Keine Liebesgrüße aus Moskau

So schnell kann es gehen. Eben noch tauschte die Regierung politische Zärtlichkeiten mit dem Kreml aus, plötzlich herrscht diplomatische Eiszeit im heißen Herbst. Der Hintergrund: Verdacht auf Spionage.

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Standpunkt Manfred Perterer

Österreich wird gern als Tummelplatz internationaler Spione beschrieben. Der Film "Der dritte Mann", in dem sich Nachkriegs-Agenten aus USA, Russland, Frankreich und England in Wiens Unterwelt herumtreiben, genießt Kultstatus.

Der aktuelle Fall eines Salzburger Bundesheer-Offiziers, der jahrelang im Dienst Russlands Geheimnisse aus dem heimischen Militär verraten haben soll, hat mit dieser Form von Spionage-Romantik allerdings nichts mehr zu tun. Da geht es um die Sicherheit der Republik, die in diesen Tagen ihr 100-Jahre-Jubiläum feiert.

Kanzler, Außenministerin und Verteidigungsminister zeigen, dass sie die Sache ernst nehmen. Der Verdacht, dass das von dieser Regierung so gehätschelte Russland, seine "Freunde" geheimdienstlich hintergeht, geht den drei offenbar an die Nieren.

Vor allem die Außenministerin wird das Tänzchen mit dem russischen Staatspräsidenten auf ihrer Hochzeit jetzt vielleicht ein wenig anders sehen. Diese Nachrichten sind keine Liebesgrüße aus Moskau. Die Causa muss sofort geklärt werden. Und die türkis-blaue Regierung muss ihr Verhältnis zu Russland auf den Prüfstand stellen.

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