Chronik

Sturm "Sabine" fegte über Salzburg: Baum stürzte auf Einfamilienhaus

Das Sturmtief "Sabine" hat in der Nacht auf Dienstag in Salzburg an neuer Stärke gewonnen. In der Stadt Salzburg, aber auch im Flachgau, liefen seit drei Uhr früh große Feuerwehreinsätze. In Oberalm wurden die Freiwilligen kurz vor Mittag alarmiert.

Die Freiwillige Feuerwehr wurde kurz vor Dienstagmittag in die Kahlspergstraße in Oberalm alarmiert. Ein Baum war auf ein Einfamilienhaus gestürzt. Der Baum musste in Einzelteile zerschnitten und mit einem Kran der ebenfalls angerückten Feuerwehr Hallein nach und nach abtransportiert werden. Verletzt wurde niemand.

Bei einem Wohnhaus deckte am Dienstag eine Windböe an der Fürstallergasse im Stadtteil Parsch einen Wohnblock mit 25 Einheiten zum Teil ab. 500 Quadratmeter des Dachs wurden beschädigt. Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Salzburg sowie Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Gnigl mussten das offene Dach abdecken und das heruntergefallene Dach zerkleinern.

Bei der Anfahrt zum Einsatzort kam den Feuerwehrleuten in der Ignaz-Härtl-Straße im wahrsten Sinn des Wortes ein Baum in die Quere. Sachgerecht und schnell wurde dieser Baum von den Einsatzkräften von der Fahrbahn wieder entfernt.

Feuerwehreinsatz in Nußdorf.   SN/ff nussdorf
Feuerwehreinsatz in Nußdorf.
Feuerwehreinsatz wegen des abgedeckten Dachs an der Fürstallergasse in Salzburg.  SN/Robert Ratzer
Feuerwehreinsatz wegen des abgedeckten Dachs an der Fürstallergasse in Salzburg.
Sturmschäden durch umgestürzten Baum in der Ignaz-Härtl-Straße in Salzburg.  SN/Robert Ratzer
Sturmschäden durch umgestürzten Baum in der Ignaz-Härtl-Straße in Salzburg.
Sturmschäden durch umgestürzten Baum in der Ignaz-Härtl-Straße in Salzburg.  SN/Robert Ratzer
Sturmschäden durch umgestürzten Baum in der Ignaz-Härtl-Straße in Salzburg.
Sturmschäden durch umgestürzten Baum in der Ignaz-Härtl-Straße in Salzburg.  SN/Robert Ratzer
Sturmschäden durch umgestürzten Baum in der Ignaz-Härtl-Straße in Salzburg.

Stichwort Bäume: Die Stadtförster mussten am Mönchsberg einen Baum wegschneiden, der über die Straße gefallen war. Am Kapuzinerberg lagen zwei Bäume über die Straße, in der Josefiau eine große Esche über den Salzachtreppelweg. Zwei weitere umgestürzte Bäume am Fürstenweg sowie im Bereich Nonnbergstiege sind noch in Arbeit. In den Wäldern seien zudem viele Windwürfe zu verzeichnen. Hier bestehe die Gefahr eines Dominoeffekts (ein Baum bringt den nächsten zu Fall, bis Wege bzw. Straßen erreicht sind).

Feuerwehren im Großeinsatz

Aber nicht nur in der Stadt Salzburg halten die Sturmböen die Feuerwehren in Atem. Laut Angaben der Landeswarnzentrale mussten seit 3 Uhr 28 Feuerwehren mit knapp 450 Mann zu 60 Einsätzen ausrücken. Um kurz nach 10 Uhr waren noch drei Feuerwehren im Einsatz. Betroffen waren neben der Stadt Salzburg der nördliche Flachgau und Teile des Tennengaus. Feuerwehrleute mussten vor allem umgestürzte Bäume von Straßen, Stromleitungen und Dächern räumen. In Nußdorf am Haunsberg stürzte ein Baum auf eine Stromleitung.

Auch im Flachgau wurde eine Lagerhalle zum Teil abgedeckt, zudem stürzte ein Baum in die Fahrleitung der Salzburger Lokalbahn. Die Strecke dürfte für die Reparatur des Schadens wohl bis Mittag gesperrt bleiben. Zwischen Oberndorf und Lamprechtshausen wurde von der Salzburg AG ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die ÖBB meldeten in der Früh hingegen keine Einschränkungen im Zugverkehr.

Fahrzeugbergung im Schneesturm

Im Tennengau gab es Dienstag früh einen sturmbedingten Feuerwehreinsatz: Bei starkem Schneetreiben und heftigen Windböen ist in Krispl ein Auto von einer eisglatten Straße abgekommen, glücklicherweise aber vor einem Abhang zum Stehen gekommen. Die FF Krispl rückte mit 18 Mann (zwei Fahrzeugbesatzungen) zur Bergung des Wagens aus.

