Mountainbike-Weltmeisterschaften 2012

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Die Mountainbike-Weltmeisterschaften 2012 fand vom 29. August bis 9. September 2012 in Saalfelden am Steinernen Meer und Leogang statt. Sie war von der Saalfelden Leogang WM GmbH organisiert.

Allgemeines

Am 29. September 2010 erhielt die Region Saalfelden-Leogang beim UCI Management Committee Meeting im Rahmen der Rad-WM in Australien den Zuschlag für die Mountainbike- und Trials- Weltmeisterschaften im September 2012. Genau zehn Jahre nach der erfolgreichen Weltmeisterschaften in Kaprun gastierte damit die weltweit größte Veranstaltung im Bereich Mountainbike zum zweiten Mal im Bundesland. Von 29. August bis 9. September 2012, kurz nach dem Ende der Olympischen Spiele in London, Großbritannien, wurden in Leogang die Bewerbe Fourcross und Downhill sowie in Saalfelden der Cross-Country und die Trials ausgetragen. Das Budget für die Titelkämpfe belief sich auf rund eine Million Euro.

"Österreich hat diese Großveranstaltung bekommen, weil wir unsere Radsportkompetenz auf internationaler Basis gefestigt haben", sagte der Mittersiller Wolfgang Weiss, der bereits die Mountainbike-WM 2002 in Kaprun sowie die Rad-WM 2006 in der Stadt Salzburg organisiert hatte. Weiss vermittelte unter der Federführung des Österreichischen Radsportverbands zwischen Leogang und dem Weltverband UCI.

ÖRV-Präsident Otto Flum war die Freude nach dem Zuschlag für Salzburg ins Gesicht geschrieben: "Leogang hat 2010 als Veranstalter des Mountainbike-Weltcups, wo der Ort kurzfristig für Schladming eingesprungen ist und innerhalb von zwei Monaten eine großartige Veranstaltung heraus gezaubert hat, eine Top-Visitenkarte abgegeben. Das hat die UCI beeindruckt." Und Weiss fügte hinzu "Natürlich haben wir bis 2012 nicht sehr viel Zeit. Aber die Leoganger haben gezeigt, dass sie mit Zeitdruck umgehen können. Wir müssen so bald wie möglich mit der Arbeit beginnen."

Seit der Eröffnung des Bikeparks in Leogang im Jahr 2001 hat sich an den Strecken einiges getan. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Streckenangebots und der Erfolg regelmäßig stattfindender Events haben den Weltverband überzeugt. "Der dieses Jahr erstmals in Leogang ausgetragene Weltcupbewerb hat durchwegs positives Feedback erhalten. Ich bin mir sicher, dass die Weltmeisterschaft genauso erfolgreich wird", meinte der Präsident der UCI, Pat McQuaid.

Eigens für die Trials-Bewerbe wurde im Zentrum von Saalfelden ein Parcours aufgebaut, auf dem die Biker ihre spektakulären Tricks dann vor einer beschaulichen Kulisse zum Besten gaben.

Proteste

Die Cross-Country-Strecke ist in der Saalfeldener Bürgerau geplant. In dem Wald- und Wiesengelände sollte eine permanente Mountainbike-Strecke entstehen, die auch in den Folgejahren genutzt werden kann. Dagegen wehrte sich die Bürgerinitiative proBürgerau. Denn durch die Strecke und Besucher bei Veranstaltungen werde das Naherholungsgebiet verunreinigt, Wald und Wiesen litten darunter. Darüber hinaus gäbe es ein erhöhtes Verkehrsaufkommen.

Die Veranstaltung

Insgesamt nahmen über 750 Fahrer aus 47 Nationen an den Weltmeisterschaften teil. Im Vorfeld der WM hatten die Organisatoren mit etwa 30 000 Zuschauern gerechnet, am Ende kamen über 43 500 zu den Wettkämpfen. Etwa 600 freiwillige Helfer waren bei der Veranstaltung im Einsatz. Dafür stand den Organisatoren ein Budget von 1,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Am 29. August 2012 gegen 19:00 Uhr wurden die Mountainbike-Weltmeisterschaften auf dem Rathausplatz in Saalfelden feierlich eröffnet. Nach einigen einleitenden Worten durch Landeshauptmann-Stellvertreter David Brenner, den Bürgermeistern von Saalfelden (Günter Schied) und Leogang (Helga Hammerschmied-Rathgeb), sowie einem offiziellen Repräsentanten der UCI, marschierten alle Nationen mit ihren WM-Teilnehmern auf dem Rathausplatz ein.

