Wirtschaft

Großer Shopping-Andrang vor dem nächstem Lockdown

Viele Österreicher haben den Samstag zum Einkaufen genutzt. Der bevorstehende harte Lockdown ab Dienstag, der bis 6. Dezember gelten soll, führte zu einer hohen Frequenz in Einkaufszentren und Geschäften. Vielerorts boten Händler Rabatte an. Auch vor Bau-, Einrichtungs- und Elektromärkten herrschte reger Betrieb. Im Westen war etwa Vorarlbergs größtes Einkaufszentrum - der Messepark in Dornbirn - gut besucht. In Wien war der Besucherandrang im Q19 groß.

Besucherandrang vor neuem Lockdown SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Besucherandrang vor neuem Lockdown

Im Westen war etwa Vorarlbergs größtes Einkaufszentrum - der Messepark in Dornbirn - von der Früh weg äußerst gut besucht, im Innsbrucker DEZ fing der Vormittag "belebt" an - mit einer weiteren Steigerung wurde gerechnet. Wie ein Lokalaugenschein im Messepark in Dornbrin zeigte, drängten sich die Besucherströme durch die Gänge, im Lebensmittelhandel waren die Einkaufswägen gefüllt. Auf spezielle Waren - Stichwort: Toilettenpapier - hatten es die Messepark-Besucher dabei aber nicht abgesehen. Zur sehr starken Frequenz dürfte auch beigetragen haben, dass manche Geschäfte mit hohen Rabatten lockten.

Im Q19 in Wien-Heiligenstadt bildeten sich lange Schlangen mit prall gefüllten Einkaufswägen vor den Liften. Auch die Frequenz in den Geschäften war hoch. "Seit gestern ist es wirklich arg", so ein Verkäufer in einem Sportgeschäft. Und auf Nachfrage: "Die Menschen sind sehr aggressiv. Die Stimmung ist wirklich seltsam". "Am Montag wird es noch ärger", erwartet ein anderer Verkäufer, der auch die hohe Frequenz am Samstag bestätigt.

Doch nicht nur bei den Verkäufern sind gute Nerven gefragt, auch bei den Arbeitgebern ist die Stimmung angespannt. "Für unsere Branche ist der harte Lockdown das Worst Case Szenario. November und Dezember sind die beiden umsatzstärksten, wichtigsten Monate des Geschäftsjahres. Pro Lockdown-Woche rechnen wir im Non-Food Handel mit einem Umsatzausfall von mindestens 900 Millionen Euro", rechnete der Handelsverband vor.

Die Oberösterreicher lernten offenbar aus dem letzten Lockdown dazu: Während sich der Ansturm auf Supermärkte in Grenzen hielt bzw. einem normalen Samstagvormittag entsprach, war vor Bau-, Einrichtungs- und Elektromärkten reger Betrieb, wie ein nicht repräsentativer Lokalaugenschein der APA ergab. Man deckte sich für die nächsten Wochen mit Heimwerkerzubehör ein und kaufte - etwas früher als in normalen Jahren - Advent-Dekoration.

In der Grazer Innenstadt war Samstagvormittag sehr viel los. In einer großen Buchhandlung bildeten sich vor sämtlichen Kassen lange Schlangen wie sonst nur kurz vor Weihnachten. In einem großen Supermarkt war ein für einen Samstag üblicher Andrang ersichtlich. "Fast gestürmt" wurden laut Gerhard Wohlmuth, Spartenobmann Handel der steirischen Wirtschaftskammer, vor allem der Lebensmittelhandel. "Es wurden wieder verstärkt Vorräte angelegt, was verwunderlich ist, weil der Lebensmittelhandel die Bevölkerung kontinuierlich versorgt."

Der Klagenfurter Benediktinermarkt etwa war gut besucht, das Einkaufszentrum City Arkaden ebenso, zeigte sich bei einem APA-Lokalaugenschein auch hier. Vor einem Schuhgeschäft in dem Einkaufszentrum, das Rabatte von 50 Prozent anbot, hatte sich bereits eine lange Warteschlange gebildet, weil immer nur einzelne Kunden eingelassen wurden. Zusätzlich befeuert wurde der Andrang wohl durch eine Cashback-Aktion der Klagenfurter Stadtregierung zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft, die am Donnerstag angelaufen war.

Auch in Salzburg hat wohl auch der anstehende Lockdown viele Kunden in die Geschäfte getrieben. Die längsten Schlangen bildeten sich dabei vor den Kassen der großen Baumarktketten Bauhaus und OBI, auch die Parkplätze waren voll. "Das ist aber an anderen Samstagen oft auch so", relativierte ein Bauhaus-Mitarbeiter bei einem APA-Lokalaugenschein.

Quelle: APA

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