Private Zimmervermietung in Salzburg

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Die private Zimmervermietung ist in Österreich durch Landesrecht geregelt.

Geschichte

Je nach Bundesland werden unterschiedlichen Anforderungen an die Privatzimmervermietung gestellt. So werden die Bettenanzahl und die Ausschank von Getränke und Speisen sowie die Orts- oder Kurtaxen darin geregelt. Jedoch verfügt nicht jedes Bundesland über gesetzliche Regelungen. Das Bundesland Salzburg hatte bis 24. September 2003 das Salzburger Privatzimmervermietungsgesetz 1966. Dieses wurde jedoch im Sinne einer Deregulierung ersatzlos gestrichen[1]. Lediglich die Orts- und Kurtaxen sind in der Landesabgabenordnung geregelt (§ 93 LAO). Ursprünglich war die private Zimmervermietung im Gesetz vom 2. April 1958 über die Regelung der Beherbergung von Fremden als häusliche Nebenbeschäftigung im Lande Salzburg festgelegt gewesen.

In den 2010er-Jahre wurde es immer beliebter die eigene Wohnung über Plattformen wie Airbnb, Wimdu oder 9flats zu vermieten. Allein in der Stadt Salzburg hat das Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR) bis Juli 2015 mindestens 600 Wohnungen gefunden, die kurzzeitig über diverse Portale angeboten wurden. Wer nebenberuflich unter die Hoteliers gehen will, muss einiges beachten, um sich nicht strafbar zu machen.

Was muss man als Gastgeber beachten?

Grundsätzlich muss zwischen Privatzimmervermietung und gewerblicher Beherbergung unterschieden werden: "Wer als häuslicher Nebenvermieter zum Beispiel ein Zimmer in seiner Wohnung oder eine Einliegerwohnung in seinem Haus vermietet, darf das natürlich", erklärt Maria Wottawa von der Österreichischen Hoteliervereinigung.

Voraussetzung ist aber,

  • dass man im selben Haus wohnt und
  • weniger als zehn Betten oder drei Wohnungen vermietet.

Wer mehr vermieten will, braucht eine Gewerbeberechtigung.

Frühstück und frische Handtücher dürfen nicht angeboten werden

Eine Gewerbeberechtigung braucht man auch, wenn man Nebenleistungen anbietet. Nebenleistungen des Gastgewerbes sind etwas Frühstück, das Wechseln der Wäsche und weitere Serviceleistungen. Wer diese Leistungen anbieten möchte, betreibt bereits gewerbsmäßiges Gastgewerbe. Dazu muss man aber entsprechende Berufserfahrung mitbringen, um überhaupt eine Gewerbeberechtigung zu bekommen. Dazu kommen die gesetzlichen Verpflichtungen eines Arbeitgebers. Zum Beispiel muss schon eine Reinigungskraft angemeldet und sozialversichert sein.

Vermietung der eigenen Wohnung

In einem Mehrfamilienwohnhaus muss man die Zustimmung aller Hauseigentümer einholen, als Mieter zudem die Zustimmung des Vermieters. Wenn die Wohnung mehr als zur Hälfte selbst genutzt wird und kein Gewinn[2] entsteht, kann dagegen auf das Einholen einer Zustimmung seitens des Vermieters verzichtet werden.

In Salzburg muss man zusätzlich auf das Raumordnungsgesetz achten, das die touristische Nutzung bei Gebäuden mit mehr als fünf Wohnungen verbietet.

Touristen müssen gemeldet werden

Hauptartikel Touristische Vermietung einer Wohnung

Sehr streng ist auch das österreichische Melderecht: Wer Touristen beherbergt, muss diese sofort bei der Gemeinde anmelden. Nur wenn man ohne Zusatzleistungen Privatzimmer in der eigenen Wohnung vermietet, ist man von der Meldepflicht befreit. Hier müssen sich die Gäste nach drei Tagen selbst melden. Mit der Meldung fallen dann automatisch Orts- oder Kurtaxen sowie Tourismusabgaben an, die bezahlt werden müssen.

Wer als Arbeitnehmer mehr als 730 Euro im Jahr als nebenberuflicher Hotelier dazuverdient, muss für die "Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit" eine Einkommensteuererklärung abgeben und für den Gewinn Steuern zahlen.

Was illegalen Gastgebern droht

Neben der Steuerfahndung sind es Mitarbeiter des städtischen Baurechtamtes, die bei sorglosen Privatvermietern anläuten. So beispielsweise Anzeigen von Nachbarn nachgegangen. Viele "Vermieter" wissen nicht, dass eine touristische Nutzung nach dem Salzburger Raumordnungsgesetz bei Gebäuden mit mehr als fünf Wohnungen verboten ist.

Wer seine Wohnung illegal vermietet, dem drohen Geldstrafen ab 500 Euro. Wiederholungstätern drohen Strafen bis zu 25.000 Euro.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle [1]
  2. die nachweislichen Einnahmen sind gleich hoch wie der nachweisliche Aufwand