Der erste Teil der Wettkämpfe fand dann vom 31. August bis zum 2. September in Leogang statt, wo die Wettbewerbe im Four Cross (im Bikepark Leogang) und Downhill vom Asitz bei strahlendem Sonnenschein, von 12 000 Zuschauern verfolgt, entschieden wurden. Nach einem Ruhetag ging es ab dem 4. September mit den Trials-Wettbewerben im Saalfeldener Stadtzentrum weiter. Ab dem 6. September fielen in Saalfelden dann auch die ersten Entscheidungen im Cross Country. Beendet wurden die Titelkämpfe schließlich am 9. September mit der neuen WM-Disziplin Cross Country Eliminator.

Die artistischen Trial-Vorführungen in der Innenstadt von Saalfelden fanden in den Abendstunden statt und zogen ein großes Publikum an. Auch auf der Cross-Country-Strecke in der Bürgerau waren bis zu 15 000 Besucher pro Renntag an den Strecken. Österreichische Athleten waren bei der Jagd nach Medaillen vom Pech verfolgt: Alexander Gehbauer aus Kärnten verlor durch einen missglückten Radwechsel im U23-Rennen viel Zeit und wurde Vierter. Lisa Mitterbauer aus Seeham, ebenfalls U23, wurde nach einem Sturz 25. Erst im Abschlussbewerb, dem erstmals ausgetragenen Cross Country Eliminator, gelang das erste Edelmetall für die Gastgebernation: Daniel Federspiel aus Tirol wurde Dritter.

Die Schweiz war mit sechs Titeln erfolgreichste Nation der Titelkämpfe, gefolgt von Frankreich und Spanien mit vier bzw. drei Goldmedaillen. Deutschland belegte mit einer Gold- und insgesamt sechs Medaillen Platz vier im Medaillenspiegel; der Gastgeber Österreich gewann durch Daniel Federspiel nur eine Bronzemedaille.

Die Medaillengewinner

Four Cross Herren

1. Roger Rinderknecht (Schweiz)

2. Michael Mechura (Tschechien)

3. Tomas Slavik (Tschechien)

Four Cross Damen

1. Anneke Beerten (Niederlande)

2. Romana Labounkova (Tschechien)

3. Céline Gros (Frankreich)

Downhill Herren Elite

1. Greg Minaar (Südafrika)

2. Gee Atherton (Großbritannien)

3. Steve Smith (Kanada)

Downhill Damen Elite

1. Morgane Charre (Frankreich)

2. Emmeline Ragot (Frankreich)

3. Manon Carpenter (Großbritannien)

Downhill Junioren

1. Loic Bruni (Frankreich)

2. Richard Rude (USA)

3. Connor Fearon (Australien)

Downhill Juniorinnen

1. Holly Feniak (Kanada)

2. Tahnee Seagrave (Großbritannien)

3. Danielle Beecroft (Australien)

Cross Country Team

1. Italien

2. Frankreich

3. Deutschland

Cross Country U23 Damen

1. Jolanda Neff (Schweiz)

2. Yana Belomoyna (Ukraine)

3. Paula Gorycka (Polen)

Cross Country U23 Herren

1. Ondrej Cink (Tschechien)

2. Michiel van der Hejden (Niederlande)

3. Daniele Braidot (Italien)

Cross Country U23 Juniorinnen

1. Andrea Waldis (Schweiz)

2. Sofia Wiedenroth (Deutschland)

3. Lena Putz (Deutschland)

Cross Country U23 Junioren

1. Anton Cooper (Neuseeland)

2. Victor Koretzky (Frankreich)

3. Titouan Carod (Frankreich)

Cross Country Damen Elite

1. Julie Bresset (Frankreich)

2. Gunn-Ritja Dahle Flesjaa (Norwegen)

3. Georgia Gould (USA)

Cross Country Herren

1. Nino Schurter (Schweiz)

2. Lukas Flückiger (Schweiz)

3. Mathias Flückiger (Schweiz)

Cross Country Eliminator Herren

1. Ralph Naef (Schweiz)

2. Miha Halzer (Slowenien)

3. Daniel Federspiel (Österreich)

Cross Country Eliminator Damen

1. Alexandra Engen (Schweden)

2. Jolanda Neff (Schweiz)

3. Aleksandra Dawidowicz (Polen)

Trials Damen

1. Gemma Abant Condal (Spanien)

2. Andrea Wesp (Deutschland)

3. Tatiana Janickova (Slowakei)

Trials Herren Elite 26

1. Gilles Coustellier (Frankreich)

2. Kenny Belaey (Belgien)

3. Aurélien Fontenoy (Frankreich)

Trials Junioren 26

1. David Bonzon (Schweiz)

2. Jack Carthy (Großbritannien)

3. Eloi Pare Caballe (Spanien)

Trials Elite 20

1. Benito Ros Charral (Spanien)

2. Abel Mustieles Garcia (Spanien)

3. Vincent Hermance (Frankreich)

Trials Junioren 20

1. Raphael Pils (Deutschland)

2. Maxime Muffat (Frankreich)

3. Lucien Leiser (Schweiz)

Trials Team

1. Spanien

2. Frankreich

3. Deutschland

Quellen