Leistungstest auf der Großglockner Hochalpenstraße mit einem Elektro-Bus

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Der Silent E-12 auf einem der Parkplätze entlang der Großglockner Hochalpenstraße.
Vor dem Bus vor dem Hochtor-Tunnel Südportal von links: Dr. Johannes Hörl (Vorstand GROHAG), Landesrat Mag. Stefan Schnöll (Salzburger Landesregierung, Mobilitätsreferent), LR Mag. Sebastian Schuschnig (Kärntner Landesregierung, Mobilitätsreferent), David Gruber (Geschäftsführer von SILENTH.eu, Experte für E-Mobilität);
Der Silent E-12 im Südportal des Hochtor-Tunnels.
Der Silent E-12 vor dem Parkhaus Freiwandeck auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe nach rund 34 Kilometern Berg- und Talfahrt entlang der Großglockner Hochalpenstraße und der Gletscherstraße, gemessen von der Kassenstelle Ferleiten.
Der Silent E-12 vor der Kassenstelle Ferleiten der Großglockner Hochalpenstraße am Beginn des Leistungstests.

Ein Leistungstest auf der Großglockner Hochalpenstraße mit einem Elektro-Bus fand erstmals in der Geschichte der Großglockner Hochalpenstraße am Freitag, den 11. Juni 2021 statt.

Der Leistungstest

Der Leistungstest wurde mit einem zu 100 Prozent elektronisch betriebener, zwölf Meter langen Niederflur- und Panoramabus – wie dieser zukünftig auch im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Städten und im touristischen Bereich zum Einsatz kommt - durchgeführt.

Noch bevor die Medienvertreter und die beiden Mobilitätsreferenten der Bundesländer Salzburg und Kärnten, Landesrat Stefan Schnöll und Landesrat Sebastian Schuschnig, in den E-Bus zustiegen, hatte dieser mehr als 14 Tonnen Leergewicht. Der Bus, der von einem 475-PS-starken Motor angetrieben wird und eine Reichweite von knapp 500 km hat, hatte bereits die über 100 km lange Anreise aus der Stadt Salzburg zurückgelegt. Dann bestand der Elektro-Bus den Leistungs- und Hochgebirgscheck „Großglockner Hochalpenstraße“ mit ihren 36 Kehren und einer Steigung von bis zu zwölf Prozent völlig problemfrei.

Nachdem der Bus weitere 24 km im Hochgebirge zurückgelegt hatte, konnte am Hochtor, der Passhöhe der Großglockner Hochalpenstraße auf 2 504 m ü. A. und gleichzeitig Landesgrenze der beiden Bundesländer Salzburg und Kärnten, noch deutlich über 50 % Restkapazität festgestellt werden. Sogar die 20 km-lange Weiterfahrt bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, unmittelbar am Fuße des Großglockners, meisterte der rein elektronisch betriebene Bus ohne Schwierigkeiten.

Auch die Rückfahrt über Fusch an der Großglocknerstraße, Zell am See und die Tauernautobahn nach Salzburg stellte mit einer Gesamtlänge von etwa 330 km, davon ein Drittel im Gebirge, kein Problem dar.

Stimmen zu diesem Leistungstest

Johannes Hörl, Vorstand Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG):

Die Großglockner Hochalpenstraße war schon vor einem Dreivierteljahrhundert Gradmesser für die Leistungsfähigkeit der Antriebstechnologien, allerdings nur für Verbrennungsmotoren. Wir wollen uns aber – maßgeblich der besonderen Naturlandschaft des Nationalparks Hohe Tauern und im Sinne der Nachhaltigkeit – mit zukunftsweisenden, emissionsfreien, alternativen Antriebstechnologien und mehr nachhaltigen Einsatzmöglichkeiten auf der Großglocknerstraße beschäftigen. Darum haben wir diese einzigartige Leistungsüberprüfung mit Unterstützung unserer Partner heute durchgeführt und es wird mit dem erzielten Testergebnis ganz klar nachgewiesen: Es ist möglich!

David Gruber, Geschäftsführer SILENTH.eu, Experte für E-Mobilität:

E-Busse und elektronischer Schwerverkehr wurden bis dato oftmals totgesagt, so wie es noch vor wenigen Jahren auch beim E-Pkw der Fall war. Wir konnten heute nachweisen, dass der Elektro-Bus über alle Erwartungen hinaus sogar für das Hochgebirge ideal geschaffen ist. Diese Botschaft ist vor allem auch für Gemeinden und öffentliche Stellen wichtig. Denn der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird sich mit dieser Information Österreich, aber auch weltweit, beschäftigen müssen.

