Zisterzienserkloster Raitenhaslach

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Kloster Raitenhaslach
Karte
die ehemalige Stiftkirche inmitten des ausgedehnten ehemaligen Klosterareals
Kloster Raitenhaslach nach einem Kupferstich von Michael Wening von 1721
prunkvoller Altar in Raitenhaslach

Das ehemalige Zisterzienserkloster Raitenhaslach Raitenhaslach befindet sich in Burghausen in Bayern an der Salzach und war ein Salzburger Eigenkloster.

Geschichte

Das Kloster als Eigenkloster von Salzburg

Im Salzburger Güterverzeichnis wird der Ort Raitinhaselach erstmals 788 erwähnt. Man vermutet, dass es bereits im 8. oder 9. Jahrhundert eine klosterähnliche Einrichtung an diesem Ort gab. Für eine weitere Vermutung, dass der Salzburger Erzbischof Konrad I. ein Stift für Augustiner-Chorherrn im Jahr 1123 errichtet hatte, gibt es keine Beweise. Lediglich die Gründung eines Zisterzienserklosters in Schützing an der Alz (im Dreieck Altötting - Marktl - Burghausen gelegen) am 27. Oktober 1143 ist in den Lebenserinnerungen von Konrad I. festgehalten. Es war im Besitz des Grafen Wolfher von Tegernbach und seine Gemahlin Hemma. Sie vermachten das Kloster dem Erzbistum Salzburg. Ein Hinweis, dass es um jene Zeit auch ein Kloster in Raitenhaslach gegeben haben könnte, ist der Umstand, dass die ersten Mönche unter Abt Gero in Schützing aus dem Kloster Salem in Salmansweiler stammten. Und das Kloster Raitenhaslach war ein des Klosters Salems. Belegt ist, dass 1145 dieses Kloster aus Schützing aus Gründen der ungünstigen Lage nach Raitenhaslach an die Salzach verlegt wurde.

Mit einer Urkunde vom 15. Juni 1146 vom Salzburger Erzsbischof Konrad I. wurde Raitenhaslach mit dem Privileg des Besitzes von Land, Vermögen und Rechten ausgestattet. Es folgten weitere päpstliche Privilegien. Unter den Salzburger Erzbischöfen erlebte das Kloster bis Mitte des 13. Jahrhunderts eine Blütezeit.

weitere Salzburgbezüge

1526 zog sich der Bischof von Chiemsee, Berthold Pürstinger, hier zurück.

Das Kloster wird baierisch

1275 kam es zur Trennung von Salzburg von Baiern und die baierischen Herzöge wurden zu den Förderern des Klosters, aber auch zu dessen obersten Pfleger.

Der Besitz eines möglichst umfangreichen Ablassschatzes war den Mönchen des Klosters stets sehr wichtig. So findet sich der frühestes Ablassbrief bereits im Jahr 1262, datiert mit 13. April.

Der barocke Umbau erfolgte in den Jahren 1690 bis 1696. Im 18. Jahrhundert fanden weitere umfangreiche Baumaßnahmen statt. Die heutige Gestalt und Fassade der Basilika stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und sind im Stil des Rokoko gehalten.

Bis zur Auflösung des Klosters im Jahre 1803 war es eng mit dem bayerischen Herrscherhaus verbunden. In der Zeit von 1396 bis 1502 wurden hier Angehörige der Wittelsbacher beigesetzt. Die meisten Klostergebäude wurden nach der Aufhebung verkauft. Einige Gebäude sind dann abgerissen worden, wie das Refektorium und die Bibliothek.

Klosterküche

Die klösterliche Küche des heutigen Klosterbräus basiert teilweise auf einem Kochbuch von 1719, ist aber vom Chefkoch in Harmonie mit den heutigen Gaumengewohnheiten gebracht worden.

Als im April 1782 Papst Pius VI. auf seiner Rückreise von Wien nach Rom spontan einer Einladung von Kurfürst Karl Theodor nach München folgte, herrschte im Zisterzienserkloster Raitenhaslach große Aufregung: Würde der Papst das Kloster womöglich als Nachtlager nutzen? Bis auf die Innbrücke in Braunau am Inn wurde Papst Pius VI. offiziell vom österreichischen Grafen Kobenzel begleitet. Dann nahm ihn dann eine kurbayerische Deputation in Empfang. Sein Weg streifte das damals berühmte Kloster im nur sieben Kilometer entfernten Marktl, wo die Pferde gewechselt wurden. Am 25. April 1782 traf Pius im altehrwürdigen Wallfahrtsort Altötting ein, um von dort über Ramsau nach München weiter zu reisen.

Das Kloster Raitenhaslach, etwa in der Mitte der Route gelegen, schien also die ideale Übernachtungsstätte für den Heiligen Vater zu sein. Abt Theobald Weissenbach, ein Bierwirtssohn aus Wemding, wollte den Papst nicht nur entsprechend bewirten, sondern ließ das mit religiösen Motiven bereits prunkvoll ausgemalte Gästezimmer auf Hochglanz bringen und versah die linke Zimmerecke mit einem verzierten Schrank – in der Form identisch dem großen geschwungenen Kaminofen in der rechten Zimmerecke – um den Leibstuhl dezent zu kaschieren. Der barocke Prunksaal („Steinerner Saal“) wurde feierlich geschmückt, ebenso die große Klosterkirche. An den Küchenmeister erging der Auftrag, sowohl eine üppige Mahlzeit mit mehreren Gängen als auch eine bescheidene Brotzeit (ganz in der Tradition des Ordens, also fleischlos) vorzubereiten. Dazu ein frisches Bier aus der klostereigenen Brauerei oder ein Wein (Muskateller oder grüner Veltliner) aus den Lesegärten des Klosters in Weinzierl bei Krems (.).

Ob der Heilige Vater nun tatsächlich im Kloster übernachtet und, falls ja, was er dort gegessen hat – das ist bedauerlicherweise nicht belegt. Wohl aber weiß man, dass alles für den Fall bereitet war. Und dass es in Strömen regnete an jenem Apriltag anno 1782.

Äbte

Pfarrkirche heute

1806 wurde aus der ehemaligen Klosterkirche die heutige Pfarrkirche. Die Innenausstattung der Kirche wurde immer dem aktuellen Kunststil angepasst. Besonders sehenswert sind die Altäre, die Fresken und der Kreuzgang mit den Grabplatten.

Bildergalerie

Quellen