Tennis

Dominic Thiem zuversichtlich: "Werde wieder meine Chance bekommen"

Bei den Tennis-Damen hat es schon bei den US Open 2019 mit Bianca Andreescu (CAN) den ersten Grand-Slam-Titel für eine im Jahr 2000 geborene Spielerin gegeben, bei den Herren warten "die Neunziger" noch auf ihre Premiere. Der 1993 geborene Dominic Thiem war am Sonntag in Melbourne nahe dran, als Erster der nun Unter-30-Jährigen auf Major-Ebene zu triumphieren, doch es gewann wieder Novak Djokovic.

Dominic Thiem hat das Finale in Melbourne zwar verloren, aber Servus TV darf sich über Rekordquoten freuen SN/apa (afp)
Dominic Thiem hat das Finale in Melbourne zwar verloren, aber Servus TV darf sich über Rekordquoten freuen

Thiems Sehnsucht wurde bei den Australian Open zum dritten Mal bei einem Major mit sechs Siegen genährt, erneut blieb er aber an der letzten "Big Three"-Hürde hängen. Hatte er in Paris 2019 im Halbfinale Djokovic besiegt und im Finale gegen Rafael Nadal verloren, gewann er diesmal gegen den Spanier im Viertelfinale und unterlag dem "Djoker" im Endspiel. Was Thiem schon öfter betont hatte, bewahrheitete sich wieder. Man müsse für einen großen Titel zwei der "Big Three" besiegen.

Der Niederösterreicher sah diese schwierige Aufgabe zwiespältig. "Natürlich war es in einer anderen Ära leichter, große Titel zu gewinnen - zu 100 Prozent", meinte Thiem in der Pressekonferenz nach dem Finale. "Aber ich bin froh, gegen diese Kerle (Djokovic, Rafael Nadal/ESP, Roger Federer/SUI) am höchsten Level spielen zu können." Und der 26-Jährige wünscht sich auch, dass das Top-Trio der Tour noch eine Zeit erhalten bleibt, obwohl es für ihn anders wohl leichter würde.

Thiem: "Ich hoffe, dass ich meinen ersten Grand Slam gewinne, wenn sie immer noch da sind. Denn das wiegt dann mehr." Freilich sei es eine in der Sportgeschichte einzigartige Konstellation, dass die drei erfolgreichsten Aktiven eines Sports in der selben Ära aktiv sind. "Das macht es für andere Spieler sehr, sehr schwierig, es zu schaffen." Thiem war aber nun dreimal vor dem letzten Schritt. Das und die Leistungen in Melbourne stimmen ihn zuversichtlich, dass es bald klappen könnte.

"Wenn man sich die Entwicklung anschaut: das erste Grand-Slam-Finale völlig chancenlos in drei Sätzen verloren, dann letztes Jahr auch zwei gute Sätze gespielt und dann eigentlich ziemlich abgefallen und jetzt in Australien habe ich ein sehr, sehr gutes Level durchgespielt." Jetzt gelte es, dieses Level weiter abzurufen. "Dann, denke ich, werde ich wieder meine Chance bekommen. Das heißt, ich fühle mich näher dran am ganz großen Titel als letztes Jahr oder vor zwei Jahren in Paris."

Im Fall des Sieges über Djokovic wäre er der erst zweite Spieler bei einem Grand Slam mit Siegen über den Serben und Nadal gewesen. Davor hatte das nur Stan Wawrinka in Melbourne 2014 geschafft. Thiem habe jedenfalls alles gegeben, um dem Schweizer nachzufolgen. "In den letzten zwei Sätzen habe ich definitiv alles gegeben, was ich habe. Natürlich gab es kleine Fehler, aber die passieren. Am Ende war es ein super-enges Fünfsatz-Match. Ich habe nicht wirklich etwas zu bereuen."

Sein Ex-Coach und -Manager Günter Bresnik ist überzeugt davon, dass Thiems erster Grand-Slam-Titel bald kommen wird. "Für mich ist er nicht aufzuhalten, das Rad der Zeit wird sich weiterdrehen", sagte Bresnik der Tageszeitung "Die Presse". "Er wird von Turnier zu Turnier und von Jahr zu Jahr besser, während die anderen an der Spitze nicht jünger oder schneller werden." An Thiem glaubt auch Doppelspezialist Oliver Marach: "Wenn er so weitermacht, wird er sicher die Nummer eins."

Quelle: APA

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