Chronik

Impfbus startete in der Stadt Salzburg: "Will meiner Familie zeigen, dass die Impfung nicht schlimm ist"

Am Donnerstagmorgen startete der Impfbus in Salzburg. Erster Halt ist die Schranne. Bereits vor dem offiziellen Impfstart standen die ersten Salzburger Schlange. Dennoch hielt sich der Andrang in Grenzen.

"Das passt uns heute gut, gerade waren wir noch auf der Schranne, jetzt lassen wir uns impfen", sagt Marianne Winklhofer. Die 67-jährige Salzburgerin ist am Samstag die Erste, die den Impfbus betritt. Ihr Ehemann Hubert folgt direkt nach ihr. "Gestern haben wir davon in der Zeitung gelesen. Wir haben uns spontan entschieden, heute hierherzukommen."

Am Donnerstagvormittag startete der Impfbus in Salzburg. Erster Halt: die Schranne. In den kommenden Wochen soll der Bus durch das ganze Bundesland touren. Geimpft wird das Vakzin von Johnson und Johnson.

Hubert und Ehefrau Marianne Winklhofer sind am Donnerstagvormittag die ersten Salzburger, die sich im Bus impfen lassen.   SN/Robert Ratzer
Hubert und Ehefrau Marianne Winklhofer sind am Donnerstagvormittag die ersten Salzburger, die sich im Bus impfen lassen.
Marianne und Ehemann Hubert Winklhofer sind am Donnerstagvormittag die ersten Salzburger, die sich im Bus impfen lassen.   SN/Robert Ratzer
Marianne und Ehemann Hubert Winklhofer sind am Donnerstagvormittag die ersten Salzburger, die sich im Bus impfen lassen.


Marianne und Hubert Winklhofer standen bereits vor dem offiziellen Impfstart um zehn Uhr vor dem Bus. Hinter ihnen stehen etwa 20 weitere impfwillige Salzburger. Das Ehepaar aus Seekirchen habe einen Thermenurlaub geplant. "Für die Hotelreservierung brauchen wir einen Impfnachweis", sagt Hubert Winklhofer. Deshalb hätten sie sich nun für die Immunisierung entschieden. Außerdem will das Ehepaar damit dem ständigen Testen entgehen.


Der Impfbus soll künftig vor allem entlegenere Gemeinden anfahren. Am Donnerstagabend fährt der Bus nach Obertrum weiter. Freitag stoppt er in Strobl. Aber auch die Festspielgäste können am Wochenende eine Impfung im Bus erhalten. Dort hält der 15 Meter lange Albus im neuen Impfdesign am Samstagabend.

Bild: SN/Robert Ratzer
„Ich lasse mich impfen, weil ich regelmäßig meine Mutter besuche.“
Natalie Janke


Warum die Aktion in der Stadt Salzburg startet und nicht in jenen Gemeinden, deren Impfquote aktuell am niedrigsten ist? Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP) sagt: "Bereits in der kommenden Woche fährt der Bus auch in die Gemeinden." Über 30 Bürgermeister hätten dafür bereits Interesse gezeigt. Wann der Bus wo halte, werde immer in der Woche davor bekannt gegeben.

Bild: SN/Robert Ratzer
„Ich möchte mich nicht mehr ständig testen lassen. Mit der Impfung ist es unkomplizierter.“
Hafa Delic


Die Nachfrage nach "offenen Impfstraßen" - in denen Impfen ohne Voranmeldung möglich ist - ist auch in Salzburg groß. Bisher hätten damit etwa 2687 Personen erreicht werden können, heißt es vom Land Salzburg. Sonderimpfaktionen wären damit eine gute Ergänzung zu den großen Impfaktionen in den Impfstraßen. "Jeder Stich ist wichtig. Das ist wie bei der Wahl, da ist auch jede Stimme wichtig", meint Stöckl.

Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP), Hella Spaun von der Ärztekammer und Landesrettungskommandant Anton Holzer präsentierten am Donnerstag den Impfbus.  SN/Robert Ratzer
Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP), Hella Spaun von der Ärztekammer und Landesrettungskommandant Anton Holzer präsentierten am Donnerstag den Impfbus.
Noch vor dem offiziellen Impfstart um 10 Uhr bildet sich vor dem Impfbus eine Schlange.   SN/Robert Ratzer
Noch vor dem offiziellen Impfstart um 10 Uhr bildet sich vor dem Impfbus eine Schlange.


Auch Hafa Delic steht am Donnerstagvormittag in der Schlange vor dem Impfbus. Die Salzburgerin hat von ihrem Mann von der Aktion erfahren, der für Albus arbeitet. "Ich muss oft ins Krankenhaus. Die Testerei ist mir aber zu aufwendig", meint sie. Bisher sei sie der Impfung gegenüber skeptisch gewesen. "Vorgestern hat es bei mir aber Klick gemacht."

Hinter Delic steht Natalie Janke in der Reihe. "Ich besuche regelmäßig meine 82-jährige Mutter." Sie sei die Erste aus ihrer Familie, die sich impfen lasse. Auch sie sei bisher eher skeptisch gewesen, habe aber ihre Meinung geändert. "Ich lasse mich jetzt impfen, um meiner Familie zu zeigen, dass es gar nicht so schlimm ist und sie meinem Beispiel folgen können."

Kurz nach elf Uhr reißt die Schlange vor dem Impfbus ab. Immer wieder halten Passanten. "Bekommen wir hier auch einen Zweitstich Biontech?", fragen zwei ältere Damen. Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes verneinen, verimpft werde heute ausschließlich das Vakzin von Johnson und Johnson. Auch die impfende Ärztin Andrea Höftberger hätte sich am Donnerstagvormittag mehr Nachfrage gewünscht. "Ich finde den Impfbus dennoch eine tolle Idee. Vermutlich braucht es aber eine Zeit, bis der Impfbus bei der Bevölkerung bekannt wird."

Impfbus und Impfstraßen

  • Donnerstag, 22. Juli: Salzburger Schranne, vor dem Schloss Mirabell von 10 bis 13 Uhr, Trumer Sommerkino in Obertrum von 17 bis 20 Uhr
  • Freitag, 23. Juli: Wochenmarkt Strobl von 8 bis 11 Uhr, Bibliothek Lehen von 15 bis 19 Uhr
  • Samstag, 24. Juli: Wochenmarkt in Oberndorf von 8 bis 12 Uhr, im Rahmen der Salzburger Festspiele am Max-Reinhardt-Platz von 16 bis 21 Uhr
  • Sonntag, 25. Juli: Im Rahmen der Salzburger Festspiele am Max-Reinhardt-Platz von 9 bis 16 Uhr

Auch in Form von Impfstraßen gibt es sowohl in der Stadt Salzburg als auch in den Gebirgsgauen diese Woche die Covid-Schutzimpfung ohne Anmeldung.

  • Donnerstag: Kongress Salzburg (16-20 Uhr), Ziegelstadl Hallein (16-20 Uhr), Kaprun (Ordination Dr. Watschinger, 15-19 Uhr), Bergheim (Ordination Dr. Bliem, 17-19 Uhr)
  • Freitag: IKU Hallein (14.30-17 Uhr)
  • Samstag: Straßwalchen (Mittelschule, 8-14 Uhr)


Aufgerufen am 26.07.2021 um 12:12 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/impfbus-startete-in-der-stadt-salzburg-will-meiner-familie-zeigen-dass-die-impfung-nicht-schlimm-ist-106908646

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