Anton Wintersteiger

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Dipl. Ing. Anton Wintersteiger (* 30. April 1900 in Salzburg; † 8. August 1990 ebenda) war Mitglied des deutschen Reichstags und erster – bis 1938 illegaler – Gauleiter von Salzburg.

Leben

Anton Wintersteiger schlug eine Ingenieurslaufbahn ein: Nach der Volksschule besuchte er 1911 bis 1918 die k.k. Staatsrealschule in Salzburg, an der er 1918 maturierte. Anschließend leistete er Kriegsdienst. 1919 bis 1925 absolvierte er ein Studium an der Technischen Hochschule in Wien mit Graduierung (1925) zum Diplom-Ingenieur. 1926 bis 1928 Bauführer beim Amt der Kärntner Landesregierung, 1928 bis 1934 Bediensteter des Bauamtes der Gemeinde Bad Gastein.

Schon während des Studiums engagierte er sich für den Nationalsozialismus und trat 1923 der SA bei. 1930 wurde er Mitglied der NSDAP, ab 1931 Ortsgruppenleiter der NSDAP von Bad Gastein und für diese 1931 bis 1933 Mitglied des Gemeinderates von Bad Gastein.

Nach dem Juliputsch im Jahr 1934 kam er als Nationalsozialist für mehrere Monate in das Anhaltelager Wöllersdorf und wurde er aus dem Gemeindedienst entlassen.

Nach seiner Enthaftung ging Wintersteiger in das Deutsche Reich. Von dort aus wirkte er ab 1934 als stellvertretender Gauleiter und 1936 bis 1938 Gauleiter der Salzburger NSDAP. Im Zivilberuf war er 1935 Bauleiter in Treptow, 1936 bis 1938 Bauleiter beim Autobahnbau in Traunstein.

Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung am 12. März 1938 wurde er für kurze Zeit Landeshauptmann von Salzburg, musste aber schon am 22. Mai 1938 als Landeshauptmann und Gauleiter hinter Friedrich Rainer zurücktreten und wurde dessen Stellvertreter sowie Mitglied des deutschen Reichstages.

1938 bis 1945 war er auch Leiter der Bauabteilung der Behörde des Reichsstatthalters in Salzburg, unterbrochen 1942/43 durch Kriegsdienst.

Als führender Nationalsozialist war er von 1945 bis 1947 im Lager Glasenbach interniert. Am 1. April 1948 wurde er von einem Volksgerichtshof wegen Hochverrats – seines Beitrages zur nationalsozialistischen Machtübernahme im Jahr 1938 – zu zweieinhalb Jahren Kerker unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. Im Prozess bescheinigten ihm mehrere Zeugen, darunter Landeshauptmann Josef Rehrl (ÖVP), menschlich korrektes Verhalten. Von der Anklage, ein Kriegsverbrecher zu sein, wurde Wintersteiger freigesprochen. Die Strafe war durch die Untersuchungshaft verbüßt. 1950 wurde er amnestiert.

Von 1948 bis zu seiner Pensionierung (1968) arbeitete er bei dem Vorläufer der Salzburg AG, der SAFE, wo er 1955 Leiter der Bauabteilung und 1965 Prokurist wurde.

1966 erhielt er das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Seine Grabstelle befindet sich am Salzburger Kommunalfriedhof.

Literatur

  • Höffkes, Karl: Hitlers politische Generale. Die Gauleiter des Dritten Reiches, Tübingen 1986 (=Veröffentlichungen des Instituts für Deutsche Nachkriegsgeschichte 13);
  • Lilla, Joachim: Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945, Düsseldorf 2004;
  • Krisch, Laurenz: Zersprengt die Dollfußketten. Die Entwicklung des Nationalsozialismus in Bad Gastein bis 1938, Salzburg 2003 (= Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Band 19);
  • Hanisch, Ernst: Gau der guten Nerven. Die nationalsozialistische Herrschaft in Salzburg 1938-1945, Salzburg-München 1997.

Quellen

  • Voithofer, Richard: „Drum schließt Euch frisch an Deutschland an ...“ Die Geschichte der Großdeutschen Volkspartei in Salzburg 1920-1936. Wien 2000. Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Band 9. ISBN 978-3-205-99222-6. S. 256 f.
  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Anton Wintersteiger"


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