Buchdrucker in Salzburg

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Der Buchdrucker war ein historisch handwerklicher Beruf zur Herstellung von Schriften und Büchern. Heute wird der Buchdruck in gewerblichen Betrieben (Druckereien) mit Hilfe von Maschinen produziert und durch Verlage vertrieben.

Einleitung

Das Buch wurde bis ins 15. Jahrhundert durch Schreiben auf Pergament manuell hergestellt. Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, gilt als Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern und der Druckerpresse. Durch Verwendung von beweglichen Lettern revolutionierte er ab etwa 1450 die herkömmliche Methode der Buchproduktion, wodurch Schriften (Flugblätter) und später Bücher in hoher Stückzahl erheblich kostengünstiger und rascher produziert werden konnten. Die Drucker übten diese Arbeit am Anfang wohl als "fahrende Gesellen" aus, die von Stadt zu Stadt zogen und so die neue Herstellungstechnik verbreiteten. Auch die Protestanten nutzten den Buchdruck, um ihre Schriften zu verbreiten. Dadurch entstanden Vorbehalte im Lager der römisch-katholischen Liga. Die "schwarze Kunst" wurde von den konservativen Bischöfen und Fürsten wegen der religionskritischen Inhalte der neuen Lehre nicht geduldet.

Mit dem Handwerk des Buchdruckers entstanden auch die Handwerke des Schriftgießers, Schriftschneiders und des Schriftsetzers. In der Setzerei wurden die vom Schriftgießer gebrauchsfertig gelieferten Lettern (Typen) im Setzkasten zu fertigen Vorlagen montiert.[1]

Buchdrucker in Salzburg

Fürsterzbischof Matthäus Lang von Wellenburg (1519 bis 1540), der die Vorteile einer eigenen Buchdruckerei wohl zu würdigen wusste, berief mutmaßlich einen Typographen (Schriftsetzer) in das Erzstift Salzburg und ließ seine Befehle und Verordnungen durch denselben drucken. Auf Grund des Datums, wann der Buchdruck tatsächlich erfolgte, kommt aber insbesondere sein Nachfolger Ernst Herzog von Bayern dafür in Frage.

Hans Baumann

Hans Baumann (* Rothenburg ob der Tauber in Bayern) war nachweislich der erste Schriftsetzer (Typograph) und Buchdrucker in Salzburg. Sein Impressum erscheint erstmals auf der 1551 gedruckten[2], elf Bogen starken Bergordnung des Fürsterzbischofs Matthäus Lang von 1532. Hans Baumann arbeitete von 1551 bis etwa 1569 in Salzburg. Es scheint, dass Baumann infolge der zu jener Zeit dann erlassenen strengeren Gesetze gegen den Buchdruck Salzburg wieder verlassen hat.

Konrad Kürner

Konrad Kürner (* um 1570; † um 1619 in Salzburg) war ein Schriftsetzer (Typograph) und Buchdrucker. Er wird 1592 als erster erzbischöflicher Hof- und Kammer-Buchdrucker in Salzburg genannt und begann mit ihm die Reihe der erzbischöflichen Hof- und Kammer-Buchdrucker, die später auch als Universitätsbuchdrucker bezeichnet wurden.

In seiner Offizin (mittelalterlicher Ausdruck für eine Werkstatt, die hochwertige Waren produzierte) wird die Missale Salisburgense, iuxta ritum & consuetudinem Sanctae Romanae Ecclesiae restitutum (etc.), die 1605 im Auftrag von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau gefertigt wird.[3] Nachfolger war Gregorius Kürner, sein Sohn. Gregorius verließ 1632 Salzburg und zog nach Linz. Der Anlass, weshalb er Salzburg den Rücken kehrte, soll die Abweisung seines Gesuches um die Erlaubnis zur Gründung einer Brauerei gewesen sein. Nach einer Quelle der Zaunrith'schen Buchdruckerei (1901) soll Gregorius Kürner tatsächlich Bierbrauer geworden sein und die Tochter des „Brauers an der Stiege" (Stieglbrauerei) geheiratet haben. Seine Buchdruckerei übte er in einem dem Ursulinenkloster benachbarten Haus aus.

