Stahlwerk Annahütte

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Stahlwerk Annahütte in Hammerau-Ainring mit Werkskanal
Wals-Siezenheim, im Vordergrund der Schlot der Stahlhütte
Kraftwerksanlage an der Saalach des Stahlwerkes Annahütte in Hammerau
Saalachwehr für das Stahlwerk Annahütte bei Käferheim, nordöstliche Ansicht
Saalachwehr in Käferheim für das Stahlwerk Annahütte, Panoramabild

Das Stahlwerk Annahütte in Hammerau in Gemeinde Ainring im Rupertiwinkel, gehört zur Max-Aicher-Unternehmensgruppe und dürfte mit einer bereits mehr als 470-jährigen Geschichte das älteste noch existierende Eisenwerk Europas sein.

Geschichte

Seit 1537 wird in der bayerischen Annahütte, das direkt an der Saalach liegt, Stahl erzeugt. Auch wenn der Hochofen nach Übernahme durch den Industriellen Max Aicher 1975 stillgelegt wurde, hat sich das Geschäft prächtig entwickelt. Aus 85 Mitarbeitern sind 500 geworden (Stand Frühjahr 2012). "2011 war für uns in puncto Umsatz und Rentabilität das beste Jahr der Geschichte", sagte Geschäftsführer Peter Meyer in einem Interview für die Salzburger Nachrichten im Mai 2012. Der Umsatz wurde im Vergleich zu 2010 um 50 Mill. auf 224 Mill. Euro gesteigert. Dazu kommen noch 40 Mill. Euro von 14 Auslandstöchtern.

2011 hatte das Walzwerk an der Salzburger Grenze das beste Jahr seiner Geschichte - und liefert Stahl zur Bebauung von Ground Zero[1].  In der Produktion selbst ist nur mehr ein geringer Teil der insgesamt 500 Mitarbeiter tätig. Die Produktionshalle ist 400 Meter lang.

Auch 2012 werden in der Annahütte wieder zwölf Millionen Euro investiert. Geplant sind etwa zwei neue Produktionshallen. "Weiters haben wir zwei Wasserkraftwerkprojekte eingereicht", verrät Meyer. Damit wolle man beim Strom von 40 auf 100 Prozent Eigenversorgungsgrad kommen. "Das rentiert sich - angesichts unserer Energiekosten von bis zu sechs Millionen Euro im Jahr", ergänzt die zweite Geschäftsführerin Katharina Eisl - und lädt schon jetzt zum Tag der offenen Tür anlässlich der 475-Jahr-Feier des Betriebs im September ein. Zu sehen ist, wie der vom Schwesterwerk in Augsburg bezogene Stahl im Hammerauer Walzwerk zu Stabstahl für die Autoindustrie ("da sind wir mengenmäßig Europameister") und Gewindestahl ("da sind wir Weltmarktführer") verarbeitet wird. Aktuelles Prestigeprojekt ist der in Bau befindliche Freedom Tower auf dem Gelände des ehemaligen World Trade Centers in New York. Meyer: "Da liefern wir den Stahl - damit dieses Hochhaus bei einem Brand bis zu vier Stunden standhält."

Chronologie

  • 1537: Fürsterzbischof Matthäus Lang von Wellenburg erteilt die Genehmigung zur Förderung und Verarbeitung von Eisenerz;
  • 1550: Beginn der Produktion von Blechen, Schrauben, Draht und Nägeln;
  • 1600: die Produktion wird auf Kriegsmaterial ausgeweitet;
  • 1866: Errichtung eines Blechwalzwerks;
  • 1906: Während der deutschen Wirtschaftskrise wird das das Werk in Hammerau an die Fürstlich Hohenzollerische Hüttenverwaltung verkauft;
  • 1924: Hammerau wird von Familie Zeller[2] übernommen und erhält den Namen "Annahütte";
  • 1945: Bau eines Siemens-Martins-Ofen, der die Grundlage für die eigene Stahlproduktion ist;
  • 1975: Max Aicher kauft das Stahlunternehmen und es kommt zur Umbenennung in Stahlwerk-Annahütte Max Aicher GmbH;
  • 1982: die Walzstraße wird modernisiert, ein eigenes Wasserkraft und ein neuer Hubbalkenofen werden gebaut;
  • 1984: die Produktpalette wird auf Gewinde- und Spannstähle ausgedehnt;
  • 1991: Beginn der Stabstahlerzeugung;
  • 1993 - 2000: der Ausbau der Produktpalette wird mit hohen Investitionen weiter vorangetrieben;
  • 2002: in den Vereinigten Staaten von Amerika entsteht der erste Vertriebsstandort;
  • 2003 - 2007: es kommt zur Erweiterung der Lagerhallen, zum Ausbau der Fertigungstiefe und der Produktpalette;
  • 2007: die Produktionsmenge im Walzwerk übersteigt erstmals 200 000 Tonnen;
  • 22. September 2012: das Stahlwerk Annahütte begeht mit einem großen Fest sein 475-Jahr-Jubiläum;

Sonstiges

Ein Stück saalachaufwärts auf der Höhe der Walser Ortschaft Käferheim befindet sich eine große Wehr (siehe Bild) zur Ableitung eines Teiles des Saalachwassers zur Energiegewinnung für das Stahlwerk.

Weblinks

Quellen

Fußnoten

  1. siehe Wikipedia Ground Zero
  2. aus der Walter Zeller, Vize-Weltmeister 1956 in der 500-cm³-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft, stammte