Politik

"Ja, ich will": Im Marmorsaal war der Oberarm anstatt des Ringfingers gefragt

Der Andrang im Marmorsaal war beachtlich. Doch insgesamt zeigt sich: Der Trend bei den Erstimpfungen ist schon wieder rückläufig.

Der Einladung, sich im Marmorsaal des Schloss Mirabell eine Corona-Schutzimpfung zu holen, folgten am Freitagnachmittag 583 Personen. Im beliebten Trauungssaal wurde diesmal nicht wie üblich im 20-Minuten-Takt geheiratet, sondern im Minutentakt geimpft. Viele nahmen dafür auch lange Wartezeiten in Kauf. Die Schlange reichte bei winterlichen Bedingungen vom ersten Stock über die Stiege bis hinunter in den Schlosshof und hinaus auf die Rainerstraße. Das Rote Kreuz richtete vier Impfstraßen im Marmorsaal ein.

Sollte es zu einem Lockdown kommen, würde die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, wieder abnehmen - das war die Befürchtung des Landeshauptmannes und das Argument vor zwei Wochen, warum ein Lockdown um jeden Preis verhindert werden sollte. Die Zahlen zeigen, dass es zwischen 8. und 13. November einen Ansturm auf Erstimpfungen gegeben hat. An jedem Tag gab es mehr als 1000 Erststiche im Bundesland, am 9. November waren es sogar fast 2000 Erstimpfungen. In Summe wurden in dieser Kalenderwoche 8871 Erstimpfungen registriert. Auch in der darauffolgenden Woche gab es täglich mehr als 1000 Erststiche - insgesamt 7209. Doch seit dieser Woche sind die Zahlen wieder spürbar rückläufig. Am Montag dieser Woche wurden 777 Erststiche registriert, am Dienstag waren es immerhin 1118, am Donnerstag 857. Das Ziel, in der Bevölkerung eine Impfrate von 80 Prozent zu erreichen, ist damit weit weg. Am Freitag lag die Impfquote gemessen an der Gesamtbevölkerung bei 62,8 Prozent (Vollimmunisierung, also zweite oder dritte Impfung bereits erhalten). Die erste Impfdosis haben 66,7 Prozent erhalten. Wann wären die 80 Prozent unter diesen Umständen überhaupt zu schaffen? Landesstatistiker Gernot Filipp sagt: "Wenn der Impffortschritt so anhält wie in den letzten beiden Wochen und das Niveau der Erstimpfungen nicht noch weiter zurückfällt, dann würden wir bei den Teilimmunisierten die 80 Prozent in drei Monaten erreichen." Einen zusätzlichen Effekt werde es aber durch die neu zugelassenen Impfungen der Fünf- bis Zwölfjährigen geben. "Geht man davon aus, dass in dieser Gruppe die Anzahl der Impfungen in etwa das Niveau der Zwölfjährigen erreicht, würde die 80-Prozent-Marke in zwei bis zweieinhalb Monaten erreicht werden können", sagt Filipp. Alles freilich unter der Annahme, dass sich die jetzige Entwicklung auch so fortsetze.

Seit Freitag können Eltern ihre Fünf- bis Elfjährigen auch für eine Impfung in der Kinderimpfstraße vormerken. Bis Freitag 15 Uhr wurden hier 286 Vormerkungen registriert. Was den Andrang bei den Impfungen in dieser Woche betrifft, so ist dieser großteils auf die Auffrischungsimpfungen zurückzuführen. Von Montag bis Donnerstag gab es 30.680 Drittimpfungen - neben 3660 Erst- und 3685 Zweitstichen.

Völlig ausgelastet sind aufgrund der vielen Neuinfektionen weiterhin die Contact Tracer. Die Teams werden weiter aufgestockt. 21 ehemalige Landesbedienstete melden sich aus der Pension zurück. Auch die Salzburg AG stellt 35 Mitarbeiter bereit. Darüber hinaus werde intern im Landesdienst umgeschichtet, sodass man von 35 auf 90 Personen aufstocken könne.

Aufgerufen am 17.01.2022 um 11:13 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/ja-ich-will-im-marmorsaal-war-der-oberarm-anstatt-des-ringfingers-gefragt-113115517

Kommentare

Schlagzeilen