Joseph Anton Schöpf

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Joseph Anton Schöpf
Erinnerungstafel an Joseph Schöpf in St. Anna in Gnigl

Konsistorialrat Geistlicher Rat Prof. Dr. theol. Joseph Anton Schöpf (* 5. Februar 1822 in Umhausen, Ötztal, Nordtirol; † 21. November 1899 in Guggenthal bei Salzburg) war Theologe, Professor der Kirchengeschichte und des kanonischen Rechts, Journalist und Schriftsteller.

Leben

Joseph Anton Schöpf war der einzige Sohn des Ötztaler Schusters und Bauern Johann Schöpf und seiner Frau Maria, geborene Holzknecht. Nach dem Volksschulbesuch in Stams und Innsbruck und dem Abschluss des Gymnasiums studierte er Theologie bzw. Philosophie in Innsbruck, Graz und Salzburg. 1942 wurde er im Salzburger Priesterseminar aufgenommen. Am 1. August 1845 erhielt er durch Erzbischof Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg seine Priesterweihe und begann sein seelsorgliches Wirken als Kooperator in Stumm im Zillertal. Zeitweise vertrat er auch den Schullehreram Gattererberg.

Auf Empfehlung des späteren Salzburger Erzbischofs Maximilian Josef von Tarnóczy wurde er 1848 Supplent für Kirchengeschichte und 1849 auch für Kirchenrecht an der theologischen Fakultät in Salzburg.

Schließlich promovierte er 1851 zum Dr. theol. und wurde 1852 zum ordentlichen Professor ernannt. Von 1848 bis 1851 war er Schriftleiter der Salzburger Constitutionellen Zeitung, einem politischen Organ unter der Protektion von Erzbischof Kardinal Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg. Von 1849 bis 1861 ist er auch Prosynodalexaminator und Metropolitangerichtsrat, ab 1861 Gemeinderat in Salzburg, 1885 als Professor emeritiert. Von 1869 bis zu seinem Ableben 1899 war er ständiger Aushilfspriester an Sonn- und Feiertagen in Guggenthal, wohin der 1874 übersiedelte.

Schöpf entwarf den neuen theologischen Studienplan anstelle des geltenden josephinischen Lehrplans, der für ganz Österreich Geltung erlangen sollte. Er setzte sich vehement für die Wiedererrichtung einer Salzburger Universität ein. Ab 1854 arbeitete er an seinem vierbändigen Hauptwerk »Handbuch des katholischen Kirchenrechts«, daneben Tätigkeit als Seelsorger des Salzburger katholischen Gesellenvereins, den er begründete, und als Volksschriftsteller, wo er gegen Antisemitismus auftrat und weitreichende Toleranz forderte.

Er war Mitbegründer des Österreichischer Alpenverein Sektion Salzburg.

Er war ein enger Vertrauter der Familie Georg Weickl und ist als solcher auch die einzige Person, die in der Kirche von Guggenthal begraben liegt, die nicht zur Familie Weickl gehörte. Im Salzburger Stadtteil Gnigl erinnert die Schöpfgasse an ihn.

Ehrungen

Dr. Schöpf war Ritter des Franz-Josephs-Ordens.

Er war Ehrenbürger von 15 Flachgauer Gemeinden.

Publikationen

  • Der Weltgeist unter den Bürgern und Bauern Tirols - ein Beitrag zur Kenntniß der gegenwärtigen Zustände Tirols. Zaunrith Salzburg 1848.
  • Handbuch des katholischen Kirchenrechts. Hurter Schaffhausen (1854)
  • Das einundneunzigjährige Leben und Wirken des Frühmessers, vulgo Höflichkeits-Professors Christian Falkner - aus Quellen dargelegt. Oberer Salzburg 1855.
  • Theologisches Studium in Salzburg. Oberer Salzburg 1852.
  • Wie ein Schuhmacher-Geselle als Dechant von Berchtesgaden gestorben ist. Duyle Salzburg 1858.
  • Sendschreiben an die Oezthaler und anderen Bauern des Silzer Gerichts im tirolischen Oberlande über das Ausrucken gegen die Walschen vom Zirhbichlerbauer. Oberer Salzburg 1859.
  • Christian, der Wanderbursch - Allerlei. Oberer Salzburg 1860.
  • Nothwehr. Selbstverlag Salzburg 1861.
  • Presse. Glonner Salzburg 1862.
  • Peter Carl Thurwieser. Verlag der Salzburger Section des deutschen Alpenvereins Salzburg 1871.
  • Über den Streich der Schlosser-Gesellen - über den Frieden auf dem Gebiete der Religion. Verlag des Gesellenvereins Salzburg 1872.
  • Weihnachts-Gabe an den Volksschul-Verein. Endl Salzburg 1879.
  • Gutachten über den Konflikt der preussischen Regierung mit der katholischen Kirche - Ein Wort zum Frieden. Zugschwerdt Reichenhall 1880.
  • Das Spital in Gnigl. Zaunrith Salzburg 1882.
  • Denkschrift über die Kirchensache in Guggenthal - als Manuscript vom provisorischen Kirchenverwalter. Angelberger Salzburg 1883.
  • Das St. Anna-Bezirkskranken- und Versorgungshaus - Denkschrift. Oellacher Salzburg 1884.
  • Eine Wilderer-Predigt. Oberer Salzburg 1885.
  • Warum? - Weil!. Oberer Salzburg 1887.
  • Denkschrift zum fünfzigjährigen Priesterthum des hochw. Herrn Franz Speckbacher. Halypolis Mieming 1887.
  • Kleine Trias. Oellacher Salzburg 1890.
  • Die Tiroler-Colonie am Pozuzo in Peru. Oellacher Salzburg 1892.

Quellen

  • www.bautz.de
  • Paarhammer, Hans: Prof. Dr. Joseph Anton Schöpf, in: Heimat Koppl. Chronik der Gemeinde. Gemeinde Koppl (Hrsg.), Koppl 2000, S. 267ff.