Champions League

Red Bull Salzburg unterliegt bei Atlético Madrid knapp mit 2:3

Österreichs Meister Red Bull Salzburg hatte im zweiten Gruppenspiel der Champions League die Sensation auf dem Fuß. Am Ende gab es beim spanischen Topclub Atlético Madrid aber eine 2:3-Niederlage.

Zweites Spiel in der Gruppenphase der Champions League, zweite Enttäuschung: Nach dem 2:2 zum Auftakt gegen Lok Moskau musste sich Red Bull Salzburg am Dienstagabend dem spanischen Topclub Atlético Madrid mit 2:3 (1:1) geschlagen geben. Die Parallele: Beide Male waren die Bullen zumindest ebenbürtig, wenn nicht sogar die bessere Mannschaft.

Salzburg mit Rasmus Kristensen und Mërgim Berisha anstelle von Albert Vallci und Sékou Koïta in der Startelf ließ die stolzen Madrilenen dank einer bärenstarken zweiten Hälfte lang um diesen Heimsieg zittern. Es wäre das jähe Ende einer eindrucksvollen Serie gewesen. So hat Atlético nur eines seiner vergangenen 26 Europacup-Heimspiele verloren - im September 2017 gegen Chelsea (1:2). In elf der jüngsten 13 Partien musste das Team des streitbaren Trainers Diego Simeone nicht einmal ein Gegentor hinnehmen. In der spanischen Liga ist Atlético seit 21 Partien unbesiegt.

Allein diese Zahlen bestätigen, dass Red Bull Salzburg vor einer Geisterkulisse im Estadio Wanda Metropolitano eine Riesenleistung abgeliefert hat. Kapitän Andreas Ulmer und Co. legten gegen den zweimaligen Champions-League-Finalisten (2014, 2016) und dreimaligen Europa-League-Sieger (2010, 2012, 2018) einen couragierten Auftritt hin. Der sollte am Ende aber ohne Punktgewinn bleiben.

Atléticos Jungstar João Félix versetzte den Salzburgern mit einem Doppelpack den "Todesstoß". Der 20-jährige Portugiese, der bereits in den ersten Spielminuten mit einem spektakulären Seitfallzieher für Aufsehen gesorgt hatte, traf in der 52. und 85. Minute - zuerst nach einem sehenswerten Doppelpass mit Ángel Correa, in der Schlussphase mit einem Gewaltschuss nach einem Eckball. Das 1:0 für Atlético hatte in der ersten Halbzeit Marcos Llorente unter Mithilfe von Bullen-Keeper Cican Stankovic erzielt.

Aufseiten der Salzburger gelang Dominik Szoboszlai mit dem Außenrist der zwischenzeitliche Ausgleich und Mërgim Berisha nach einem Ulmer-Assist sogar die Führung. Doch unglaublich, aber wahr: Zwei Tore gegen die defensiv so starken Spanier waren am Ende zu wenig für den ersten Sieg in der laufenden Gruppenphase der Fußball-Königsklasse.

So liegt Red Bull Salzburg in der Tabelle vor dem Duell mit Champions-League-Titelverteidiger Bayern München am kommenden Mittwoch ex aequo mit Lok Moskau nur auf Rang drei. Außerdem endete eine ebenso stolze Erfolgsserie wie jene von Atlético Madrid. Die letzte Niederlage kassierten die Bullen nämlich am 2. März, also noch vor dem Corona-Lockdown, in der Bundesliga bei Altach (2:3). Seither hat Salzburg 23 Pflichtspiele nicht verloren, zehn Mal allein in dieser Saison.

