehlt die Stylistin. Denn auch flache Schuhe nehmen nichts von der Festlichkeit. Für Abendveranstaltungen bieten sich schöne Sandalen in einem Gold- oder Silberton an. Eine gute Qualität und gepflegte Füße sind aber Voraussetzung.

Die "Nummer eins" zählt

Wichtiger Tipp: seine Nummer eins beim Outfit finden. Sind es extravagante Schuhe, sollte das Kleid eher zurückhaltend sein. Ist das Kleid extrem farbig und steht im Mittelpunkt, dann lieber auf viel Schmuck verzichten. Wer aber unglaublich schönen Schmuck tragen wolle, der sollte sich lieber für ein schlichteres, eventuell schwarzes Abendkleid entscheiden.

Das Outfit ist gefunden: Es hängt im Schrank und wartet darauf, sich den Blicken zu präsentieren und die Trägerin zum Blühen zu bringen. Bleibt nur zu hoffen, dass auch der Partner fündig geworden ist und er kleidungstechnisch mit der Partnerin harmoniert. Trachtenanzug und Abendkleid, das sei einfach unpassend. Als Paar wird man als Einheit wahrgenommen, das sollte sich auch in der Kleidung widerspiegeln. Sich selbst schön fühlen, mit dem Partner noch einmal mehr erstrahlen und in der Festspielmenge vereint ein zauberhaftes Bild ergeben. - Das macht die Schönheit des Ensembles aus.

Aufgerufen am 26.10.2021 um 09:44 auf https://www.sn.at/leben/tipps-fuer-das-richtige-festspiel-outfit-106576978

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