Christoph Katzenperger

Christoph Katzenperger, der sein Nachfolger war, betrieb sein Geschäft im dritten Hause vom Klausentor stadteinwärts und starb 1653 im Alter von 55 Jahren.

Dies sind auch jene drei oder vier Buchdrucker gewesen, die später für die Zeit zwischen 1550 und 1650 statistisch als Buchdrucker in der Stadt Salzburg verzeichnet wurden.

Friedrich Keyl

Friedrich Keyl, der sich 1865 als Anton Pustets Teilhaber selbständig machte und Reinhold Kiesel mitnahm, gründete die Keyl'sche Buchdruckerei, aus der das Verlagshaus Kiesel hervorging. Er war gelernter Schriftsetzer.

Johann Baptist Mayr

Johann Baptist Mayr - der in erster Ehe die Anna Ursula († 2. April 1675 in Salzburg), Witwe nach dem Buchdrucker Christoph Katzenperger heiratete - übernahm deren Druckerei. Fürsterzbischof Max Gandolf, Stifter der berühmten Bibliothek in der Neuen Residenz, verlieh Johann Baptist Mayr 1668 das Privileg eines Hof- und akademischen Buchdruckers. Unter Mayr nahm die Typographie einen neuen Aufschwung, wozu wohl auch die 1652 erfolgte Reorganisation der Benediktineruniversität das meiste beitragen hatte. Mayr durfte als Erster in Salzburg eine Zeitung drucken. Die Mayr'sche Buchdruckerei gilt als älteste Buchdruckerei in Salzburg.

Johann Baptist Mayr führte das Geschäft bis 1708. Danach scheint scheint dessen Sohn, Johann Josef Mayr von Mayregg als Buchdrucker auf. Nach seinem Tod führten das Geschäft dessen Erben, dann die Tochter Anna Viktoria, verehelichte Konhauser von Sternfeld weiter. Die Mayr'sche Buchdruckerei bestand unter diesem Namen mehr als ein Jahrhundert lang.

Franz Xaver Duyle

1783 verkaufte das Waisenhaus die Buchdruckerei und Buchhandlung samt dem Verlagsrechte der „Salzburger Zeitung" und das "Intelligenzblatt" an Franz Xaver Duyle um 10 000 Gulden. Duyle wurde akademischer Buchdrucker und war allein zum Druck der vom Hofe und der Universität kommenden Arbeiten berechtigt. Er starb 1804. Bis zur Volljährigkeit seines Sohnes führte das Geschäft ein Kuratorium. 1811 übernahm dann Duyle Junior.

1843 verkaufte Duyle jun. die Duyle'sche Buchdruckerei an Adolf Christ. Gottfried Lindig aus Pößnegg. Weitere Besitzer waren: 1856 Valentin Rehle: 1862 Max Glonner; 1863 Anton Pustet und Friedrich Kehl.

Anton Pustet

1865 übernahm Anton Pustet das Geschäft allein, da Friedrich Kehl eine eigene Druckerei gründete. Nach dem Tod von Anton Pustet im Jahr 1894 übersiedelte die Firma A. Pustet mit der Druckerei und Verlagshandlung in das eigene Haus in der Sigmund-Haffner-Gasse 18. Seit 1897 war Ida Rademan die Besitzerin.

Franz Xaver Oberer

Franz Xaver Oberer übernahm 1796 die Oberer'sche Druckerei.

Kaspar Zaunrith

Kaspar Zaunrith war ein Buchdrucker, der die Zaunrith'sche Buchdruckerei gründete, aus der die heutige Salzburger Druckerei hervorging.

Quelle

  • Josef Dumler: Festschrift "Beitrag zur Geschichte des Salzburger Buchdruck- und Zeitungswesens", herausgebenen aus Anlass des 60-jährigen Bestandes des Buchdrucker und Schriftgießerverein für das Kronland Salzburg, 1909, ANNO, Salzburger Volksblatt, 26. Juni 1909, Seite 4

Einzelnachweis