Auf den Leib geschrieben

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die Künstlerin Gertraud Leidinger
sind es Gräser oder menschliche Haare?
Vernissage der Ausstellung von Gertraud Leidinger "Auf den Leib geschrieben" (v. r.): Dr. Emmerich Riesner, Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee, Ingrid Weydemann MAS, Museumsleitung, Gertraud Leidinger, Künstlerin, Landtagsabgeordneter Hofrat Dr. Josef Schöchl und Dennis de Kort, Artbook Verlag Salzburg
über der Hauptstraße aufgehängt, 1:02 min. Video

"Auf den Leib geschrieben" war 2014 eine Ausstellung der Künstlerin Gertraud Leidinger im Museum in der Fronfeste in der Flachgauer Stadt Neumarkt am Wallersee. Sie fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe Applaus für die Frauen statt, die im Museum in der Fronfeste alljährlich anlässlich des internationalen Frauentags stattfindet.

Einleitung

Gerti Leidinger: "Stellen Sie sich vor einen Spiegel! Nackt! Und lange genug! Bis aus der Tiefe Ihrer sonst nicht nur sauberen, sondern reinen Poren die Farbpigmente dringen, welche die verletzliche Grenze zu Ihrer Außenwelt Ihr bisheriges Leben lang unbemerkt absorbiert haben. Zusätzliche Druckerschwärze polarisiert. Es erscheinen Bilder und Worte, Male, Narben und andere (De-)Formationen. Nein? Dann schließen Sie die Augen und lauschen Sie den Liedern, die man Ihnen auf den Rücken komponiert hat .. ."

Vernissage

Ein Bericht des Neumarkter Stadtschreibers.

„Auf den Leib geschrieben“: Körperlandschaften und „die Erde ist ein riesengroßes Tier“

Damenunterwäsche, Wortfetzen – quer über der Hauptstraße der Flachgauer Stadt Neumarkt am Wallersee hängen sie an einer Leine. Der Faschingsumzug war doch schon vor ein paar Tagen? Nein, es sind keine vergessenen Faschingsrelikte, sondern Hinweise auf eine Ausstellung einer gebürtigen Neumarkter Künstlerin. Anlässlich des Weltfrauentags gab es die Vernissage zu „Auf den Leib geschrieben“.

Museum in der Fronfeste: Hexenwahn und Kunstausstellung

Am Samstag, den 8. März 2014, fand die Vernissage zur Ausstellung von Gertraud Leidinger statt. Während an besagter Schnur BH, Höschen und Worte im Wind flatterten, füllte sich der Ausstellungsraum im Museum in der Fronfeste. Die in Neumarkt geborene und in Hallwang lebende und arbeitende Künstlerin präsentierte Körperteile aus ungewohnten Perspektiven als Schwarzweißbilder. Ein interessantes Kontrastprogramm zur parallel gezeigten Ausstellung „Zwischen Opferkult und Hexenprozess" im ehemaligen Gefangenenhaus Fronfeste.

Bilder kommen über die Sprache

Wer entdeckt das Kunstwerk der Wirbelsäule als Erster? Sind es Grashalme oder Haare des menschlichen Körpers? Die Besucher standen rätselnd vor den Bildern. Gertraud Leidinger erzählte währenddessen von ihrer Auseinandersetzung der Erde als Tier. Sie war als Kind davon überzeugt gewesen, dass die Erde ein riesengroßes Tier sei, das gepflegt und gehegt werden müsse. Andernfalls könne es böse oder störrisch werden. Gertraud Leidinger hat aber nie diesen Kontakt mit der Erde verloren und noch heute streichelt sie in unbeobachteten Momenten gerne das Gras.

Das einzige, was störte, war die Kunst

Andächtig den Begrüßungsworten des Bürgermeisters Dr. Emmerich Riesner und den einführenden Worten von Museumsleiterin Ingrid Weydemann MAS sowie den Erläuterungen der Künstlerin lauschend, wurde ein Teil der Andächtigen in ihrer Andacht etwas irritiert: von einem weiteren Kunstwerk im Raum, einem Video, erklang Vogelgezwitscher. So konnte sich also ein Teil der Vernissage-Besucher gleich mit zwei Kunstrichtungen gleichzeitig auseinandersetzen: hinten Vogelgezwitscher, vorne Textlesung der Künstlerin aus „berührseligkeiten“: „wege entstehen im gehen“ sang der seltene vogel, echolos… ob da nicht doch ein Echo zu hören gewesen war? Aus dem Video?

Quelle