Margit Gräfin Szápáry

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Margit Gräfin Szápáry (* 21. Februar 1871 in Dresden, Königreich Sachsen; † 17. Mai 1943 in Ramingstein) war Besitzerin der Burg Finstergrün und hat nach 1900 viel für Salzburg, im Speziellen für den Lungau geleistet.

Leben

Margit Gräfin Szápáry wurde am 21. Februar 1871 in Dresden, Sachsen, als Margarete Luise Laura Fanny Wanda Regina Comtesse Henckel von Donnersmarck geboren. Sie führte den Titel Comtesse (aus dem Französischen), der als Adelstitel für unverheiratete Mädchen verwendet wurde. Ihre Eltern führten die Titel „Graf“ und „Gräfin“.

Im Mai 1900 verlobte sich Margit im Alter von 29 Jahren mit dem 42-jährigen k. u. k. Kämmerer und Rittmeister[1] Sándor (Alexander) Graf Szápáry de Szápár aus der ungarischen Szápáry-Familie (aus der waren bekannte Politiker wie z. B. der ungarische Ministerpräsident Gyula Graf Szápáry, Gouverneure und Diplomaten hervorgegangen).

Am 18. Juli 1900 heirateten die beiden.

Einer der Trauzeugen war Hans Graf Wilczek, Besitzer von Schloss Moosham bei Unternberg im Lungau und Freund Sándors. Das Ehepaar kaufte die Brandruine Finstergrün bei Ramingstein und ließ nach eigenen Plänen zwischen 1900 und 1904 eine elegante Burg neu erbauen.

Sándor und Margit bekamen 1901 Sohn Béla und 1902 Tochter Jolánta. Doch Graf Sándor starb unerwartet während einer Reise im Jahr 1904. Auch Margits Eltern starben beide kurze Zeit später im Jahr 1908.

Ihr Einsatz für den Lungau

Die mit dem Ersten Weltkrieg einsetzende Lebensmittelknappheit traf auch den Lungau hart. Margit Szápáry startete Privatinitiativen und organisierte Lebensmittel, die in den Lungauer Gemeinden an die Bevölkerung verteilt wurden. Ab 1916 leitete sie im Auftrag der Salzburger Landesregierung die so genannte Gemüsebauaktion. Das Ziel dieser Aktion war es, den Gemüse- und Getreideanbau zu heben und so die Versorgungsnot zu lindern.

Sie organisierte Spendenaktionen, um Kleidung für die schlecht ausgerüsteten Soldaten erwerben zu können, kümmerte sich um Kriegsinvalide. So wandte sie zwischen 1919 und 1921 aus eigenem Vermögen umgerechnet etwa 28 000 € für die Umsetzung einer von ihr initiierten Idee der Kriegerheimstätten im Lungau auf. Diese Heimstätten sollten Kriegsinvaliden, die ja in der Regel keine Existenzbasis hatten, meist ohne Arbeitsmöglichkeit waren und oft von Familie oder Verwandten versorgt werden mussten, zu einer unabhängigen und selbständigen Lebensgrundlage verhelfen.

Eine besondere Rolle kam Margit Szápáry im Rahmen der Katholischen Frauenorganisation Salzburg (KFO) zu, in welcher sie auf Diözesan-, Dekanats- und Pfarrebene tätig war. Die heutige Nachfolgeorganisation der KFO ist die Katholische Frauenbewegung.

Vorahnung des Zweiten Weltkriegs

Politisch warnte sie eindringlich vor den Folgen der sich bildenen Blöcke in Europa (Großbritannien, Russland, Deutschland) und sah bereits in großen Zügen die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus voraus.

Ihr Lebensabend

Seit den 1930er Jahren verbrachte sie die Winter in der Regel bei einer Freundin auf Schloss Haunsperg in Oberalm, da ihr die strengen Lungauer Winter sehr zusetzten und sie von einer Herzschwäche stark gekennzeichnet war.

In der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich geriet sie, auf persönliches Betreiben Hermann Görings, der Margit Szápáry aus seinen Jugendtagen im Lungau kannte, wegen Kreditschulden in Bedrängnis. Im Winter 1940/1941 schmuggelte sie im Rahmen eines Budapest-Besuchs Bücher in die britische Botschaft, die im NS-Reich verboten waren. Auf der Heimreise wurde sie von der Gestapo durchsucht und ihr Gepäck wurde zum Teil beschlagnahmt. Doch dabei blieb es und sie musste keine weiteren Verfolgungen des Regimes befürchten.

Im November 1941 musste sie einen großen Teil der künstlerisch wertvollen Einrichtung von Burg Finstergrün im damals arisierten Münchner Auktionshaus Weinmüller versteigern, um finanzielle Mittel für ihr Leben und den Erhalt der Burg aufbringen zu können. Schließlich verpachtete sie im Juli 1942 die Burg Finstergrün an das (deutsche) Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Die Burg wurde für Ausbildungs- und Schulungszwecke u.a. für Lehrerinnen verwendet.

Anfang Mai 1943 wurde Margit Szápáry nach langer Kur und nach mehreren Herzattacken und einem Schlaganfall von Schloss Haunsperg nach Ramingstein gebracht. Kurz darauf, am 17. Mai 1943, verstarb sie.

Das Begräbnis von Margit Szápáry fand in Ramingstein unter sehr großer Beteiligung der Lungauer Bevölkerung statt.

Die letzte Ruhestätte von Gräfin Szápáry befindet sich nicht auf dem Ramingsteiner Friedhof, sondern an der nördlichen Außenmauer der Pfarrkirche Ramingstein im Familiengrab Szápáry, das die einzige Grabstätte in diesem Bereich ist.

Ausstellungen

  • Die Gräfin: die Ausstellung über das Leben und Wirken von Margit Gräfin Szápáry in Ramingstein im Lungau war vom 28. Mai 2007 bis 22. September 2008 zu sehen

Quellen

Einzelnachweise

  1. "Rittmeister" war die gängige Bezeichnung für einen Hauptmann der Kavallerie.