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Videospielgeschichte - einfach erklärt

Videospiele sind kein Phänomen der heutigen Zeit - schon vor mehr als 30 Jahren saßen Kinder und Jugendliche stundenlang vor der Spielkonsole. Technisch hat sich allerdings so ziemlich alles geändert.

Videospiele machen Spaß. Das wussten auch schon die Väter der heutigen Playstation-, Xbox- und Nintendospieler. Denn die haben wahrscheinlich als Jugendliche auch gern Videospiele gespielt - selbst wenn sie es heute vielleicht nicht mehr zugeben.

Spielkonsolen für den Fernseher gibt es bereits seit den 1970er-Jahren. Am Anfang besaßen sie aber keine Computerchips, sondern wurden mit elektronischen Schaltkreisen aufgebaut. Deshalb konnte mit einer Konsole oft nur ein Spiel in verschiedenen Varianten gespielt werden.

Das erfolgreichste Gerät zu Beginn der 1980er-Jahre war das Atari 2600 VCS (Video Computer System). Auf dem konnte man Hunderte verschiedene Spiele spielen. Die Spiele waren damals auf keiner Disk, sondern auf so genannten Modulen gespeichert. Das waren Plastikboxen, in denen sich eine Platine mit einem Computerchip befand. Diese Module wurden dann in die Spielkonsole gesteckt.

Im Jahr 1983 gab es einen Zusammenbruch der gesamten Videospieleindustrie, bei der viele Firmen in Konkurs gingen. Grund dafür waren zu viele verschiedene Spielesysteme und auch viele schlecht gemachte Spiele. Von dem Spiel E. T. (benannt nach einem Film über einen netten Außerirdischen, der auf der Erde notlanden muss) wurden zum Beispiel mehrere Millionen Stück in der Wüste von New Mexiko in den USA vergraben. Wieso? Weil sie einfach niemand kaufen wollte.

Außerdem kamen zu dieser Zeit die ersten günstigen Heimcomputer auf den Markt, die ebenfalls am Fernseher angeschlossen werden konnten und mit denen man nicht nur spielen, sondern auch malen, programmieren oder Musik machen konnte.

Erst die japanische Firma Nintendo konnte zwei Jahre später mit dem NES (Nintendo Entertainment System) wieder Erfolge feiern. Die Konsole wurde weltweit mehr als 60 Millionen Mal verkauft und machte eine Spielfigur weltbekannt: Super Mario.

Mehr als 30 Jahre später erschienen mit der Xbox One und der Playstation 4 die bereits achte Generation der Videospiele auf dem Markt (der Atari 2600 war aus der zweiten Generation, das NES aus der dritten). Im Gegensatz zu den Anfängen hat sich sehr vieles geändert: Spielkonsolen können sich heute im Internet vernetzen und die Spieler können online gegen andere Spieler auf der ganzen Welt spielen.

Wissenschafter in Berlin haben übrigens herausgefunden, dass beim Videospielen bestimmte Bereiche des Gehirns positiv beeinflusst werden. Dadurch kann das räumliche Denken, die Orientierung und auch die Feinmotorik gestärkt werden.

Aber: Das gilt in erster Linie für Videospieler, die sich mit Rätselspielen oder Jump-'n'-Run-Spielen beschäftigen (das sind Spiele, in denen eine kleine Figur durch dreidimensionale Welten bewegt wird). Bei Schießspielen wurden diese Effekte im Gehirn kaum nachgewiesen.

Das soll aber nicht heißen, dass das Gehirn besser trainiert wird, je länger Videospiele gespielt werden. Die Testpersonen spielten maximal 30 Minuten pro Tag.

Stundenlanges Spielen macht also - leider - nicht schlauer.

(Dieser Berichte ist in leicht abgewandelter Form auf der Kinder- und Jugendseite SNuppi in den Salzburger Nachrichten erschienen)

Aufgerufen am 17.01.2022 um 05:27 auf https://www.sn.at/panorama/medien/videospielgeschichte-einfach-erklaert-20203753

homo ludens - die spielerische Seite der SN

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