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Schock für Foda: Österreich muss mit Notelf in Schottland spielen

Die Deutschland-Legionäre erhalten keine Freigabe für das WM-Qualifikationsspiel in Schottland am 25. März: Nun muss Teamchef Franco Foda Ersatz für David Alaba und Co. suchen.

Franco Foda SN/gepa
Franco Foda

Einem Match auf einem neutralen Schauplatz erteilten die Schotten eine Absage. Daher beschloss der ÖFB, in den sauren Apfel zu beißen und mit einer Truppe ohne die Deutschland-Legionäre nach Glasgow zu reisen.

Zuletzt war unter anderem die Beantragung eines Platztauschs im Raum gestanden, da Teamchef Franco Foda Stand jetzt aufgrund der geltenden Quarantänebestimmungen auf sämtliche Spieler von deutschen Clubs verzichten muss.

Die Vereine sind durch eine Regelung seitens der FIFA von der Abstellpflicht entbunden, sollte ein Spieler nach der Rückkehr vom Nationalteam-Lehrgang aufgrund der Covid-19-Bestimmungen fünf Tage oder länger in Quarantäne müssen. Das ist in Deutschland nach einem Aufenthalt in Großbritannien derzeit der Fall.

Von den aktuellen Nationalspielern fehlen daher:

  • Pavao Pervan (Wolfsburg)
  • Aleksandar Dragovic (Leverkusen)
  • Christopher Trimmel (Union Berlin)
  • Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt)
  • Philipp Lienhart (Freiburg)
  • Stefan Lainer (Mönchengladbach)
  • Stefan Ilsanker (Eintracht Frankfurt)
  • David Alaba (Bayern München)
  • Florian Grillitsch (Hoffenheim)
  • Alessandro Schöpf (Schalke)
  • Christoph Baumgartner (Hoffenheim)
  • Valentino Lazaro (Mönchengladbach)
  • Xaver Schlager (Wolfsburg)
  • Marcel Sabitzer (RB Leipzig)
  • Michael Gregoritsch (Augsburg)
  • Sasa Kalajdzic (Stuttgart)
  • Karim Onisiwo (Mainz)

Offen ist derzeit wegen der Reise- und Quarantänebestimmungen auch der Einsatz von China-Legionär Marko Arnautovic. Er hatte bereits im Vorjahr deshalb Lehrgänge auslassen müssen.

Ein Platztausch mit Schottland war ebenfalls kein realistisches Szenario. Diese Variante hätte eine Ausnahmegenehmigung für die Delegation aus Schottland zur Landung auf österreichischem Gebiet zur Voraussetzung gehabt. Derzeit gilt aber ein Landeverbot für Flüge aus Großbritannien. In diesem Szenario hätte die ÖFB-Elf außerdem im September innerhalb weniger Tage drei Auswärtsspiele in Moldawien, Israel und Schottland bestreiten müssen, was mit erheblichen Reisestrapazen verbunden gewesen wäre.

Der schottische Verband hat im Dialog mit dem ÖFB zwar Verständnis für die Situation geäußert, jedoch trotz der erläuterten Abstellprobleme auf Glasgow als Spielort bestanden.

"Wir mussten uns für eine von zwei nicht zufriedenstellenden Optionen entscheiden. Das haben wir nach Abwägung aller Parameter getan. Wir haben mit allen beteiligten Stellen einen engen und konstruktiven Dialog geführt, dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken", sagte ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold.

Teamchef Franco Foda sagte: "Es gab in dieser Situation keine zufriedenstellende Option. Wir haben unsere Entscheidung mit Blick auf die gesamte Qualifikationskampagne getroffen. Bei einem Tausch des Heimrechts hätten wir im September drei logistisch herausfordernde und strapaziöse Auswärtsspiele innerhalb eines Lehrgangs in Moldau, Israel und eben Schottland bestreiten müssen. Zudem hoffen wir im Herbst wieder auf einen echten Heimvorteil mit unseren Fans im Rücken. Für uns ist wichtig, dass die Entscheidung getroffen ist. Jetzt gilt es den Fokus auf die Dinge zu legen, die wir beeinflussen können."

Noch besteht laut ÖFB auch die Hoffnung, dass zumindest der eine oder andere Deutschland-Legionär doch noch per Ausnahmegenehmigung zum Spiel nach Schottland mitreisen kann. In einem Brief an alle deutschen Vereine wurde auf die strengen Präventions- und Hygienemaßnahmen im Rahmen des Lehrgangs hingewiesen und ersucht, bei den lokalen Gesundheitsbehörden Ausnahmegenehmigungen für die Legionäre zu erwirken.

Zittersieg gegen Notelf

Dass eine coronabedingt zusammengewürfelte Notelf nicht unbedingt die schlechteste Wahl sein muss, bekam das ÖFB-Team im vergangenen November selbst zu spüren. Norwegen reiste zum letzten Gruppenspiel in der Nations League mit einem (inklusive Betreuerstab) fast vollständig erneuerten Kader nach Wien und trotzte der Foda-Truppe ein 1:1 ab. Der Ausgleich für Österreich durch Adrian Grbic fiel an jenem 18. November erst in der 94. Minute.

Aufgerufen am 23.10.2021 um 08:58 auf https://www.sn.at/sport/fussball/nationalteam/schock-fuer-foda-oesterreich-muss-mit-notelf-in-schottland-spielen-101100244

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