Chronik

Lokalaugenschein aus Uttendorf - Kellerräume bis zur Decke verschlammt

Eine Gewitterwalze hat am Montagnachmittag große Schäden verursacht. Hauptbetroffen war die Gemeinde Uttendorf im Oberpinzgau. Das große Aufräumen ist nun voll im Gang, das Bundesheer unterstützt die Betroffenen.

In Uttendorf sind die Aufräumarbeiten nach dem schweren Unwetter am Dienstagvormittag fortgesetzt worden. "Es sind derzeit noch gut 20 Schadstellen aufzuarbeiten", sagte Mario Rieder von der Freiwilligen Feuerwehr zur APA. Keller, Erdgeschoße, Gewerbegebiete und Unterführungen müssen von Wasser, Schlamm und Geröll befreit werden, daneben sind auch mehrere Öltanks ausgeflossen.

"Wir werden derzeit von allen Nachbarfeuerwehren unterstützt und rechnen mit bis zu 150 Feuerwehrleuten, die heute im Einsatz stehen werden", sagte Rieder. Dazu ist bereits ein Gutteil jener 50 Bundesheersoldaten im Ort angekommen, die im Zuge eines Assistenzeinsatzes bei den Aufräumarbeiten helfen sollen. Auf sie wartet viel Arbeit: Einzelne Kellerräume wurden bis unter die Decke verschlammt.


Nach wie vor steht auch schweres Gerät wie Bagger und Lkw im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen. Verschärft hat die Lage kurzfristig ein kleiner Waldbrand, der in der Früh am Sonnberg an der Gemeindegrenze zu Niedernsill entdeckt worden ist. Am Morgen waren zwei Feuerwehren und ein Polizeihubschrauber mit Löscharbeiten beschäftigt und versuchten, ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern.


Am Montagnachmittag waren in den Kitzbühler Alpen schwere Unwetter niedergegangen. Dabei hat ein heftiger Wolkenbruch vor allem in Uttendorf große Schäden angerichtet. Der Manlitzbach trat angesichts der plötzlichen Wassermengen über die Ufer. Schlamm, Geröll und Gehölz ergossen sich über die angrenzenden Wiesen und Felder, rissen eine Brücke weg und vermurten Teile des Ortes. Wie die Polizei mitteilte, waren rund 70 Häuser betroffen. Mehrere Straßen wurden verschüttet und das Gewerbegebiet Uttendorf-West unter Wasser gesetzt.


Die Bewohner zahlreicher Gebäude wurden kurzzeitig von den Wassermassen eingeschlossen, es gab aber keine Verletzten. Die Mittersiller Bundesstraße (B168) war zwischen Stuhlfelden und Uttendorf unpassierbar und musste für mehrere Stunden komplett gesperrt werden. Auch der Betrieb der Pinzgauer Lokalbahn wurde wegen unterspülter Gleise eingestellt. Es wurde eine Schienenersatzverkehr eingerichtet, die Bahn soll nach Informationen von Dienstagfrüh voraussichtlich ab Samstag wieder regulär verkehren.

Aus der Vogelperspektive: Der Manlitzbach hat am Montagabend nach heftigen Regenfällen Teile von Uttendorf verwüstet. SN/land salzburg/neumayr
Aus der Vogelperspektive: Der Manlitzbach hat am Montagabend nach heftigen Regenfällen Teile von Uttendorf verwüstet.

Auch in Saalbach waren die Einsatzkräfte nach starken Regenfällen mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Die Glemmtal Landesstraße (L111) musste vorübergehend abschnittsweise gesperrt werden, war am Abend aber wieder befahrbar. "Wir sind angesichts dieser Wassermassen glimpflich davon gekommen", sagte Bartlmä Winkler von der Saalbacher Feuerwehr.

Die Aufräumarbeiten haben am Montag bereits kurz nach dem Unwetter begonnen. Zudem haben schwere Baumaschinen die bis zum Rand gefüllten Sperren ausgebaggert, damit das Wasser wieder in seinem Bett fließt. Die Schutzbauwerke der Lawinen- und Wildbachverbauung waren am Dienstag teilweise noch immer randvoll mit Hunderten Baumstämmen gefüllt.
Im Bluntautal bei Golling sorgte unterdessen ein größerer Felssturz für Probleme. "Es ist ein großer Block bis ins Tal über den Wanderweg drüber in den Bach gestürzt", sagte Gerald Valentin vom Landesgeologischen Dienst. Valentin schätzt, dass sich das Material mehrere Hundert Meter über dem Tal in Bewegung gesetzt hat.

"Ein Stück vom Weg ist weg", schilderte Bürgermeister Peter Harlander. Die Gemeinde habe ihn daher bis auf Weiteres gesperrt. Verletzt wurde niemand.

Auf den Felssturz, der sich wahrscheinlich am Montagvormittag ereignet hat, dürften die Einsatzkräfte durch Zufall aufmerksam geworden sein - denn in der Umgebung war ein kleinerer Waldbrand ausgebrochen. Dieser war mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers gegen 14 Uhr gelöscht.

Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.  SN/fmt pictures
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.  SN/fmt pictures
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.  SN/fmt pictures
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.  SN/fmt pictures
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.  SN/fmt pictures
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.  SN/fmt pictures
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.  SN/fmt pictures
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.  SN/fmt pictures
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.  SN/fmt pictures
Murenabgang in Uttendorf – die Schäden sind enorm.

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