Politik

"Greta hat ausgedrückt, was wir alle empfinden"

Die Salzburger Klimaaktivistin Anika Dafert war dabei, als Greta Thunberg ihre emotionale Rede in New York hielt. "Unsere Panik und Hoffnungslosigkeit fühlen sich wirklich so an", sagt die 17-jährige Radstädterin.

Die 17-jährige Radstädterin Anika Dafert war Teil der österreichischen Delegation beim Klimagipfel in New York. SN/hbf / carlovits
Die 17-jährige Radstädterin Anika Dafert war Teil der österreichischen Delegation beim Klimagipfel in New York.

Als Greta Thunberg am Montag beim UN-Klimagipfel in New York ihre emotionale Rede zum Klimawandel hielt, saß die 17-jährige Radstädterin Anika Dafert im Publikum. Sie habe selbst weinen müssen, als die schwedische Schülerin mit Tränen in den Augen über das "Märchen vom ewigen Wachstum" sprach, sagt Anika Dafert. Auch, weil Greta Thunberg das ausgedrückt habe, was viele Jugendliche empfänden, die Freitag für Freitag für mehr Anstrengungen im Klimaschutz auf die Straße gingen. "Sie drückt die Gefühle von so vielen jungen Menschen aus, mit so einer Wahrheit. Und wenn ich jetzt höre, dass Leute sagen, das sei übertrieben oder gespielt, dann kann ich nur sagen: Diese Panik und Hoffnungslosigkeit, die fühlt sich wirklich so an."

Klimaaktivistin kehrt mit vielen Emotionen aus New York zurück

Seit Samstag war die Salzburger Klimaaktivistin Anika Dafert auf Einladung von Bundespräsident Van der Bellen Teil der österreichischen Delegation, die am UN-Sondergipfel in New York teilnahm. Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) wird sie wieder nach Österreich reisen. Sie nehme sehr viele Emotionen aus New York mit, sagt die Schülerin. "Ich habe sehr viele Kontakte geknüpft und sehr viel Motivation für weitere Aktionen bekommen." Beeindruckt habe sie etwa der Premierminister von Bhutan, dem einzigen Land, das eine negative CO2-Bilanz habe. "Er hat angeregt, dass Zufriedenheit als wirtschaftliche Maßeinheit herangenommen werde. Dieser Gedanke hat mir sehr gut gefallen."

"Im Vergleich zur Klimakrise sind alle anderen Probleme unwichtig"

Dem Bundespräsidenten sei sie dankbar, dass er ihr die Möglichkeit gegeben habe, an dem Gipfel teilzunehmen. "Er hat mich auch immer wieder ermutigt, dass ich mir kein Blatt vor den Mund nehmen soll." Das hat sie auch bei der Pressekonferenz der österreichischen Delegation nach dem Gipfel nicht getan. "Dort wurden bemerkt, dass es doch noch andere Themen außer dem Klimawandel gebe. Ich habe dazu gesagt: Wenn wir die Klimakrise betrachten, sind alle anderen Probleme der Menschheit im Vergleich dazu unwichtig." Zudem habe sie noch einmal darauf hingewiesen, dass Österreich keine Redezeit beim Klimagipfel bekommen habe, weil man derzeit keine Klimastrategie habe.

Positiv gestimmt habe sie, dass es auch Auftritte von Politikern gab, die mutig seien. "Etwa die Ministerin von Norwegen. Und immerhin waren auch Boris Johnson und Donald Trump da." Denkwürdig war sie auch der Auftritt des Präsidenten der Seychellen. "Er hat gesagt: Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen. Das sollten wir alle beherzigen."

Quelle: SN

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