Gruß vom Krampus

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November 2018: Gruß vom Krampus, Ausstellung im Museum Fronfeste in Neumarkt am Wallersee: Das Logo stammt vom Neumarkter Künstler Johann Weyringer, Detail aus Engel und Teufel.
Dezember 2017: Pressekonferenz im Museum Fronfeste in Neumarkt am Wallersee: von links: Bürgermeister Dipl.-Ing. Adolf Rieger, Mag.a Gabriele Neudecker, Drehbuchautorin und Regisseurin, Waltraud Jetz-Deser, Museumsleiterin Burg Tittmoning, Ingrid Weydemann MAS, Museumsleiterin Museum Fronfeste und Claudia Haberl, BA, Verein Lokale Aktionsgruppe Salzburger Seenland
Bild von den Dreharbeiten zum Film

"Gruß vom Krampus" ist der Titel eines Projektes, das einen Salzburger Kinofilm und Ausstellungen im Jahr 2018, dem Europäischen Jahr des Kulturerbes in Neumarkt am Wallersee und im bayerischen Tittmoning im Rupertiwinkel umfasst.

Einleitung

Mit dieser Initiative Europäischen Jahr des Kulturerbes soll das Bewusstsein für den Reichtum des europäischen Kulturerbes gestärkt werden.

Zentrale Inhalte des Europäischen Jahres werden sämtliche Formen und Aspekte des Kulturerbes sein – materiell, immateriell und digital – einschließlich Denkmäler, Stätten, Landschaften, Fertigkeiten, Brauchtum, Formen menschlicher Kreativität, das Filmerbe sowie Sammlungen, die in Museen, Bibliotheken und Archiven erhalten und gepflegt werden.

Das Museum Fronfeste in der Salzburger Flachgauer Stadt Neumarkt am Wallersee wird hier als Bildungsplattform den Diskurs anregen und mit partizipativen Projekten Bewusstsein für diese immens wichtige Thematik schaffen. Das Jahresprogramm des Museums nimmt Bezug zu den Ausstellungsthemen mit neuen Bereichen in der Präsentation, Rahmenveranstaltungen, Kooperationen und Einbindung der Bevölkerung.

Finanziert wurde das Projekt in Neumarkt von Geldern aus dem Leader-Programm sowie des Bundeskanzleramts. Dadurch musste die Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee als Betreiber des Museums Fronfeste keine Gelder bereitstellen. In Tittmoning wird das Projekt durch deutsche Förderung zu 80 Prozent finanziert.

Über beide Projekte

Persönliche Herausforderung, Spaß, Spiel, Event – Jahrhunderte alte Bräuche sind für die junge Generation zu moderner Kultur geworden. Als Kunstschaffende und Kulturvermittler möchten die Organisatoren das Kulturangebot im Salzburger Seenland mit einer Kooperation stärken: Das Projekt „Percht“ stellt die regionalen Perchten- und Krampusbräuche in einer Kino-Dokumentation und einer umfangreichen Ausstellung im Museum Fronfeste vor.

Grenzüberschreitend wird auf der Burg Tittmoning die „Habergoaß in der Bayerischen Rauhnacht“ aus Sicht der Volkskunde und Erforschung der „Dämonen und Elementargeister“ (Haberfeldtreiben, Herkunft des Wortstammes aus Österreich „Haberer“, Geldeinsammeln und vieles mehr) gezeigt.

Damit soll das Bewusstsein der Bevölkerung für die Einzigartigkeit dieser Tradition gefestigt, der Bekanntheitsgrad außerhalb der Region gesteigert und der Fremdenverkehr in diese Richtung belebt werden.

Der Film

Für die Kinodokumentation konnten die Organisatoren eine der wenigen Salzburger Filmproduzentinnen gewinnen - Gabriele Neudecker. Sie wird sowohl für die Regie, als auch für die Produktion verantwortlich zeichnen. Neudeckers Unternehmen „Pimp the Pony Productions“ ging aus der Ausschreibung des Museums Fronfeste als bester Anbieter hervor. Dies freute die Organisatoren besonders, da Neudeckers letztes Kinoprojekt Salzburgs international erfolgreichster Film 2012 und 2013 und Salzburgs einziger Kinofilm in den österreichischen Kinocharts 2015 und bis dato 2016 ist.