Stimmen zum Spiel

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "Das Gefühl jetzt ist, dass wir sehr enttäuscht sind. Vom Gefühl her hatten wir die totale Kontrolle, bekommen aber am Ende ein Standardtor. Das ist schwierig für uns. Aber ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft. Wir haben gut gespielt. Viele gute junge Spieler haben auch eine super Leistung geliefert. Es ist schade, dass wir in diesem Moment im Turnier nach zwei guten Spielen nur einen Punkt haben. Aber wir haben gut gespielt."
Diego Simeone (Atlético-Trainer): "Es gibt Teams, die sehr gutes Pressing spielen - wie Betis Sevilla, wie Salzburg. Sie umstellen dich und wenn du nach Raum suchst, dann findest du ihn mit Pässen, wie wir es öfter getan haben. Das eine Mal, als wir uns nicht befreien konnten, hat das zu ihrem ersten Tor geführt. Es war ein Gegner, der stark über Außen angreift. Ich vertraue meinen Spielern. Sie haben gut angegriffen, aber wir müssen uns verbessern."
Dominik Szoboszlai (Salzburg-Torschütze): "Wir waren sehr, sehr gut als Mannschaft. Wir haben füreinander gekämpft. Aber trotzdem, wir müssen bis zum Ende kämpfen. Vielleicht ist es Unglück, dass wir zehn Spieler im Sechzehner haben und er (João Félix, Anm.) bekommt trotzdem den Ball. Jetzt konzentrieren wir uns einfach auf das nächste Spiel in der Bundesliga und dann auf Bayern."
João Félix (Atlético-Doppeltorschütze): "Es war ein großartiges Spiel der ganzen Mannschaft. Wenn wir so spielen, werden die Ergebnisse kommen und wir werden große Spiele gewinnen. Ich versuche, jedes Spiel in der Champions League zu genießen. So will ich weitermachen. Salzburg hat sehr gut angegriffen. Als sie zu Beginn der zweiten Hälfte das zweite Tor erzielt haben, waren wir unachtsam. Aber dann haben wir uns wieder konzentriert und den Sieg geholt."
Marcos Llorente (Atlético-Torschütze): "Wenn man in der Champions League nicht bei 100 Prozent ist, macht es dir jeder Gegner schwer, und genau das hat Salzburg gemacht. Wir haben gewusst, dass sie schwer zu spielen sind und schnell im Konter, wie ihr zweites Tor gezeigt hat. Es ist ein wichtiger Sieg. Es sind drei lebenswichtige Punkte für uns, speziell nach der harten Niederlage gegen Bayern."
Rasmus Kristensen (Salzburg-Verteidiger): "Wir hätten uns sicher einen Punkt verdient. Es ist schade, dass wir in den letzten fünf Minuten ein Tor bekommen haben. Aber wir haben so gut gespielt, die ganze Gruppe hat so gut gekämpft. Es ist nicht einfach, hier zu spielen. Wir haben fast einen Punkt gewonnen, aber es war am Ende nicht genug. Ein Spieler wie João Félix braucht drei, vier gute Situationen, dann macht er zwei Tore. Das ist die Champions League, aber wir haben auch Weltklassespieler. Es war Pech, aber ich glaube, wir können sehr stolz sein."

Atlético Madrid - Red Bull Salzburg 3:2 (1:1)
Tore: 1:0 (29.) M. Llorente, 1:1 (40.) Szoboszlai, 1:2 (47.) Berisha, 2:2 (52.) João Félix, 3:2 (85.) João Félix

Atletico: Oblak - Trippier, Savic, Felipe, Lodi (82. Hermoso) - M. Llorente, H. Herrera (82. Torreira), Koke - Correa, Suarez (82. Lemar), Joao Felix


Salzburg: Stankovic - Kristensen, Ramalho, Wöber (63. Onguene), Ulmer - Mwepu, Camara, Junuzovic (63. Ashimeru), Szoboszlai - Daka (30. Koita/83. Okafor), Berisha

Gelbe Karten: M. Llorente bzw. Ramalho, Wöber

Estadio Wanda Metropolitano, keine Zuschauer (wegen Coronavirus), SR Hategan (ROU)

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker

Quelle: SN

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