Bundesliga

Salzburg-Trainer Marco Rose bestätigt Wechsel zu Mönchengladbach

Die Katze ist aus dem Sack: Am Mittwoch hat Fußballmeister Red Bull Salzburg den Abgang seines Trainers Marco Rose zum deutschen Bundesligisten Borussia Mönchengladbach bekanntgegeben.

Es war schon seit Tagen ein offenes Geheimnis, dass der 42-Jährige ab Sommer bei Borussia Mönchengladbach arbeiten wird. Das haben Rose und Sportdirektor Christoph Freund in einer Pressekonferenz am Mittwoch um 13 Uhr auch offiziell verkündet.

Rose sagte am Mittwoch: "Anfang der Woche wurden Fakten geschaffen. Im Sommer werde ich eine neue sportliche Herausforderung suchen - Borussia Mönchengladbach."

Mit Rose werden seine Co-Trainer René Maric und Alexander Zickler sowie Athletikcoach Patrick Eibenberger nach Gladbach gehen. "Vertrauen ist wichtig in unserem Job. Ich habe gern Leute um mich, die ich gut kenne und mit denen ich gut zusammenarbeite", erklärte der Trainer seine Wahl.

Es habe auch viele Argumente gegeben, in Salzburg zu bleiben. "Die Situation war sehr speziell. Es gab nicht nur eine Anfrage, sondern ein paar mehr", verriet Rose.

"Ich bin hier über die U16 und U18 groß geworden, konnte die höchste Lizenz erwerben. Das alles hat der Verein ermöglicht", sagte Rose. "Ich fühle mich sehr wohl in der Stadt und habe das Gefühl, dass sich die Menschen mit dem Fußball, den wir spielen, identifizieren." Zu bleiben, sei eine Option gewesen, er habe sich aber für die neue sportliche Herausforderung deutsche Bundesliga entschieden.

Red-Bull-Sportdirektor Christoph Freund und Trainer Marco Rose bei der Pressekonferenz am Mittwoch. SN/GEPA pictures
Red-Bull-Sportdirektor Christoph Freund und Trainer Marco Rose bei der Pressekonferenz am Mittwoch.

Bei Mönchengladbach habe der Name des Vereins, dessen Ambitionen und auch seine Geschichte (fünf Meistertitel) mit eine Rolle gespielt. In den Gesprächen mit Max Eberl und anderen Funktionären habe er das Gefühl bekommen, dass er dort richtig aufgehoben sei: "Es gibt eine Idee, wie man spielen will, die mit meiner Verpflichtung zusammenhängt." Der erste konkrete Kontakt sei erst in der letzten Länderspielpause vor rund drei Wochen entstanden.

Sportdirektor Christoph Freund sagte: "Wir waren nicht überrascht, eine Richtung hat sich ja schon angedeutet. Wir sind auch sehr stolz. Das gesamte Trainerteam wurde bei uns in der Akademie groß. Wir sind ein Verein, der Karrieren ermöglicht, und das nicht nur für Spieler."

Seine Konzentration gelte bis Saisonschluss ganz Red Bull Salzburg, bekräftigte Marco Rose. Deshalb habe er sich auch noch keine Gedanken darüber gemacht, ob er auch Spieler aus seiner Mannschaft nach Mönchengladbach mitnehme.

Seine Spieler hätten schon Bescheid gewusst, merkte Rose an und erzählte dazu eine Anekdote, die vom Humor und der guten Stimmung im Club kundet: "Als wir am Sonntag im Bus vom LASK heimfuhren, lief im TV Gladbach gegen Bremen. Als Bremen der Ausgleich gelang, hat der ganze Bus gejubelt..."

Wer wird Nachfolger von Rose?

Über die Zukunft von Rose ist seit Monaten spekuliert worden. Hoffenheim, Schalke, Wolfsburg, ja sogar Manchester United waren als mögliche künftige Arbeitgeber im Gespräch gewesen. Seit rund zwei Wochen kristallisierte sich aber heraus, dass Mönchengladbach das Rennen um den "Gehyptesten von allen" (Zitat von Roses Ex-Coach Jürgen Klopp) machen würde. Bei den Fohlen hat Sportchef Max Eberl eine totale Neuausrichtung eingeleitet. Als erstes wurde verkündet, dass die Zusammenarbeit mit dem aktuellen Coach Dieter Hecking mit Saisonende vorbei ist.

Noch unklar ist, wer Rose in Salzburg nachfolgen wird. Als heiße Kandidaten gelten Christoph Ilzer, derzeit beim Ligakonkurrenten WAC tätig, und der US-Amerikaner Jesse Marsch, der als Assistent von Ralf Rangnick bei RB Leipzig arbeitet. Auch Oliver Glasner (LASK) würde gut ins Konzept passen. Doch der ehemalige Salzburg-Co-Trainer tendiert eher zu einem Wechsel ins Ausland - vielleicht kreuzen sich die Wege von Glasner und Rose schon bald in der deutschen Bundesliga.

Wie lange es dauern werde, bis man den neuen Trainer hat? Christoph Freund sagte: "Bis wir überzeugt sind, dass wir die richtige Lösung haben."

Aufgerufen am 30.10.2020 um 03:23 auf https://www.sn.at/sport/fussball/bundesliga/salzburg-trainer-marco-rose-bestaetigt-wechsel-zu-moenchengladbach-68548150

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