Es bleibt stürmisch

Eine kurzfristige Entspannung der Windsituation war zunächst nicht zu erwarten. "Es wird heute auf anhaltend hohem Niveau Wind geben. Die Spitzen liegen dabei meist bei bis zu 80 km/h, lokal können sie auch stärker sein. Dabei besteht durchaus Schadenspotenzial", sagte Josef Haslhofer von der ZAMG Salzburg. In der ersten Nachthälfte soll der Wind dann zurückgehen, nach wie vor seien dabei aber kräftige Schübe möglich. "Auch am Mittwoch bleibt es sehr windig, der Donnerstag wird dann ruhiger sein", so der Meteorologe.

Wind bleibt bis Mittwoch stürmisch, Schneeschauer am Freitag

Nach dem Sturm vom Montag sind im Waldviertel auch am Dienstag noch Verkehrsverbindungen gesperrt gewesen. Es handelte sich nach Angaben der zuständigen Straßenmeistereien um zehn Landesstraßen. Sperren bestanden im Raum Waidhofen a. d. Thaya, Raabs a. d. Thaya (Bezirk Waidhofen a. d. Thaya) und Gföhl (Bezirk Krems).

Im Großteil Österreichs ist es am Dienstag noch stürmisch mit Böen meist zwischen 80 und 100 km/h, auf den Bergen auch deutlich darüber. Wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) weiter berichtete, bleibt der Wind auch am Mittwoch stark, vor allem im Gebiet vom Flachgau bis zum Nordburgenland sowie allgemein auf den Bergen.

Für Donnerstag prognostizierten die Meteorologen nur noch schwachen Wind und einige sonnige Stunden mit Nachmittagstemperaturen zwischen fünf und elf Grad. Das hält nicht lange: Am Freitag ziehen im Großteil des Landes mit kräftigem bis stürmischem Wind Schneeschauer durch, in tiefen Lagen können es Regenschauer sein.

Dafür verspricht das Wochenende nur schwach windig, oft sonnig und mild zu werden. Die Temperaturen erreichen dann Höchstwerte um zehn Grad, mit leichtem Föhn bis 15 Grad.

Abgedeckte Dächer auch in Oberösterreich

In Oberösterreich hat der Sturm in der Nacht auf Dienstag die Einsatzkräfte weiter gefordert. Insgesamt war die Lage zwar entspannter als am Montag, aber die Aufräumarbeiten dürften noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach wie vor kam es zu Stromausfällen. In Linz und in Schwertberg wurden Dächer großflächig abgedeckt.

In Linz hatte der Sturm bereits am Montag das 200 bis 300 Quadratmeter große Flachdach eines Mehrparteienhauses abgetragen. Es fiel auf zwei geparkte Pkw. Verletzt wurde niemand. In Schwertberg fegte "Sabine" das Blechdach eines Einfamilienhauses zur Gänze weg und wehte es in ein angrenzendes Feld. Um zu verhindern, dass das abgetragene Blechdach erneut vom Wind erfasst wird, wurde es zerlegt, berichtete die örtliche Feuerwehr.

Waren am Montag vor allem das nördliche Inn- und das Mühlviertel betroffen, so verlegte sich "Sabine" in der Nacht mit bis zu 111 km/h weiter in den Süden. Die Feuerwehren rückten zu rund 100 Einsätzen aus, Schwerpunkte waren diesmal der Bezirk Braunau und das Alpenvorland. Es galt umgestürzte Bäume zu beseitigen, blockierte Verkehrswege frei zu machen, eingeschlossene Fahrzeuge bzw. deren Insassen zu befreien, beschädigte Dächer abzudichten und Stromleitungen zu sichern. In der Nacht auf Dienstag forderten zudem ein Brand auf einer Küken-Farm in Perg und ein vermutlich durch einen Blitz ausgelöster Wohnhausbrand in Taufkirchen an der Pram die Einsatzkräfte.

In der Nacht gab es auch erneut Störungen im Stromnetz, davon waren rund 5500 Haushalte betroffen. Von jenen 30.000 Anschlüssen, bei denen am Montag der Strom ausgefallen war, mussten 90 über Nacht ohne Elektrizität auskommen. Denn die Reparaturen waren wegen der Sturmböen teilweise zu gefährlich. Tagsüber standen wieder rund 240 Mitarbeiter der Netz Oberösterreich im Einsatz, um die Versorgung wieder herzustellen.

Bisher bescherte der Sturm den freiwilligen Feuerwehren in Oberösterreich 1300 Einsätze, an denen 5500 Helfer beteiligt waren. Auch wenn die Meteorologen nur mehr Windspitzen von bis zu 80 km/h für Dienstag und 60 km/h für Mittwoch ankündigten, waren die Aufräumarbeiten noch lange nicht abgeschlossen.

Quelle: SN, Apa

Aufgerufen am 23.02.2020 um 01:24 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/video-sturm-sabine-fegte-ueber-salzburg-baum-stuerzte-auf-einfamilienhaus-83294326

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