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Corona-Mutationen sind in Österreich angekommen

Neue Varianten des Coronavirus konnten auch in Österreich nachgewiesen werden. Das teilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in seiner Pressekonferenz am Montag mit.

Neue Mutationen des Coronavirus bereiten Sorge.  SN/stock.adobe.com/aldeca productions
Neue Mutationen des Coronavirus bereiten Sorge.

Pressekonferenz zum Nachhören:

Gesundheitsminister Anschober stieg mit hoffnungsvollen Worten in seine Pressekonferenz ein: "Mit der beginnenden Impfung haben wir eine Perspektive auf die Wende nach der Pandemie, aber dennoch werden es schwierige Monate werden." Vor allem auch wegen der bereits bekannten Virusmutationen, große Sorge bereite vor allem die britische Variante. In 32 Staaten wurden seinen Worten nach bereits entsprechende Funde gemacht, darunter auch in 15 europäischen, etwa Belgien, Dänemark, Finnland, Island, Italien, Norwegen, Portugal, der Schweiz, Griechenland. Und auch in Österreich. Es sei kein Zufall, dass die britische B.1.1.7.-Mutation nun gefunden worden sei, vielmehr habe man "gezielt danach gesucht", sagte Anschober. "Wir sind alle betroffen in Europa, deswegen werden die strikten Einreisekontrollen und Quarantäneregelungen weiter aufrechterhalten."

Franz Allerberger, Leiter der Abteilung für "Öffentliche Gesundheit" der AGES, bestätigte, dass die in England und Südafrika aufgetauchten Varianten des Virus in Österreich angekommen sind. Er spricht von vier Fällen mit der britischen Virusmutation und einem Fall mit der südafrikanischen. Nach seinen Ausführungen wurde die südafrikanische Mutation bereits am 6. Dezember bei einer 30-jährigen Österreicherin nach einem Urlaub in Südafrika nachgewiesen, die UK-Variante erstmals bei einem zwölfjährigem Buben nach einem Flug aus Großbritannien am 18. Dezember. Am 21. Dezember sei der Nachweis bei einem Mann gelungen, der mit einem der letzten Flieger vor dem Landeverbot nach Österreich gekommen sei. Zudem sei die Virus-Mutation bei zwei slowakischen Kindern im Alter von neun und zehn Jahren am Flughafen Wien festgestellt worden.

Der Genetiker Andreas Bergthaler erklärte, alle zwei Wochen entstünde eine neue Mutation. Derzeit würde intensiv untersucht, ob es weitere Varianten des Coronavirus in Österreich gebe. Seine Zusammenfassung: "Wahrscheinlich sind die Mutationen noch nicht wahnsinnig stark verbreitet." Ein Indiz dafür sei, dass Virus-Mutationen bis dato nicht im Abwasser der Kläranlagen gefunden worden seien.

Gesundheitsminister Anschober kündigte an, es müsse diesbezüglich noch mehr geforscht werden, um auf Virusmutationen reagieren zu können: "Tag für Tag kontrollieren, um rasch eingreifen zu können in einem engen europäischen Austausch."

Für den Impfplan bedeuten die entdeckten Virusmutationen nach Anschober keine Änderung, rund 20 Millionen Impfdosen seien bestellt, "das Thema ist die Startlieferung in den ersten drei Monaten". Von Biontech/Pfizer sei eine Million Dosen zugesichert, zudem solle mit Moderna diese Woche eine neue Marktzulassung kommen, der Impfstoff von Astra-Zeneca solle im Februar zugelassen werden. "Eine Marktzulassung erhält nur ein sehr, sehr guter Impfstoff, davon sollten wir ausgehen."

Quelle: SN

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