EU-Wahl 2019

EU-Wahl: Karoline Edtstadler knackt die 100.000 Vorzugsstimmen-Marke

Bei der ÖVP entschied diesmal ausschließlich das Vorzugsstimmenergebnis über die Vergabe der Mandate im EU-Parlament - und hier zeichnen sich mehrere Überraschungen ab.

Karoline Edtstadler – Fixmandat in Brüssel. SN/APA/HANS PUNZ
Karoline Edtstadler – Fixmandat in Brüssel.

Auch wenn das offizielle Ergebnis der Vorzugsstimmen erst am Mittwoch verkündet wird: Die Vorzugsstimmenkaiserin steht schon fest. Das geht aus den Protokollen der einzelnen Bundesländer hervor. ÖVP-Listen-Zweite Karoline Edtstadler hat demnach mehr als 106.000 Vorzugsstimmen gesammelt. Laut Berechnungen der APA kommt Edtstadler noch ohne das Burgenland auf 106.132 Vorzugsstimmen. Das ist deutlich mehr als ÖVP-Spitzenkandidat Othmar Karas, der auf 93.820 Stimmen gekommen sein soll.

An dritter Stelle die Kandidatin aus Oberösterreich, Angelika Winzig (rund 84.000 Stimmen). Auf Rang vier Simone Schmiedtbauer mit 61.000 Stimmen, dahinter die Tiroler Wirtschaftsbündlerin Barbara Thaler (38.000), Lukas Mandl (33.500) und der niederösterreichische Bauernbündler Alexander Bernhuber (26.000),. Der prominente Kandidat des Seniorenbunds, Ex-TV-Moderator Wolfram Pirchner, ist demnach durchgefallen. Auf der ÖVP-Liste kommt es damit zu Umreihungen. Thaler (als Listen-Achte ursprünglich) und Bernhuber (von Listenplatz 11) verdanken dem parteiinternen Vorzugsstimmensystem ihr Mandat.

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Edtstadler sammelte allein in ihrem Heimatbundesland Salzburg 27.423 Vorzugsstimmen. In Niederösterreich und Wien waren es je 20.000 Vorzugsstimmen für die 38-Jährige. In Oberösterreich rund 6000. Offiziell wird das Vorzugsstimmenergebnis für Gesamt-Österreich erst am Mittwoch vorliegen.

Salzburgs ÖVP-Parteigeschäftsführer Wolfgang Mayer ist "irrsinnig stolz" auf dieses Ergebnis. "Dass die Salzburger Nummer eins für die EU-Wahl jetzt auch österreichweit die Nummer eins ist, zeigt die Mobilisierungsstärke der Salzburger Volkspartei."

Ob das auch bedeute, dass Edtstadler jetzt EU-Kommissarin werden soll? "100.000 Vorzugsstimmen sind ein klares Votum für Karo Edtstadler. Aber wie es mit der Kommissars-Bestellung weitergeht, weiß man derzeit nicht", sagt Mayer.

Die Salzburger Volkspartei hat sich den Wahlkampf für Edtstadler auch einiges kosten lassen. "Wir haben deutlich über 100.000 Euro ausgegeben. Wir haben einen engagierten Wahlkampf geführt, den haben wir durch das Vorzugsstimmensystem auch führen müssen." Daraus sei eine riesige Dynamik entstanden, sagt Mayer. "Wir haben für Edtstadler auch außerhalb von Salzburg werben müssen. Und damit sicher für eine EU-Wahl einen ungewöhnlichen Aufwand betrieben."

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