Erlebnis Salzburger Land Pinzgau

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Titelfoto Buch Erlebnis Salzburger Land Pinzgau

Buchtipp Erlebnis Salzburger Land Pinzgau.

Autor: Siegfried Hetz
Verlag: Verlag Anton Pustet
Erscheinungsjahr: 2011
ISBN 978-3-7025-0643-8

Rezension 1

Erlebnis Salzburger Land. Band 2: Pinzgau – ein feines Buch mit großem Informations- und Unterhaltungswert

Zuallererst sei angemerkt, dass das Pinzgau-Buch von Siegfried Hetz nicht nur für Touristen und Gäste eine äußerst lehrreiche und kurzweilige Lektüre ist. Auch Einheimische werden in den 200 Seiten einige Facetten des Pinzgaus entdecken, die sie bisher nicht kannten.

Das Buch als einfachen Wanderführer zu bezeichnen, würde ihm Unrecht tun. Natürlich sind es die 55 Touren und ihre anschauliche Beschreibung, auf die Siegfried Hetz den Fokus gelegt hat. Doch lässt er in seine Orts- und Wegschilderungen auch historische Ereignisse und allerlei Anekdoten miteinfließen, sodass auch die Unterhaltung nicht zu kurz kommt.

Man merkt dem Autor an, dass er bei der Zusammenstellung seines Buches nicht nur eine Auflistung der Touren im Sinn hatte, sondern dass er mit Herz und Seele bei der Sache war. Ohne sich in irgendwelchen kitschigen Allerweltsfloskeln zu verlieren, stellt er dem Leser den größten Salzburger Gau spannend und ausführlich vor.

Nicht nur die eindrucksvolle Bergwelt und die Möglichkeiten diese zu erkunden bekommen hier Raum, sondern auch sehenswerte Orte sowie Einkehrmöglichkeiten in Gasthäuser und Almhütten haben in das Pinzgau-Buch Eingang gefunden. Und wer lieber mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour geht, wird mit diesem Buch ebenso Freude haben.

Ein weiteres Highlight sind die zahlreichen Bilder, die das ganze Buch durchziehen. Sie vermitteln passend zum Text optisch einen hervorragenden Eindruck des Pinzgaus.

Wer also nun wissen will wer die „Weltalte Majestät“ ist, wo es in Europa Smaragde gab oder wo man die Brauerei Bräurup findet, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Selbstverständlich auch allen Wanderern, Bergsteigern und Radfahrern, die den Pinzgau entdecken oder neu entdecken wollen.

Vielleicht einen kleinen „Nachteil“ hat das Pinzgau-Buch: es sind „nur“ 55 Touren, die auf den 200 Seiten Platz gefunden haben, denn man kann davon ausgehen, dass der Pinzgau sicherlich noch mehr zu bieten hat.

Übrigens: Der Band Erlebnis Pinzgau ist der zweite Wanderband aus der Reihe Erlebnis Salzburger Land. Bisher im Verlag Anton Pustet erschienen: Siegfried Hetz: Erlebnis Salzburger Land. Band 1: Flachgau

Rezension 2

Abwechslungsreiche, teilweise auch geschichtlich interessante, gut beschriebene Wanderungen

War ich von des Autors erstem Wanderband Erlebnis Salzburger Land Flachgau noch nicht wirklich überzeugt mangels etlicher kleiner Fehler, so ist dieser zweite Band von insgesamt fünf geplanten, sehr ordentlich recherchiert. Fehler, wie im ersten Band fand mein wohl manchmal auch zu kritisches Auge nicht, sieht man davon ab, dass Hetz schreibt, Salzburg war 1816 zu Oberösterreich gekommen. Ist nicht ganz den Tatsachen entsprechend. Denn 1816 kam Salzburg zu k.k. Österreich und wurde nur unter die Verwaltung von Linz, also Oberösterreich gestellt.

Zu den Standardangaben gehören natürlich wieder Tourcharakter, Ausgangs- und Endpunkt, Weglänge, Gehdauer, Höhenunterschied und Besonderheit. Die Übersichtskarten sind recht gut mit etlichen Details, besser als im ersten Band. Nach einem Kapitel, worauf man bei (Hoch)Gebirgswanderungen achten sollte und einem kurzen geografisch-geschichtlichen Abriss über den Pinzgau folgen 55 Tourenbeschreibungen, nach Gebieten gereiht. Eigentlich haben alle Vorschläge auch immer mit einer geografischen, geologischen oder geschichtlichen Besonderheit des Tales, des Weges oder des Ortes zu tun. Das gefällt mir persönlich gut, weil damit auch interessantes Wissen weitergegeben wird.

Beispielsweise werden bei der Wanderung im Krimmler Achental der Zug über die Birnlücke von Kaiser Karl IV. im Jahre 1365 ebenso erwähnt, wie die Krimmler Judenflucht 1947 oder das Krimmler Tauernhaus, eine der ältesten Wacht- und Raststationen der österreichischen Alpen (seit dem Mittelalter). Und ein eigenes Kapitel widmet Hetz in diesem Abschnitt der Bedeutung der Krimmler Wasserfälle im Hinblick auf ihre Heilwirkung bei Lungenerkrankungen.

Und so geht es im handlichen Buch dann auch weiter: auf dem alten Weg über den Felber Tauern, durch die Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun, mit dem Fahrrad um den Zeller See zu einigen Salzburger „Ansitzen“, zu dem verschwundenen Kurort Bad Fusch, der im 19. Jahrhundert ein bedeutender Kurort war, natürlich Vorschläge im Glocknergebiet, im Hüttwinkl- und Seidlwinkltal, zur Einsiedelei am Palfen bei Saalfelden, rund um Leogang, den Landschaftserlebnisweg Seisenbergklamm, den Kräuterwanderweg zum Lutzbauern, Kulturspaziergang durch Unken usw. Zum Schluss noch ein Kapitel über „Kräuterlatein – altes Heilwissen als Immaterielles UNESCO Kulturerbe sowie kurze Information über alle Weitwander-, Pilger- und Radwege im Pinzgau. Der „aktuell beliebteste und gleichzeitig auch bekannteste Pilgerweg ist der Jakobsweg“ meint Hetz, der damit leider nur einen Marketing-Gag von Fremdenverkehrsleuten weitererzählt. Den „Jakobsweg“ gibt es nur in Spanien mit kleinen Zubringern aus Frankreich. Alle anderen Wege waren und sind schlicht Pilgerwege. Dass auf ihnen auch Pilger nach Santiago de Compostela pilgerten mag wohl stimmen. Aber eben nicht nur dorthin.

Quelle