Missionshaus St. Rupert

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Missionshaus St. Rupert
Missionshaus mit dem 47,5 m hohen Turm
Christusstatue beim Missionshaus St. Rupert.
Missionshaus St. Rupert von Westen
Blick auf das Missionshaus St. Rupert am Kreuzberg in Bischofshofen. Links fließt die Salzach, rechts mündet das Fritztal mit dem Fritzbach ins Salzachtal. Aufnahme in den 1930er-Jahren.

Das Missionshaus St. Rupert in Bischofshofen ist sowohl ein kleines missionarisches Zentrum für den Pongau als auch ein katholisches Privatgymnasium und steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Das Missionshaus St. Rupert wurde von Arnold Janssen, dem Stifter des Steyler Missionswerkes, im Jahre 1904 gegründet. Die von ihm entsandten Ordensbrüder errichteten auf dem angekauften Gut „Großkreuzberg“ ein Werkhaus und einen Wohntrakt. In der Niederlassung des Missionswerkes in Bischofshofen sollten junge Menschen für den Missionsdienst herangebildet werden. Zwei Jahre nach der Gründung zogen die ersten Mitbrüder ein. 1907 wurde die Schule eröffnet. Die Zahl der Schüler stieg in den darauffolgenden Jahren auf 100 an. Zum Missionshaus kam ein Werkhaus und ein Sägewerk dazu. Es erhielt eine hauseigene Wasserleitung sowie eine Gärtnerei und einen eigenen Friedhof.

Der Beginn des Ersten Weltkrieges stoppte das Aufblühen des Hauses. Es wurde ein Notspital mit über 100 Betten eingerichtet. Die Schule konnte nur noch eingeschränkt weitergeführt werden.

Die Zwischenkriegszeit bescherte dem Missionshaus eine einzigartige Entwicklung. Die Schule wurde von 150 Buben besucht. Sie erlernten in den Werkstätten einen Beruf, um danach als Missionare in alle Kontinente zu gehen. Von 1925 bis 1929 wurde an dem Bau einer neuen Klosterkirche gearbeitet.

1938 musste das erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum aus der Stadt Salzburg ins Missionshaus umziehen, da das Gebäude am 19. Juni in Parsch enteignet und zum Michael-Gaismayer-Hof mit zahlreichen Kanzleien und Ablagen wurde. Bereits am 28. Oktober 1938 bemächtigte sich die NS-Gauleitung auch der neuen Bleibe in Bischofshofen. Das "Fürsterzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum in St. Rupert" wurde zur nationalsozialistischen "Deutschen Heimschule Kreuzberg - Oberschule für Jungen", einer Vorstufe zur Errichtung einer Nationalpolitischen Lehranstalt (NAPOLA), wie die NS-Kaderschmieden genannt wurden.[1]

1939 wurde das Missionshaus samt Schule von den Nationalsozialisten enteignet und als „nationalsozialistische Musterschule“ weitergeführt. Gegen Ende des Krieges wurde das Haus zu einem Lazarett umfunktioniert. 79 Soldaten wurden auf dem Klosterfriedhof beerdigt.

1945 konnte der Orden St. Rupert wieder zurückgewinnen. 1953 fand die erste Reifeprüfung nach dem Krieg statt. Ab 1971 wurde die Schule auch externen Schülern zugänglich gemacht. 1988 wurde sie auch für Mädchen geöffnet. 1999 übernahm die Leitung des Missionsprivatgymnasiums erstmals kein Ordensangehöriger.

Zwischen 1995 und 1999 fanden umfangreiche Umbauten und Sanierungsmaßnahmen sratt. Es wurde ein neuer Tennisplatz angelegt sowie eine Laufbahn und ein Beach-Volleyballplatz. 2006 entstanden eine neue Turnhalle und ein Klassenzimmer im Freien.

Das Missionshaus heute

Heute leben im Missionshaus fünf Patres, die als Pfarrseelsorger in der Umgebung wirken. Weiters drei Brüder und drei Schwestern. 38 Lehrer arbeiten in der Schule.

Sowohl die Chöre als auch das Streich- und Blasorchester und die sportlichen und künstlerischen Erfolge tragen zum hervorragenden Ruf des katholischen Privatgymnasiums bei.

Das Privatgymnasium St. Rupert, wurde im September 2018 von den Steyler Missionaren an die Vereinigung von Ordensschulen in Österreich, kurz VOSÖ, übergeben. Damit ist der weitere Schulbetrieb des Gymnasiums ganz im Sinne des Ordens auf lange Sicht hin abgesichert.[2]

Statistik nach 100 Jahren

  • Zirka 5 000 Schülerinnen und Schüler besuchten bis 2004 die Missionsschule
  • 220 Priester haben die Schulausbildung in St. Rupert genossen

Rektoren

Hauptartikel Rektoren des Missionshauses St. Rupert

Kreuzbergkirche

Hauptartikel Kreuzbergkirche

Bilder

 Missionshaus St. Rupert – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

Einzelnachweise

  1. https://salzburg.orf.at/v2/news/stories/2921876/ ORF Salzburg am 29.06.2018: Kaderschmiede des Sazistaates erforscht
  2. Salzburger Woche, Ausgabe Pongauer Nachrichten, 23. Februar 2017, Gymnasium St. Rupert mit neuem Träger