Erlebnis Salzburger Land Lungau

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Erlebnis Salzburger Land Lungau

Buchtipp Erlebnis Salzburger Land Lungau.

Autor: Siegfried Hetz
Verlag: Verlag Anton Pustet
Erscheinungsjahr: 2011
ISBN 978-3-7025-0655-1

Rezension 1

Erlebnis Lungau – 45 traumhafte Touren „entan Tauern“

Nun ist der dritte Band aus der Reihe „Erlebnis Salzburger Land“ von Siegfried Hetz im Verlag Anton Pustet erschienen. Darin hat sich der rührige Reisejournalist und Kulturpublizist eingehend den Lungau zur Brust genommen, ihn erforscht und hinter die Kulissen geblickt, um den Eigenheiten dieser außergewöhnlichen Gegend im Süden des Salzburger Landes auf die Spur zu kommen.

Herausgekommen ist ein sowohl lehrreiches und interessantes als auch kurzweiliges Porträt der Landschaft „entan Tauern“, wie die Lungauer selbst ihr Hochtal liebevoll nennen.

Der Autor versteht es – wie bereits in den Bänden über den Flachgau und Pinzgau –, auf überaus amüsante und unterhaltsame Weise den Lungau in all seinen Facetten dem interessierten Leser vorzustellen.

Er nimmt uns auf 45 Touren durch die Vielfältigkeit und Eigenwilligkeit des Lungau mit, die jede für sich ihren ganz eigenen Reiz hat. Sämtliche Tourenbeschreibungen sind mit einer kurzen Einleitung versehen, die Wissenswertes und ab und an auch Skurriles zu Land und Leute erzählt. Sehr erfreulich sind dabei neben den zahlreichen Tipps für ruhige Wanderungen, anspruchsvolle Bergtouren und Fahrradausflüge an zahlreichen Flüssen und Bächen entlang auch die Hinweise, sich der öffentlichen Verkehrsmittel zu bedienen.

Sorgfältig und in bewährter Manier recherchiert, bilden die Tourenvorschläge und ihre Beschreibungen ein illustres Panoptikum des südlichen Salzburger Bezirks, das Lust auf mehr macht. Besonders interessant sind die mitunter sehr detaillierten Erklärungen zu geschichtlichen, geologischen oder kulturellen Themen, die locker zwischen die Ausflugsvorschläge eingestreut werden. So erfährt der neugierige Leser, was ein „Kar“ im eigentlichen Sinne ist, wo man das einzige Kavernenkraftwerk in Salzburg findet oder was genau hinter dem legendären „Lungauer Samson“ steckt.

Siegried Hetz legt großen Wert darauf, den Unterschied des Lungaus zu den anderen Salzburger Gauen herauszustellen. Der Autor beschreibt eindringlich, wie die Jahrhunderte währende Abgeschiedenheit der Region dazu geführt hat, dass sich zwischen Tauern und Katschberg ein ganz eigener Menschenschlag entwickelt hat. Viele Bräuche und Sitten, die Hetz in seinem Buch anschaulich schildert, findet man nur im Lungau. So ist dieser Band auch als ein kleiner aber feiner Kulturführer für den kleinsten Gau im Salzburger Land zu verstehen.


Jeder, der bereits die Erlebnisbücher Erlebnis Salzburger Land Pinzgau und Erlebnis Salzburger Land Flachgau sein Eigen nennt, wird auch am Lungau wieder seine wahre Freude haben.

Man darf schon auf die beiden letzten Bände aus der Anton Pustet-Reihe „Erlebnis Salzburger Land“ gespannt sein, die sich mit den Geheimnissen sowie kulturellen und landschaftlichen Schönheiten des Pongaus und des Tennengaus beschäftigen werden.

Rezension 2

Etwas fehlerhaft und oberflächlich, aber als Ideenquelle für Ausflugsgestaltung verwendbar

Band 1 und 2 haben jeder so um die 180 – 200 Seiten mit 45 bzw. 55 Vorschläge, so soll natürlich auch Band 3 über den Lungau auch annähernd so dick und reich an Vorschlägen sein. Das hat aus meiner Sicht aber auch mit sich gebracht, dass Hetz auch Vorschläge bietet, die jetzt nicht ganz so „ausgesuchte Wanderungen“ (Wortlaut am Buchrücken) sind. Beispiele wären der Richtstättenweg Passeggen mit einer Weglänge von vier Kilometern eher ein Spaziergang, die Wanderung auf den Gstoder, einen Grenzberg zwischen Mur und Seetaler Bach oder die Wanderung rund um Tamsweg – eben ganz normale Wanderungen. Der Vorschlag über den Hirschwandsteig dürfte Hetz von der Pongauer Ausgabe in den Lungauer gerutscht sein. Johannesfall, Hintergnadenalm, Südwiener Hütte und Felser Alm befinden sich eindeutig im Pongau.

Hetz baut in seine meist zweiseitigen Beschreibungen (inkl. Bild und Übersichtsdaten) immer wieder geschichtliche und landschaftliche Hinweise ein. Manchmal wäre eine kurze Erklärung von Begriffen hilfreich, wie beispielsweise beim Weg zur Zinkwand, wo er von einem Montanlehrpfad spricht. Im selben Beitrag irrt übrigens Hetz mit der Aussage, dass die Keinprechthütte|Keinprechthütte]] auf Pongauer Seite läge – sie liegt auf steirischem Gebiet, gut sieben Kilometer von der Pongauer Grenze entfernt.

Bei seinen Kurzdaten am Beginn jeder Tour gibt es auch den Punkt „Besonderheiten“. Den hätte er aber bei vielen auch weglassen können (Tour „Von Unterberg nach Moosham“ – Besonderheiten: „Viel Geschichte und schöne Landschaft“, Tour „[[Naturpark Riedingtal]“ – Besonderheiten: „Naherholung für Mensch und Tier“). Interessant manches Kapitel zu Eigenheiten oder Personen wie z. B. über Margit Gräfin Szápáry, die Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhundert eine große Förderin und Wohltäterin des Lungaus war. Bei den Bildern hätte ich mir manchmal noch einen Bildhinweis gewünscht, da nicht alle Bilder eindeutig dem Kapitel bzw. den darin erwähnten Gegebenheiten zuzuordnen sind. Hetz schildert durchaus interessante Vorschläge und Besonderheiten (Samson-Geschichte, die „Sarchen“, die schwarzen Holzeinfassungen von Gräbern in Lessach u.a.), die Kartenausschnitte bieten sich als Orientierungshilfe an, ersetzen aber nicht eine gute Wanderkarte. Leider ist er auch in diesem Buch sparsam mit Einkehrtipps – genau sechs, Hüttenempfehlungen auch eher selten, bei der Franz-Fischer-Hütte (Mosermandl/Riedingtal) schreibt Hetz, dass diese zum Zeitpunkt seiner „Rechereche“ geschlossen war. Heißt das, er ist nicht an ihr vorbei gegangen war, sondern hat nur „recherchiert“ hat. Wenn er selbst dort war, wann war das (Jahr/Monat) – laut Homepage des Österreichisches Alpenvereins wird die Hütte 2012 wieder offen sein (vielleicht wäre ja dieser Hinweis im Buch hilfreich).

Insgesamt, ein „braves Buch“, das man für die Ausflugsgestaltung zu Rate ziehen kann, aber aufgrund der von mir schon beim ersten Lesen festgestellten Ungereimtheiten sollte man doch besser noch weitere Führer zu Rate ziehen.

Quelle