Politik

Stöckl widerspricht Kurz: Salzburger über 65 sind nicht vor Ende Mai fertig geimpft

Salzburgs Gesundheitsreferent Christian Stöckl kann den von Bundeskanzler Sebastian Kurz angekündigten Zeitplan für die Coronaimpfung nicht nachvollziehen. Im Bundeskanzleramt ist man über die Aussagen von Stöckl erstaunt"Das ist eine einfache Kopfrechnung," heißt es.

Symbolbild. SN/robert ratzer
Symbolbild.

Trotz vieler schlechter Nachrichten war Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Sonntag bemüht, den Österreichern eine Perspektive zu geben. Ende April seien in Österreich alle Impfwilligen über 65 Jahre geimpft, dann erreiche man eine neue Phase in der Pandemie, sagte Kurz. Dann seien all jene geschützt, die besonders gefährdet sind, schwer an Covid-19 zu erkranken. Im Fall von zusätzlichen Impfstofflieferungen könnten bereits Ende März alle Menschen über 65 geimpft sein.

Salzburgs Gesundheitsreferent LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) zeigte sich von der Ankündigung überrascht: Denn entsprechend den zugeteilten Lieferungen könne man die Salzburger über 65 Jahre erst im April und Mai impfen. Solle man diese Personen früher impfen, sagt Stöckl, "dann muss der Kanzler dazusagen, wo die Impfdosen herkommen sollen".

Der Salzburger Impfplan sei auf die Lieferungen der Impfstoffe über die Bundesbeschaffungsagentur abgestimmt. Laut diesem Plan sei es nicht schaffbar, dass man vor Ende Mai diese Personengruppe geimpft habe. "Jedenfalls nicht inklusive der Zweitimpfung." Es sei nicht sinnvoll, Versprechen zu geben, die man nicht halten könne. "Ich kann nur mit dem planen, was ich kriege."

Stöckl teilt aber die Hoffnung des Kanzlers, dass es bald zusätzliche Lieferungen von Impfstoffen geben könnte, wenn weitere Produkte zugelassen würden. "Die EU hat Verträge mit sieben Herstellern abgeschlossen." Ende Jänner könnte der Impfstoff des Herstellers AstraZeneca zugelassen werden, damit würden die Impfbemühungen in Österreich einen Schub bekommen.

Dieser Impfstoff könnte die Sache aber auch wieder komplizierter machen. Denn das Serum von AstraZeneca ist nur bei Menschen bis zu einem Alter von 55 Jahren getestet und wird wohl auch nur für diese Personengruppe zugelassen. "Das bedeutet, dass wir den Ablauf unseres Plans ändern müssen und jüngere Personen vorziehen." Das Land sei jedenfalls darauf vorbereitet, bei zusätzlichen Lieferungen Impfstraßen aufzubauen und mit Hilfe der niedergelassenen Ärzte die Impfungen unter die Leute zu bringen.

Im Bundeskanzleramt ist man über die Aussagen von LH-Stv. Stöckl überrascht:

"Biontech/Pfizer und Moderna liefern 1,2 Millionen Impfdosen. Wenn auch der Impfstoff von AstraZeneca zugelassen wird, kommen weitere 2 Millionen Impfdosen nach Österreich. Dann sind alle über 65-Jährigen bis Ende März geimpft. Das ist eine einfache Kopfrechnung, die jeder nachvollziehen kann." Auch ohne den Impfstoff von AstraZeneca werde die Impfung der Menschen über 65 Jahre Ende April/Anfang Mai abgeschlossen sein.

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