Nationalteam

Umbruch im ÖFB-Team ist nicht nötig

Der Nachfolger von Franco Foda übernimmt ein funktionierendes ÖFB-Nationalteam und darf sich berechtigte Hoffnungen machen, mit Alaba und Co. erfolgreich arbeiten zu können.

Marcel Sabitzer (l.) ist schon ein Routinier im ÖFB-Team. Er soll in Zukunft mit Marco Grüll (r.) für Impulse im Offensivspiel sorgen.  SN/gepa
Marcel Sabitzer (l.) ist schon ein Routinier im ÖFB-Team. Er soll in Zukunft mit Marco Grüll (r.) für Impulse im Offensivspiel sorgen.

Mit einem 2:2 im Testspiel gegen Schottland verabschiedete sich Franco Foda am Dienstag als Teamchef der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. An seinen Nachfolger, der bis spätestens Ende April feststehen soll, hatte der 55-jährige Deutsche noch eine klare Botschaft: "Er darf sich auf eine intakte Mannschaft und ein tolles Betreuerteam freuen. Das Nationalteam hat eine erfolgreiche Zukunft vor sich." Obwohl auch er Österreich nicht zur ersten WM-Teilnahme nach 1998 führen konnte, glaubt Foda, dass Österreich gute Chancen hat, sich für die globale Endrunde 2026 zu qualifizieren.

Egal ob Peter Stöger, Andreas Herzog oder ein ausländischer Trainer in Zukunft an der Seitenlinie des ÖFB-Teams stehen wird, der neue Trainer übernimmt eine intakte und talentierte Mannschaft. Ein großer Umbruch wird nach dem Verpassen der WM in Katar ausbleiben können. Altersbedingt rückt nur bei Red-Bull-Kapitän Andreas Ulmer (36), Frankfurt-Kicker Stefan Ilsanker (32) und Bologna-Legionär Marko Arnautovic, der im April 33 Jahre alt wird, ein Ende der Nationalteam-Karriere näher. Offiziell hat das Trio aber noch nicht verkündet, ob es für die kommenden Aufgaben (Nations League und EM-Qualifikation) noch zur Verfügung steht.

Der restliche Kader ist im besten Fußball-Alter, die meisten Spieler werden wohl auch bei Fodas Nachfolger eine Rolle spielen. Martin Hinteregger und Aleksandar Dragovic harmonieren seit Jahren in der Innenverteidigung, es wäre eine Überraschung, wenn dieses Duo gesprengt werden würde. Auch wenn mit Philipp Lienhart und Stefan Posch dahinter zwei Spieler lauern, die in der deutschen Bundesliga starke Leistungen zeigen.

Auf den Außenverteidiger-Positionen sind Stefan Lainer und Kapitän David Alaba mit erst 29 Jahren im besten Fußball-Alter. Auch das Mittelfeld wird dem neuen Teamchef keine Sorgen bereiten. Mit Konrad Laimer und Xaver Schlager (beide 24) sowie Florian Grillitsch (26) verfügt Österreich über drei zentrale Kicker, die auf internationalem Niveau schon oft ihre Klasse unter Beweis gestellt haben. Dazu kommt noch das erst 20-jährige Red-Bull-Talent Nicolas Seiwald.

In der Offensive sind Marcel Sabitzer und Christoph Baumgartner nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken. Zudem drängen sich die Youngsters Marco Grüll, Patrick Wimmer und Romano Schmid mit starken Leistungen bei ihren Clubs auf.

Obwohl sich das Ende von Arnautovic im ÖFB-Dress abzeichnet, muss sich der neue Teamchef im Sturmzentrum keine Sorgen machen. Mit Stuttgart-Stürmer Sasa Kalajdzic verfügt Österreich über einen Stürmer, der sich in den kommenden Jahren auch auf internationalem Niveau zu einem Goalgetter entwickeln kann. Dahinter wollen sich Ercan Kara, Adrian Grbic, Michael Gregoritsch und Andreas Weimann in Stellung bringen und mit Toren interessant machen.

Kopfzerbrechen könnte nur die Tormannposition bereiten. Daniel Bachmann, Heinz Lindner, Patrick Pentz sind zwar unbestritten gute Goalies, ob sie dem ÖFB-Team in wichtigen Spielen Siege festhalten können, bleibt aber abzuwarten.

Fakt ist: Österreich verfügt über genügend Klasse, um sich in Zukunft regelmäßig für große Turniere zu qualifizieren. Zeit für Experimente wird der neue Trainer aber nicht haben. Er startet Anfang Juni mit den Nations-League-Highlights gegen Kroatien, Dänemark und Frankreich. In diesen Duellen wird es eine ÖFB-Elf brauchen, die an die Leistungsgrenze geht. Sonst wird gegen diese Topnationen nicht viel zu holen sein.

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