Der Film „Gruß vom Krampus“ zeigt begeisterte Jugendliche im Salzburger Seenland und angrenzenden Bayern, die Riten aus alten Überlieferungen mit individueller Fantasie adaptieren – so entlädt sich bei den Krampusumzügen und Perchtenläufen wildes Treiben, auf das sich die Passen monatelang akribisch vorbereiten und das zum Magnet sowohl für Touristen, als auch Einheimische in der „dunklen Jahreszeit“ avanciert ist.

Der Film über diesen Lärmbrauch, in Tittmoning das Wintervertreiben, beleuchtet Aspekte im Flachgau, insbesondere im Salzburger Seenland (z. B. Raunachtlaufen am Haunsberg), aber auch im Rupertiwinkel.

Neudecker geht dabei unter anderen der Frage nach, weshalb dieser Brauch immer mehr junge Leute begeistert, die viel Geld und Zeit in ihre Masken stecken. Bei ihren Recherchen stellte sie fest, dass Übergriffe mehr vom Publikum als von den Krampussen ausgehen. Sie vermutet, dass es diese Personen nach dem Motto "da fahr'n ma hin, da können wir schlägern" handeln. Auch zeigt der Film den Brauch unter dem Gender-Aspekt. "Ja leider dürfen's bei uns in Bayern mitlaufen", die Frauen, seufzte bei der Pressekonferenz Waltraud Jetz-Deser, Leiterin des Museums in der Burg Tittmoning.

Auszeichnungen

Beim 51. Annual WorldFest-Houston (20. bis 29. April 2018) erhielt Gabriele Neudecker einen "Silver Remi-Award" für die beste Filmdokumentation und einen Preis für "Best Make-up & Special Make-up Effects Design". In Indien wurde "Gruß vom Krampus" mit einer "Honorable Jury Mention" beim Dada Saheb Phalke FF ausgezeichnet.[1]

Die Ausstellungen

Das Logo für die Winterausstellungen stammte vom Neumarkter Künstler Johann Weyringer und zeigt ein Detail aus seiner Arbeit "Engel und Teufel".

In Neumarkt am Wallersee

Die Eröffnung der Sommer-Ausstellung „Die Dualität von Gut und Böse. Krampus - Einzigartiges Brauchtum oder modernes Spektakel im Jahreskreislauf?“ im Museum Fronfeste fand am 18. Mai 2018 um 19 Uhr statt.

Die eigentliche Ausstellung Gruß vom Krampus ist vom 16. November 2018 bis 2. Februar 2019 zu sehen.

Die Dualität von Gut und Böse. Krampus

Parallel zum Film wird eine Ausstellung „Percht. Die Holzmasken der lärmend-schreckenden Schiachen“ gezeigt. Neben den Standfotos des Filmes zeigt das Museum Fronfeste „das Häßliche“ mit Masken neben Kopfaufsätzen der ernst-feierlichen Schönen. Die Wurzeln, mythische Vorstellungen aus vorchristlicher Zeit, konfessionelle Bräuche und nicht zuletzt geistliche Schauspiele des Mittelalters, die Malerregisseure mit ihren nichtweltlichen Bürgerspielen, die im 16. Jahrhundert immer profaner wurden, entwickelten vor allem die Teufelsmaske zum unentbehrlichen Requisit dämonischer Verwandlung.

Diese wilde Jagd mit Nikolaus, Krampussen, Perchten und anderen winterlichen Gesellschaften wird mit original historischen Masken und Objekten im Museum Fronfeste gezeigt und erfahrbar gemacht. Der aktuellen Wandlung des Brauches mit der Vielfalt an Vereinen im Salzburger Seenland wird ein großer Raum gewidmet und die Akteure mit der Brauchpflege und der Kunst des Masken-Schnitzhandwerks werden aktiv eingebunden.

Krampus. Percht und Nikolaus

Was steckt hinter diesen Gestalten und wo liegen ihre Wurzeln. Diesen Fragen geht die Winterausstellung nach.

