Schloss Moosham

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Schloss Moosham in herbstliche Farben getaucht, fotografiert von mein.salzburg-Mitglied Marianne Robl aus Kuchl im Tennengau
Schloss Moosham als Gesamtaufnahme
Schloss Moosham von der Seite des Zugangs.
Der Zugang in das Schloss.
Bild rechts unten ist eine Aufnahme der Schreibstube aus dem Jahr 1937.

Auf einem Vorsprung des Mitterberges hoch über dem Murtal liegt das Schloss Moosham im Gebiet der Lungauer Gemeinde Unternberg. Das Schloss zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Gemeinde.

Geschichte

Das Schloss Moosham ging aus einem "befestigten Wohngebäude" hervor. Der Ursprung des Bauwerkes geht in die Römerzeit zurück, wie Funde beweisen. 1256 wurde das Schloss dann erstmals erwähnt. Im frühen Mittelalter tauchte schon das Rittergeschlecht der Mooshamer als Besitzer auf. 1281 wurde das Schloss Otto von Saurau entrissen. Erzbischof Friedrich II. von Walchen, ein treuer Anhänger von Rudolf von Habsburg, rückte vor die Burg und zwang den übermütigen Vasallen zur Unterwerfung. Otto von Moosheim, der Besitzer des Schlosses, erhob sich aber bald gegen seinen Landesherren, Erzbischof Rudolf I. von Hohenegg, und fügte ihm in einer Fehde großen Schaden zu. 1285 verlor er wegen seines Treuebruches all seine Güter samt Stammburg.

Ab dem 14. Jahrhundert wurde in Moosham auch die Landpflege ausgeübt. 1520 wurde das landesherrliche Pflegegericht von Mauterndorf nach Moosham verlegt. Von hier aus wurde der Gau im Namen des Landesherren regiert (Steuern, Polizeiverwaltung, Blutgericht,...). Die Salzburger Erzbischöfe haben auf diesen hohen und sehr wichtigen und verantwortungsvollen Posten stets Tüchtige und ihnen gut bekannte Menschen gestellt. Zum Beispiel waren das die Kuenburger, die Tannhauser, die Keutschacher und auch die Grimminger.

Im Krieg gegen die Ungarn war um 1480 ein Besitzerwechsel des Schlosses, weiters auch 1526 während des Bauernkrieges im Salzburger Land.

In der Zeit der Bauernunruhen wurde Schloss Moosham von den aufrührerischen Bauern besetzt. 1526 vertrieb sie der Feldhauptmann Franz Tannhauser, der aus einer Lungauer Familie stammte, die auch öfters Richter zu Moosham stellte, wieder. In diesem und den folgenden Jahrhunderten war Moosham auch Schauplatz der schrecklichen Hexenprozesse.

Zwischen 1517 und 1577 wurde das Schloss groß umgebaut, besonders tätig war der Salzburger Erzbischof Leonhard von Keutschach. So wurde die Burg zu einem Sommersitz der Erzbischöfe.

Vom 25. bis 27. Oktober des Jahres 1611 übernachtete hier der unglückliche Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau auf seiner Flucht nach Kärnten, von wo er gefangen heimkehrte.

Möglicherweise wurde der Bergfried 1722 abgetragen, doch das ist nicht mehr sicher nachzuweisen.

1790 war das Teilungsjahr der landesherrlichen Pflege, die nach Tamsweg und St. Michael im Lungau verlegt wurde. Ab diesem Zeitpunkt begann auch der Verfall von Moosham.

Moosham war schon halb zur Ruine geworden, als 1886 ein Freund der Kunst und Forschung, es war der Graf Johann Nepomuk Wilczek ("Hans Wilczek"), den Ansitz kaufte, mit den Erneuerungsarbeiten begann und ihm die heutige Form gab.

Moosham ist heute im Besitz der Familie Wilczek. Im Schloss ist ein Museum eingerichtet, in dem alte Schätze und wertvolle Gegenstände aus dem Lungau gesammelt sind. Im unteren Teil des Schlosses befindet sich der Gerichtssaal mit der Folterkammer, wo auch die Folterwerkzeuge noch existieren, mit denen früher gemartert wurde. Daneben reihen sich die dunklen Gefängniszellen an, in die früher die Gefangenen gesteckt wurden. Die beiden Weltkriege hat Moosham gut überstanden und ist nun eines der schönsten Schlösser im Lungau.

Horst von Mosshaim ist ein Nachfahre der Mooshaimer.

Das Pflege- und Blutgericht zu Moosham

Viele unschuldige Angeklagte mussten auf Moosham die Folter ertragen und viele davon starben auch. Der Grund für die Anklage war meistens Hexerei, Schadenzauber oder Teufelsbündnis. Gestanden die Angeklagten nicht sofort, wurden sie grausamst gefoltert. War ihnen erst ein Geständnis abgepresst und überlebten sie die Tortur, dann rollte der Schinderkarren zur Hinrichtungsstätte am Passeggen bei Tamsweg, wo der Henker wartete. Die üblichen Todesstrafen waren Enthauptung oder Verbrennung.

Zwischen 1715 und 1717 rissen Wölfe im Mooshamer Gerichtsbezirk auf den Weiden und in den Wäldern ungewöhnlich viel Wild und Vieh. Es gab zahlreiche Versuche, diese Wölfe zu jagen, doch sie waren alle ohne Ergebnis. Da geschah folgendes: Zwei jugendliche Bettler, die im Verlies zu Moosham waren, gestanden unter der Folter, dass sie vom Teufel eine schwarze Salbe erhalten hätten, mit der sie sich beschmiert hätten und zu Werwölfen geworden waren. Das Urteil: Lebenslanger Dienst auf venezianischen Galeeren, ein sicherer aber jedoch sehr langsamer Tod.

Kurioses

Bei den Führungen in der Folterkammer werden Besucher teilweise auch ohnmächtig. Viele Besucher und auch einige Mitglieder der Familie Wilczek behaupten, dass ab und zu seltsame Dinge auf der Burg geschehen. Die Burgbesitzer wohnen nicht im Schloss, sondern im Maierhof in der Nähe des Schlosses.

Handlungs- und Drehort für Hörspiele und Filme

Als fiktiver Handlungsort fand das Schloss 1981 in einem Hörspiel der Gruselhörspielserie des Hörspielabels Europa Erwähnung (Folge Nr. 11: Der Pakt mit dem Teufel), sowie 2019 in der 147. Folge der Reihe "Gruselkabinett" von Titania-Medien ("Die Höllenfahrt des Schörgen-Toni"). Innerhalb beider Hörspiele werden auch angebliche Legenden und Sagen der Umgebung erwähnt.

Seit Anfang der 2000er-Jahre wurde das Schloss schließlich mehrfach für Filmproduktionen genutzt. Der österreichische Märchenfilm Rumpelstilzchen aus dem Jahr 2007 nach dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm wurde in den Jahren 2005–2006 u. a. in Schloss Moosham für die Filmreihe Märchenperlen produziert. Des Weiteren war das Schloss Drehort der 2012 veröffentlichten Produktion Die Schöne und das Biest. Im Herbst 2016 wurden Teile des Fernsehfilms Die Ketzerbraut auf Schloss Moosham gedreht.

Bilder

 Schloss Moosham – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblink

Quellen