Landesrat Sebastian Schuschnig, Kärnten:

Nachhaltigkeit werden sowohl in der Mobilität als auch im Tourismus immer wichtiger. Das heutige Testergebnis am Großglockner zeigt mitten in einer sensiblen Naturlandschaft, dass sanfter Tourismus und nachhaltige Mobilität künftig noch stärker Hand in Hand gehen können. Der Einsatz von alternativen und klimaschonenden Technologien, wie dem Elektro- oder Wasserstoffantrieb, sind dafür die Grundlage und bereits jetzt „State of the art“. Klimafreundliche Antriebe werden auch unsere mobile Zukunft schrittweise bestimmen. Die Möglichkeiten, gleichzeitig auch die Mobilität im Urlaub neu zu denken und sind enorm. Eine nachhaltige Mobilität im Urlaub und die Urlaubsanreise mit den Öffis werden wir im Kärntner Tourismus weiter forcieren. Denn Klimaschutz funktioniert am besten durch Innovation, das wurde heute eindrucksvoll bewiesen.

Landesrat Stefan Schnöll, Salzburg:

Durch die Clean Vehicle Directive müssen bis zum Jahr 2025 mindestens 22,5 Prozent aller neu zu beschaffenden Busse „emissionsfrei“ sein. Es wird deshalb intensiv an alternativen Antrieben geforscht, um dieses Ziel auch wirklich umsetzen zu können. Der heutige Leistungstest des E-Bus hat uns alle beeindruckt und zeigt, dass die Elektro-Mobilität bereits sehr gut entwickelt ist. Wir können uns mit diesen neuen Technologien Schritt für Schritt einem klimaneutralen Verkehr nähern.

Alternativen zum gewohnten Verkehr – lärm- und schadstofffreie Mobilität

Schon seit Langem bemüht sich die GROHAG intensiv darum, verstärkt emissionsfreien Verkehr anzuziehen. So wurden in den letzten Jahren zahlreiche Initiativen gestartet und Aktivitäten gesetzt, um Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb zu fördern, sie bekannt zu machen und auf der Bewusstseinsebene den Menschen mitzuteilen, dass es taugliche Alternativen gibt. Von der erste E-Mobility-Leistungsschau auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe bereits im Jahr 2010 bis zu den zahlreichen Glockner- und Königsetappen von e-miglia (mit TÜV-Süd) und World Advanced Vehicle Expedition (WAVE) wurde im Verlauf der letzten Jahre noch die E-Ladeinfrastruktur bedeutend erweitert sowie auch ein Sondertarif für Wasserstoff- und E-Fahrzeuge geschaffen. Auch der Bedarf für Reise- und Shuttlebusse sollte in naher und mittlerer Zukunft für alternative Antriebe möglich sein, jedoch war bis dato unklar, ob es technisch überhaupt möglich und damit umsetzbar sein würde.

Nun ist es endlich soweit und ein 100%er Elektro-Bus konnte den Leistungstest „Großglockner Hochalpenstraße“ im Hochgebirgseinsatz bestehen. Langfristiges Ziel dieser E-Bus-Tests ist es, ein emissionsfreies Shuttle zwischen dem Parkplatz am Hohen Sattel und der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe einzurichten und den Gästen als Alternative anzubieten. Nachahmer am Sektor Reisebusse sollten und könnten bald folgen. Darüber hinaus versucht die GROHAG auch weiterhin mit dem attraktiven Angebot „Glocknerbus“, die Besucher hier im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Schutzgebiet Mitteleuropas dazu zu motivieren, vom eigenen Auto auf ein Transportmittel umzusteigen, das einerseits eine größere Anzahl von Menschen gleichzeitig befördert und idealerweise in einigen Jahren noch dazu 100 % emissionsfrei fährt. Eine weitere Maßnahme zur Reduktion des „verbrennenden“ Individualverkehrs: Die Großglockner Hochalpenstraße ist weiterhin darum bemüht, ein attraktives Ziel für Busreise-Anbieter zu sein. Denn all diese Maßnahmen helfen in Summe dabei, den ökologischen Fußabdruck des Einzelnen auch am Großglockner und im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Schutzgebiet der Alpen, noch weiter massiv zu reduzieren.

Daten zum Fahrzeug

Fahrzeugtyp: Silent E-12
Zwölf-Meter-Stadt-Bus 100% elektrisch
Achsenanzahl zwei
Radstand 6 000 mm
Länge 12 200 mm
Breite 2 550 mm
Höhe 3 450 mm
Eigengewicht 14 000 kg
Höchstzugelassenes Gewicht 21 000 kg
Max. Motorleistung 350 kW
Dauerleistung 30 min 195 kW
Anzahl Türen drei
Anzahl Sitze 30 + 1 (+3 Klappsitze)
Anzahl Stehplätze Max. 45
Anzahl Rollstuhlplätze einer

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Quelle

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