Wintersport

Diese Doping-Fälle und Razzien machten Schlagzeilen

Die Langläufer und Biathleten werden immer wieder im gleichen Atemzug genannt. Zuletzt sorgte der bei Olympia in Sotschi 2014 positiv auf EPO gesetzte Langläufer Johannes Dürr für Aufregung. Seine Aussagen dürften auch der Grund für die aktuelle Dopingrazzia in Seefeld gewesen sein.

Wieder einmal Doping-Aufregung bei der Nordischen WM.  SN/APA (Gindl)/BARBARA GINDL
Wieder einmal Doping-Aufregung bei der Nordischen WM.

Johannes Dürr "plauderte" über Doping-Praktiken

Langläufer Johannes Dürr hatte im Jänner umfassend über die Doping-Praktiken im Leistungssport ausgepackt, hatte sich dann aber nicht für die WM qualifiziert. Bei Olympia 2006 in Turin hatte die italienische Polizei eine Razzia bei Österreichs Langläufern und Biathleten durchgeführt.

Razzia bei der Biathlon-WM in Hochfilzen 2017

Das österreichische Bundeskriminalamt hatte schon vor gut zwei Jahren bei der Biathlon-WM in Hochfilzen in den Teamunterkünften der kasachischen Nationalmannschaft eine Razzia durchgeführt. Bei der nächtlichen Durchsuchung wurden damals zahlreiche medizinische Produkte und Medikamente sichergestellt. Grund war, dass im Januar 2017 eine Privatperson beobachtet hatte, wie die Insassen von mehreren Kleinbussen an einer Tankstelle in Osttirol einen größeren Karton entsorgten.

Therese Johaug war wegen Dopings gesperrt

Therese Johaug, Martin Johnsrud Sundby und Justyna Kowalczyk waren wegen Dopings gesperrt. Die Russen Sergej Ustjugow, Maxim Wylegschanin und Jewgeni Below wurden ohne Nachweis mit der Einnahme unerlaubter Mittel in Verbindung gebracht. Alle starten gegenwärtig bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld in Österreich. 18 Monate fehlte Johaug, mittlerweile ist sie dominanter und stärker denn je.

Russischer Staatsdoping-Skandal bei Olympia in Sotschi 2014

Jelena Wälbe, die Chefin der russischen Skilangläufer, hat vor dem Beginn der Nordischen Ski-WM in Seefeld Verwicklungen ihrer Athleten in den Dopingskandal bei den Winterspielen 2014 erneut vehement zurückgewiesen. "Russische Athleten dopen nie, schließen sie dieses Buch und stellen sie es ins Regal", sagte die dreifache Olympiasiegerin.

Wegen des russischen Staatsdopingskandals in Sotschi, waren Langläufer gesperrt worden, obwohl keine positiven Tests vorlagen. "Ich habe mich gefühlt wie im Krieg. Ich stand an vorderster Linie", sagte die 50-jährige Wälbe. Wenn man nur ein bisschen Respekt vor den Athleten habe, sollte das Thema Doping abgeschlossen werden, forderte die Verbands-Chefin. "Konzentrieren wir uns auf die WM, hier sitzen junge Athleten mit guten Resultaten."

Sergej Ustjugow, der in Lahti 2017 fünf WM-Medaillen geholt hatte, darunter zweimal Gold, war vom IOC wie weitere Landsleute nicht zu den Winterspielen 2018 in Südkorea eingeladen worden. "Für mich ist der Grund dafür bis heute ein Geheimnis, ich habe keine Informationen bekommen", sagte der 26-Jährige.

Doping-Razzia bei den Winterspielen 2006 in Turin

Als Folge der Dopingrazzia bei den Winterspielen 2006 in Turin wurden auch etliche von Walter Mayers ehemaligen ÖSV-Schützlingen gesperrt, nämlich die Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann sowie die Langläufer Martin Tauber, Johannes Eder, Jürgen Pinter und Roland Diethart gesperrt.

Olympiasieger Hoffmann wurde im Zuge der von Mayers Turin-Besuch ausgelösten Behördenermittlungen um ein Dopingnetzwerk in Österreich gesperrt. Nach einem erfolgreichen Einspruch erwirkte er 2012 eine Reduzierung seiner Strafe von sechs auf zwei Jahre. Der in Ramsau lebende Hoffmann ist seit dem Ablauf der Zwangspause auf internationalem Niveau im Skibergsteigen erfolgreich und derzeit auch Mitglied im ÖSV-Nationalteam.

Der gebürtige Russe Botwinow erhielt in einem Strafverfahren wegen Falschaussage eine bedingte Haftstrafe von vier Monaten. Der mittlerweile als Geschäftsmann tätige 51-Jährige hatte vor 2009 vor Gericht behauptet, nie Kunde einer von etlichen Topsportlern zu Dopingzwecken besuchten Blutplasmapherese-Einrichtung in Wien gewesen zu sein.

Gandler und Stadlober ließen sich hingegen nie etwas zuschulden kommen, sie hatten ihre Karrieren nach der Heim-WM in Ramsau beendet. Gandler hatte als hoher ÖSV-Funktionär mit der weitreichenden Turin-Causa sowie sogenannten "Einzelfällen" von Johannes Dürr (2014) und Harald Wurm (2016) aber mehrere aufsehenerregende Dopingskandale zu überstehen. Der 52-Jährige ist im ÖSV nach wie vor Sportlicher Leiter für Langlauf und Biathlon. Vor seiner Funktionärstätigkeit arbeitete er mit Stadlober als Eventveranstalter zusammen.

Der promovierte Jurist Stadlober ist heute unter anderem als OK-Chef des Kombinierer-Weltcups in Ramsau tätig. Der 56-Jährige fungiert auch als Trainer seiner Kinder Teresa und Luis, die beide bei der WM Seefeld im Langlauf antreten.

Doping-Skandal nach Heim-WM 1999 in Ramsau

Der Staffelsieg von Alois Stadlober, Markus Gandler, Michail Botwinow und Christian Hoffmann bei der Heim-WM 1999 in Ramsau (26. Februar) gilt nach wie vor als eine der größten österreichischen Wintersport-Sensationen. Der Glanz zweier Protagonisten und vor allem von Trainer Walter Mayer, dem lange gefeierten Vater des sogenannten "Langlaufwunders", sollte Jahre später aber verblassen.

Denn der langjährige Betreuer und spätere ÖSV-Sportdirektor Mayer sowie Hoffmann und Botwinow wurden in sport- und/oder strafrechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit Doping überführt. Der heute als Bundesheer-Angehöriger pensionierte Mayer erhielt als Drahtzieher von Manipulationsmethoden in seinem Team bei den Olympischen Spielen 2006 sowie Vergehen danach im Jahr 2013 nicht nur eine lebenslange Sperre im Sport, sondern fasste schließlich sogar eine Haftstrafe (15 Monate) auf Bewährung aus.

Quelle: SN

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