Daten zur Ausstellung
Film: Gabriele Neudecker, Pimp the Pony Production
Ausstellung: Waltraud Jetz-Deser, Burg Tittmoning, Bayern
LAG-Management Leaderregion Salzburger Seenland: Claudia Haberl und Carina Stranzinger
Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee mit den Mitarbeitern des Bauhofs

In der Burg Tittmoning

Grenzüberschreitend wurde im Sommer 2018 auf der Burg Tittmoning in Bayern die „Habergoaß in der Bayerischen Rauhnacht“ gezeigt. Dieses Brauchtum der Verkörperung der Korndämonen aus „heidnischer Erinnerung“ zur Erntezeit bis hin als Begleiter vom Nikolaus wird in der Ausstellung in den unterschiedlichsten Gestalten in den Gewölben des Landwirtschaftssaals und dem Gerbereimuseum zur Schau gestellt.

Die Habergoaß, die schon unheimlich ausschaut, treibt ihren Schabernack. Ein geschnitzter Holzkopf, oder ein Pferdeschädel, fellüberzogen und Ziegenhörner drauf, und dahinter unter einer Pferdedecke oder Rupfensack, ein oder zwei Burschen. Am anderen Ende von diesem Monstrum baumelt eine Rute oder ein Besen. Der Fantasie scheinen keine Grenzen gesetzt, was die Gräuslichkeiten anlangte.“ Die ethnologischen Verbindungen von der „Perscht“ in Bayern und der „Percht(a)“ in Österreich wird in den Mittelpunkt gestellt und modern präsentiert. Weitere Traditionen und Winterbräuche werden erforscht und gezeigt (z. B. „Buttnmandln“, Berchtesgaden).

Waltraud Jetz-Deser wird in dieser Ausstellung der Frage nachgehen, wo sich die Wurzeln dieses Winterbrauches finden. Ausgehend von der Habergoaß (mit einem Igel an der Schnauze) werden die "Schrecken" der Leute dargestellt. Warum gibt es das Böse auf Welt? Wetterkreuze, Ausräuchern zu Dreikönig - neben der Wissenschaft gibt es offensichtlich da noch etwas anderes. Themen, die diese Ausstellung in Tittmoning aufgreifen wird.

Übrigens, der Brauch des Krampus ist weder keltischem noch germanischem Ursprungs. Säumer aus Venedig und aus Bayern (Fasnachtbräuche) brachten den Krampus in die österreichischen Alpen.

Unter dem Motto "Sog, zu dein Kramperl glei, bin no so kloa, er derf mi fei ja net an Sack' eine doa!" steht die Winterausstellung in der Burg Tittmoning, die vom 30. November 2018 bis 2. Februar 2019 zu sehen ist.

Projektträger

Museum Fronfeste
Dr. Ulrich Sinnißbichler, Obmann Museumsverein Fronfeste
Ingrid Weydemann MAS, Museumsleiterin
Hauptstraße 27
5202 Neumarkt am Wallersee
Telefon: (06 60) 7 38 98 34
E-Mail: museum@neumarkt.at

Beteiligte Partner

Museum Rupertiwinkel
Burg Tittmoning
Dipl. Relpäd. (FH) Waltraud Jetz-Deser
84529 Tittmoning
Pimp the Pony Productions
Mag.a[2] Gabriele Neudecker
Tödtleinsdorf 46
5203 Köstendorf

Ausstellung Museum Fronfeste

16. November 2018 bis 2. Februar 2019: Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Ausstellung Burg Tittmoning

30. November 2018 bis 2. Februar 2019: jeweils Sonntag von 14 bis 17 Uhr
2. und 8. Dezember 2018: 15 bis 21 Uhr
9. Dezember 2018: 13 bis 19 Uhr

Quellen

  • Presseaussendung sowie Pressekonferenz Museum Fronfeste am 5. Dezember 2017 und Ausstellungseröffnung 16. November 2018

Bilderweblinks

Weblink

Einzelnachweis

  1. Quelle Facebook-Seite "Paul Pony", der Produktionsfirma des Filmes
  2. Bis 2006 war "Magister" (männlich) bzw. (seit 1993) "Magistra" (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. "Mag." ist die gesetzliche (§55 Universitätsgesetz 2002) Abkürzung sowohl für "Magister" als auch für "Magistra", wohingegen aber auch (aus gleichstellungspolitischen Motiven) die Abkürzung "Mag.a" für "Magistra" propagiert und verwendet wird.