Tennis

Dominic Thiem triumphiert in Barcelona mit einer Machtdemonstration

Österreichs Tennisstar lässt auf den viel beachteten Sieg über Rafael Nadal in Barcelona einen Endspielerfolg über Daniil Medwedew folgen. Dank alter Stärke und neuer Spielideen.

Drei souveräne Pflichtsiege, eine Gala gegen Rafael Nadal und schließlich eine Machtdemonstration im Endspiel gegen den aufstrebenden Daniil Medwedew - in beeindruckender Art und Weise hat Dominic Thiem in Barcelona seinen 13. ATP-Titel gewonnen. Österreichs Tennisstar blieb nach dem 6:4, 6:4 über Nadal seiner Favoritenrolle gegen Medwedew gerecht und ließ dem 23-jährigen Russen nach anfänglichen Schwierigkeiten mit 6:4, 6:0 keine Chance.

In Abwesenheit von Neo-Trainer Nicolás Massú, der von Dominics Vater Wolfgang vertreten wurde, bekam der 25-Jährige von Beginn an zu spüren, warum er die Aufgabe im Endspiel als ebenso schwierig erwartete wie jene gegen Nadal im Halbfinale, das viele als "vorweggenommenes Finale" bezeichnet hatten. Medwedew startete fehlerfrei, defensiv überragend und kaltschnäuzig in der Offensive. So musste der Österreicher gleich sein erstes Aufschlagspiel abgeben. 0:3 nach 15 Minuten - das hatten sich die wenigsten erwartet.

Sensationelles Tennis nach Fehlstart

Dann behielt der Weltranglistenfünfte gegen seinen um neun Plätze dahinter klassierten Gegner in vielen spektakulären Ballwechseln immer öfter die Oberhand, auch dank unüblich vieler Slices und unerreichbarer Stoppbälle, gewann fünf Games in Folge und schließlich mit einem Vorhandwinner Satz eins 6:4. Danach ging es in dieser Tonart weiter. Medwedew, die Nummer fünf der Jahreswertung, konnte dem Druck von Thiem nur mehr selten standhalten. Der zweite Satz glich einer Machtdemonstration in 20 Minuten (!) und endete mit der "Höchststrafe" von 6:0. Dank starkem Service, weitgehend fehlerfreiem, gewohnt druckvollem und ungewohnt variantenreichem Spiel war er eine Klasse für sich.

"Ich habe alles versucht, aber Dominic war zu gut. Im zweiten Satz war jeder Punkt für mich ein Erfolg", sagte Medwedew in Richtung Thiem, der als zweiter Österreicher nach Thomas Muster (1995, 1996) in Barcelona triumphierte. "Diese Trophäe in Händen zu halten ist eine große Ehre, weil hier nur die Besten gewonnen haben. Rafa elf Mal und Thomas Muster natürlich, was es für mich noch spezieller macht", sagte Thiem, ehe er sich mit "gracias a todos" ("Danke an alle") vom Publikum verabschiedete. Nächste Woche schlägt Thiem in beim ATP-1000-Turnier in Madrid auf.

Auch Nadal verneigt sich

Was bleibt, außer 503.000 Euro Preisgeld und 500 ATP-Punkte, die ihn in der Jahreswertung auf Rang vier bringen? Die Gewissheit, nach dem überraschenden Achtelfinal-Aus in Monte Carlo wieder die Topform der vergangenen Sandplatzsaisonen zu haben. Vor allem den Sieg über Nadal bezeichnete er als großartig: "Er ist der mit Abstand beste Spieler aller Zeiten auf diesem Belag. Da musst du die ganze Zeit auf einem sehr, sehr hohen Level spielen, um zu gewinnen. Und das ist mir alles aufgegangen." Bis zum letzten Game, als er bei 0:40 drei Breakbälle abwehren musste, war Thiem bei eigenem Aufschlag souverän. Generell beherrschte der Österreicher den oft unantastbaren Nadal, sodass dieser keine Mittel fand. Dementsprechende Anerkennung gab es vom Sandplatzkönig. "Ich habe mich das erste Mal heuer auf Sand wieder richtig gut gefühlt, absolut konkurrenzfähig. Aber Dominic war großartig", sagte der 32-Jährige.

SPORT-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Sportmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 22.10.2020 um 09:24 auf https://www.sn.at/sport/tennis/dominic-thiem-triumphiert-in-barcelona-mit-einer-machtdemonstration-69469315

Kommentare

Schlagzeilen