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Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau Heimsuchung

Die Wallfahrtskirche Maria Bühel liegt an einem Wanderweg, etwas außerhalb des Stadtzentrums.
Die Wallfahrtskirche Maria Bühel in Oberndorf bei Salzburg, südliche Ansicht.
Innenaufnahme
Der Hochaltar mit dem Gnadenbild.

Die Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau Heimsuchung (Maria Bühel) ist eine römisch-katholische Kirche nordwestlich des Stadtzentrums von Oberndorf bei Salzburg im Flachgau auf 430 m ü. A.. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

Erreichbarkeit

Mit einem Fahrzeug ist die in Maria Bühel im Ortsteil Bichlhaiden gelegene Wallfahrtskirche über die St. Georgener Straße und von Süden her über den Maria-Bühel-Weg erreichbar. Sie kann auch gut zu Fuß erreicht werden, entweder vom Stille-Nacht-Platz in Oberndorf bei Salzburg oder von Laufen an der Salzach aus, über den Europasteg. Bei beiden Ausgangspunkten betritt man zuerst die Kalvarienbergstiege, passiert die Kalvarienbergkapelle und gelangt auf einem leicht ansteigenden Weg zur Wallfahrtskirche.

Patrozinium

Die Kirche ist mit einem Kuratbenefizium ausgestattet.[1] Das Patrozinium wird am 31. Mai gefeiert, vor der Liturgiereform feierte man es am 2. Juli.[2]

Geschichte

1663 ließ der Stiftsdechant des Kollegiatstiftes Laufen, Georg Paris Ziurletti "auf der undtern Haydn am Berg ... alwo gleisamb jedermann von Passau und Burgkhausen durchraisen mues ..." das Bild "Maria Hilf" bei einer hölzernen und bald danach gemauerten Kreuzsäule aufstellen. Wegen der zunehmenden Verehrung des Bildes ließ man eine Kapelle bauen, was aber die Wallfahrt "Maria Hilf Bild auf dem Bichl" noch populärer werden ließ.

1670 bis 1673 wurde die Wallfahrtskirche mit einer doppeltürmigen Fassade errichtet, 1718 bis 1721 die Kirche zur gegenwärtigen Form erweitert. Die verspielten Doppelzwiebeltürme sind weithin sichtbar.

Das Innere der Wallfahrtskirche zieren ein schönes Kuppelfresko, Altarbilder von Michael Rottmayr und Statuen von Josef Anton Pfaffinger. Der prächtige Hochaltar mit dem Gnadenbild wurde von Antonio Beduzzi (* 1675; † 1735) geschaffen. Die Kirche hat eine prächtige Innenausstattung mit Votivtafeln.

An den Außenmauern befinden sich Gräber von Mitgliedern der Adelsfamilie Auersperg.

Wallfahrt nach Maria Bühel

Von Laufen und Oberndorf bei Salzburg kann man eine kleine Wallfahrt unternehmen. Am besten beginnt man von der Oberndorfer Seite bei der Pfarrkirche St. Nikolaus und startet mit dem freudenreichen Rosenkranz.

Entlang der Salzach gehen wir bis zur Stille Nacht Kapelle, wo sich die Gedenkkapelle zum Beten der "Rosenkranzgesätze der Menschwerdung" anbietet. Anschließend gelangen wir - unter Beten der "Schmerzhaften Geheimnisse" - die Salzach flussabwärts zur neu renovierten Statue des Brückenheiligen Johannes Nepomuk. Von dort führt eine zunächst zweiarmige Stiege, die in einen insgesamt 139 Stufen umfassenden Aufstieg mündet, zu einer Kreuzigungsgruppe. Von dieser Anhöhe bietet sich uns ein wunderbarer Blick über das Knie der Salzach hinüber ins bayerische Laufen.

Einige hundert Meter geht nun der Weg feldeinwärts bis zur barocken Wallfahrtskirche Maria Bühel. Die zweitürmige Wallfahrtskirche Maria Bühel steht hoch über der Salzach bei Oberndorf. Bei klarer Sicht belohnt uns das wunderbare Bergpanorama der im Süden gelegenen nördlichen Kalkalpen. Beim Bühelwirt kann man auf eine verdiente Jause gut einkehren.

Zurück verfolgt man mit dem glorreichen Rosenkranz den selben Feldweg bis zur Salzach, überquert diese über den neuen Europasteg in Oberndorf bei Salzburg, der sich an der Stelle befindet, wo die alte Brücke zwischen Alt-Oberndorf und Laufen über die Salzach führte, und passiert das untere Stadttor, das so genannte Alm- oder Tränktor von Laufen. Die Pilgerfahrt endet in der Stiftskirche von Laufen, die der Aufnahme Mariens in den Himmel gewidmet ist und betet dort die letzten Gesätze des Rosenkranzes. Mit dem lichtreichen Rosenkranz kommt man über die Länderbrücke wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Ausstattung

Orgel

 
Ludwig-Mooser-Orgel aus dem Jahre 1857

Anscheinend war in der Kirche bis 1857 ein Positiv vorhanden, das vier Register aufwies. Im Jahre 1857 spendete die Gaßlbräuerin Katharina Metzger 600 fl. für die Anschaffung einer neuen Orgel, Ludwig Mooser hatte mit den Arbeiten für eine solche schon vorab begonnen.
1916 veränderte Johann Josef Mertel (Hans Mertel)[3] das Instrument, es wurde aber 1994 von Fritz Mertel, einem Enkel von Hans Mertel, restauriert und wieder auf den Zustand der Erbauung gebracht.[4]

Disposition

Manual: (54 Tasten C–f3)
Prinzipal[5] 8'
Salicional[6] 8'
Coppel 8'
Flöte 4'
Octave (Piccolo) 2'
Mixtur III 11/3'
Pedal: (18 Tasten C–f0)
Subbass 16'
Oktavbass 8'
Pedal immer gekoppelt

Bilder

  Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau Heimsuchung – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki    
  Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau Heimsuchung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quelle

Weblink

Einzelnachweise

  1. “[beneficium] liberae collationis“; Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 186.
  2. Unter Papst Pius V. war der Festtag am 2. Juli in den allgemeinen römischen Kalender aufgenommen worden. Da der 2. Juli nach dem Geburtsfest Johannes des Täufers, am 24. Juni liegt (genau einen Tag nach dem Oktavtag des Johannesfestes), zog die nachkonziliare Liturgiereform Mitte der 1960er-Jahre das Fest auf den 31. Mai vor (bis dahin Termin des Fests Maria Königin), so dass es zugleich als Abschlussfest des traditionellen Marienmonats gefeiert werden kann.
  3. * 14. Mai 1873 in Marktschorgast, Oberfranken; † 14. Dezember 1937 in Salzburg, Gnigl.
  4. Roman Matthias Schmeißner: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg. Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 238–240.
  5. In der Großen Oktav erklingt der Oktavbass 8'.
  6. In der Großen Oktav erklingt die Coppel 8'.