Wirtschaft

Strobl: Das alte Grand Hotel wird bald abgerissen

Den neuen bayerischen Investoren in Bad Gastein gehört seit dem Frühjahr auch das ehemalige Grand Hotel in Strobl am Wolfgangsee. In die Pläne für ein neues Luxushotel kommt damit wieder Bewegung. Das Grand Hotel soll einem Neubau weichen.

Ein Coup ist dem Land Salzburg mit seinem neuen Investor in Bad Gastein gelungen: Die bayerische Unternehmensgruppe Hirmer soll die drei denkmalgeschützten Gebäude beim berühmten Gasteiner Wasserfall revitalisieren. Entstehen soll dort ein Hotelensemble in der Vier-Sterne-Superior- oder Fünf-Sterne-Kategorie. Pläne für ein Luxushotel hat die Gruppe mit Sitz in München aber auch in Strobl. Erst seit dem Frühjahr sind die Münchner die neuen Besitzer des ehemaligen Grand Hotel am Wolfgangsee. Das Gebäude soll nach der Sommersaison abgerissen werden und an seiner Stelle ein Neubau entstehen. Es gilt als nicht erhaltenswürdig. Damit wird an die bestehenden Pläne für ein Hotelprojekt angedockt.

Die Travel-Charme-Gruppe hatte Pläne für ein Luxushotel mit 115 Zimmern entwickelt, seit Jahren ist es aber still darum geworden. Rechtliche Einsprüche von Anrainern hatten das Projekt verzögert, auf das Strobl seit Jahren hofft, um sein Ortszentrum zu beleben und auch in der gehobenen Hotelkategorie mitspielen zu können. Umstritten war auch, dass öffentlicher Strand verbaut wird. Auch der Naturschutz hatte hier ein Wort mitzureden. Das Grand Hotel ist in den 1970er-Jahren zu einem Erholungsheim der Energie AG umgebaut worden, vom Jahrhundertwende-Bau ist wenig geblieben. Es steht auch nicht unter Denkmalschutz. Erst im März dieses Jahres hat die Hirmer-Unternehmensgruppe "Travel-Charme" übernommen.

Luftaufnahme von Strobl am Wolfgangsee. SN/wtg
Luftaufnahme von Strobl am Wolfgangsee.

Der Bürgermeister von Strobl, Josef Weikinger (ÖVP), spricht von einem Abrisstermin Mitte September. Derzeit werde das Haus bereits für den Abbruch vorbereitet. Seiner Information nach werden die bestehenden Hotelpläne nur noch überarbeitet. "Die Baubewilligung liegt auf dem Tisch, alles ist rechtskräftig, auch alle rechtlichen Einwände sind vom Tisch", sagt der Bürgermeister. Im Gegensatz zu Bad Gastein könnte in Strobl bald zum Bauen angefangen werden. Er sei "guter Dinge", dass das Hotelprojekt auch umgesetzt werde. "Wir brauchen dringend zusätzliche Betten in der gehobenen Kategorie."

Bewegung kommt damit in zwei ehemalige Grand-Hotel-Standorte am Wolfgangsee. Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz kaufte erst vor Kurzem die "Rössl-Wiese" in St. Wolfgang, wo früher das Grand Hotel St. Wolfgang stand. Auch er will dort ein Luxushotel errichten, sein drittes Projekt in St. Wolfgang. Die Sanierung des Auhofs mit langem Badestrand am See ist in der Endphase, das direkt angrenzende "Landhaus zu Appesbach" hat nach mehrmonatiger Sanierung in diesem Sommer wieder aufgesperrt. Erst 2017 hatte der Red-Bull-Chef das Traditionshaus gekauft.

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