Innenpolitik

Öffnung der Schulen: Eltern dürfen bei Schnelltests von Volksschülern dabei sein

Bildungsminister Heinz Faßmann stellte im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag das Sicherheitskonzept für die Öffnung der Schulen vor. Volksschüler kehren vollständig in die Schulen zurück, Schüler der Unter- und Oberstufe müssen sich auf einen Schichtbetrieb einstellen. Zwei Mal wöchentlich stehen Corona-Schnelltests auf dem Programm.

Ab Montag, 8. Februar, findet die Volksschule wieder im Präsenzunterricht statt, Unterstufe und Oberstufe werden im Schichtbetrieb geführt. Bei einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag stellte Bildungsminister Heinz Faßmann das Sicherheitskonzept an den Schulen vor, mit dem in das zweite Semester gestartet werden soll. "Wir holen den Präsenzunterricht mit Respekt und Vorsicht zurück", sagte Faßmann. "Das Konzept dient nicht nur dazu, die Schulen wieder zu öffnen, sondern sie offen zu halten."

Volksschüler kehren vollständig in Präsenzunterricht zurück

Die Volksschulen starten mit fünf Präsenztagen in der Woche in das neue Semester. Zwei Mal wöchentlich soll ein Corona-Selbsttest durchgeführt werden. Die Tests finden immer am Montag und Mittwoch direkt in der Schule statt. "Die Testungen erfolgen einheitlich in den Schulen. Es ist nur ein Abstrich im vorderen Nasenbereich notwendig, das ist auch für kleine Kinder schmerzfrei", erklärte Faßmann und ergänzte: "Die Lehrer erklären und helfen den Kindern bei den Schnelltests. Außerdem können die Eltern beim ersten Test dabei sein." Die Tests sind freiwillig. Wer seine Kinder aber nicht testen lassen möchte, darf sie nicht in den Präsenzunterricht schicken. Sie bleiben weiterhin im Homeschooling.

Im Schulbereich müssen auch Volksschüler eine Maske tragen, im Klassenzimmer dürfen diese aber abgenommen werden. Abgesehen davon soll auf den notwendigen Sicherheitsabstand geachtet werden.

Mittelschulen, Oberstufe und Berufsschulen im Schichtbetrieb

Um die Anzahl an Personen in den Schulen zu reduzieren und somit für mehr Abstand zu sorgen, starten die Mittelschulen, Oberstufen und Berufsschulen im Schichtbetrieb. Die Schüler werden in zwei Gruppen (A und B) eingeteilt. Gruppe A startet am Montag mit einem Corona-Schnelltest und ist am Montag und Dienstag in Präsenzlehre. Gruppe B absolviert den Schnelltest am Mittwoch und befindet sich am Mittwoch und Donnerstag in den Klassenzimmern. Am Freitag sind sowohl Gruppe A als auch Gruppe B im Distance Learning.

In der Folgewoche ist dann Gruppe B am Montag und Dienstag in Präsenzlehre, Gruppe A am Mittwoch und Donnerstag. Die beiden Gruppen tauschen also wochenweise.

In den Mittelschulen muss die Maske auch im Klassenzimmer getragen werden, Schüler der Oberstufe und von Berufsschulen müssen eine FFP2-Maske tragen. "Es können aber Maskenpausen eingelegt werden", versicherte Faßmann.

Ausnahmen für Maturaklassen

Etwas anders stellt sich die Situation für Schüler in den Maturaklassen dar. "Die Direktionen haben hier Freiheiten für besondere Aktionen", erklärte der Bildungsminister, der zum Abschluss der Pressekonferenz zu allgemeiner Vorsicht mahnte: "Der Plan kann gelingen, wenn sich alle daran halten und die Öffnungsschritte nicht missverstehen."

Das Statement von Bildungsminister Heinz Faßmann zum Nachhören

Lehrer zeigen sich zufrieden mit dem Schulkonzept

Für den obersten Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) birgt die Rückkehr in den Präsenzunterricht zwar u.a. wegen der schwer einschätzbaren Auswirkungen der Virusmutationen ein gewisses Risiko, angesichts der neuen Teststrategie könne man dieses aber eingehen. Auch die Testverpflichtung sei in diesem Zusammenhang nachvollziehbar. Probleme erwartet er in der Praxis keine, selbst Volksschüler könnten die Nasenvorraumtests leicht bei sich anwenden. Er glaubt auch, dass viele Lehrer diese selbst für eine zweite Testung pro Woche nutzen werden, hier habe es bereits in der Vergangenheit viele Anfragen gegeben. Kimberger rechnet außerdem damit, dass auch viele Pädagogen trotz Berufsgruppentestung freiwillig FFP2-Maske tragen werden, vielfach sei das schon jetzt der Fall.

Bei Eltern herrscht auch Skepsis

"Wir plädieren immer für Freiwilligkeit", betont Sprecherin Evelyn Kometter, Sprecherin des Dachverbands der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen, im APA-Gespräch. Es sei legitim, dass Präsenzunterricht nur für getestete Schüler angeboten wird. Allerdings müsse es für jene, die den Test verweigern, mehr geben als Arbeitsaufträge und die Möglichkeit, sich von vom Unterricht freigestellten Pädagogen unterstützen zu lassen. Kometter fordert für diese weiterhin Distance-Learning-Angebote durch die Lehrer der jeweiligen Klasse. Immerhin sei jedes Yogastudio dazu in der Lage, Livestreams anzubieten.

Kritik an Distance Learning am Freitag

Sie pocht außerdem auf Betreuung für die Zehn- bis 14-Jährigen an jenen Tagen, an denen sie keinen Präsenzunterricht haben. Gerade Familien mit mehreren Kindern, die vielleicht an unterschiedlichen Tagen in der Schule seien, stünden sonst vor Betreuungsproblemen. Skeptisch zeigt sie sich auch bezüglich des Freitags als Distance-Learning-Tag für alle, hier werde stellenweise die Internetverbindung zusammenbrechen, wenn das Netz nicht ausreichend ausgebaut sei. Zumindest jene Schüler, die Probleme mit dem Lernstoff haben, müssten an diesem Tag für Förderunterricht an die Schule kommen dürfen, fordert sie. Wenn die Gesundheit der Schüler nicht gefährdet werden solle, brauche es außerdem neben Test- und Sicherheitskonzepten an den Schulen endlich ausreichende Kapazitäten in den öffentlichen Verkehrsmitteln wie z.B. Schulbussen.

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