Kultur

Kuno Mayer spornt an

Ein außergewöhnlicher Vorarlberger lässt Leogang an der Freude am Sammeln und am Verleihen teilhaben.

Ohne Kuno Mayer gäbe es das Leoganger Museum nicht mit solcher gotischen Pracht, wie es heutzutage besucht werden kann. "Er war der Leihgeber der ersten Stunde, mit seinem Rat und seinem Zureden hat er die Sammlung mitaufgebaut, er hat die Schlüsselmomente ermöglicht", erzählt Andreas Herzog, stellvertretender Kustos des Bergbau- und Gotikmuseums.

So ein Schlüsselmoment war der Anfang von vielem: der erste Ankauf einer gotischen Skulptur für das Museum. In vielen, darauf folgenden Gesprächen nach dem Kennenlernen Kuno Mayers auf der Salzburger Kunst- und Antiquitätenmesse wurden Hermann Mayrhofers Begeisterung für Bergbaukunst im weiten, auch die Kunst umfassenden Sinne sowie seine Sammelleidenschaft für das Museum angespornt.

Der in Götzis in Vorarlberg lebende Kunst- und Antiquitätenhändler hat für Leogang viele Ankäufe - beginnend mit den Skulpturen der Heiligen Barbara, Anna und Christophorus - vermittelt, zudem hat er sein Wissen und sein Gespür für gotische Kunst Hermann Mayrhofer und somit dem Museum zur Verfügung gestellt. Davon zeugen einige Leihgaben und Ausstellungen: Kuno Mayer vermittelte zum Beispiel für die Gotikpremiere im Jahr 2000 Leihgaben privater Sammler, von denen einige anonym bleiben wollten. Oder: Von ihm erwarb das Bergbau- und Gotikmuseum 1997 die Schöne Madonna aus Gussstein (siehe Seite 26); damit und in vielen Gesprächen gab Kuno Mayer den Anstoß für die Ausstellung Schöner Madonnen im Jahr 2019, eine Kooperation mit der Nationalgalerie Prag.

Elisabeth Leopold hat zwar in einem SN-Interview 2016 erzählt, dass der Kontakt zum Museum in Leogang etwa zwanzig Jahre zuvor über den Hinweis eines Beamten des Bundesdenkmalamts entstanden sei, doch wäre indirekt auch die grandiose Sonderausstellung von Rudolf Leopolds Gotiksammlung 2011 ohne Kuno Mayer nicht zustande gekommen. Denn er hatte als Händler und Ratgeber Rudolf Leopolds diese Gotiksammlung zum Teil vermittelt.

Die Kombination von Kunstsinn und Expertise sowie von Kuno Mayers Händlertalent, Sammlerstolz und Schenkfreude kommt an zwei Orten in Österreich zur Geltung. Der eine ist Stift Admont. Dank Schenkung eines Teils seiner eigenen Sammlung - gotische Skulpturen, Tafelbilder und Glasmalerei - hat das Benediktinerstift in der Steiermark 2017 ein Gotikmuseum eingerichtet. Und weitere Leihgaben aus seiner Sammlung sowie seine Begeisterung für Kaiser Maximilian I. haben zur Sonderausstellung "Wir Friedrich III. & Maximilian I." angespornt, die heuer - im zweiten Jahr - erneuert und überarbeitet ist.

Der zweite Ort, wo die Persönlichkeit dieses Händlers und Sammlers Spuren hinterlassen hat, ist Leogang. Im Bergbau- und Gotikmuseum sind vor allem seine Leihgaben aus der Sammlung Figdor sowie gotische Skulpturen.

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Aufgerufen am 07.07.2022 um 04:18 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/kuno-mayer-spornt-an-121238875

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