In Santiago de Chile hat es 30 Grad. Fein für das Basel-Komitee!

Absurde Regeln machen das Bankgeschäft schwer. Jetzt werden die Regeln verschärft, bis auch die letzte Bank zusperrt.

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Barazon Ronald Barazon

In Santiago de Chile tagte Montag und Dienstag das berüchtigte Basel-Komitee, das seit Jahren mit unsinnigen Vorschriften das Bankwesen quält und die Finanzierung der Unternehmen behindert. Warum in Santiago? Vermutlich ist Basel auf Dauer nicht so unterhaltsam.

Und wieso behindert das Komitee die Wirtschaft? Dieses Gremium hat keine Macht, es gibt ausschließlich unverbindliche Empfehlungen ab. Für die EU gilt nur, was das EU-Parlament und die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten entscheiden. Und diese haben Basel III beschlossen und werden auch die Absurditäten, die sich in Basel IV ankündigen, musterschülerhaft zu Gesetzen erheben.

Ach ja. Amerika ist an allem schuld! Natürlich waren es die USA, die Europa Basel III aufgezwungen haben! Allerdings: Vor dem EU-Parlament sind keine US-Panzer gesichtet worden. Und in den USA wurde Basel III auch weit praxisnäher umgesetzt als in Europa.

In den USA wurde, anders als in Europa, die Spekulation der Banken gesetzlich beschränkt. Diese sinnvolle Maßnahme hat dafür gesorgt, dass die US-Banken jetzt gesund sind, während in Europa eine Bankenkrise herrscht.

Der neue US-Präsident, Donald Trump, will die Bestimmungen lockern. In Kürze wird man wieder munter mit dem Geld der Einleger Milliarden riskieren können!

Die Skurrilität kennt keine Grenzen: Die Europäische Zentralbank begrüßt diesen Plan. Offenbar kann EZB-Präsident Mario Draghi seine Vergangenheit bei dem Investmentbanker Goldman Sachs nicht vergessen.

Dabei sollte den europäischen Währungs hüter das Thema interessieren: Die Deutsche Bank hatte zur Jahresmitte 2016 das kleine Sümmchen von 44.000 Milliarden Euro in Spekulationspapieren platziert. Das ist nur 15 Mal das Jahressozialprodukt von Deutschland. Der Risikomanager des Instituts beruhigt und erklärt, wirklich, echt, also ernsthaft im Risiko seien ohnehin nur 44 Milliarden. Dabei leidet die Bank schon unter 135 Milliarden an gefährdeten Forderungen.

Zur Beunruhigung: Auch Basel IV wird daran nichts ändern. Schon Basel III hat für jeden Handgriff eines Bankmitarbeiters eine Regelung erfunden, Basel IV bringt zusätzliche Vorschriften, doch die Spekulation wird nicht unterbunden. Im Sinne des Kontrollwahns müssen aber riskante Geschäfte besser dokumentiert werden, damit die Aufseher im Nachhinein feststellen können, ob die einzelne Transaktion auch hätte durchgeführt werden dürfen. Wenn nicht, hagelt es riesige Strafen.

Womit nur leider kein Cent, geschweige denn eine Milliarde oder mehr wieder entsteht.

Es war aber sicher nett in Santiago. Dort hat es derzeit 30 Grad Celsius.

Aufgerufen am 23.09.2018 um 10:52 auf https://www.sn.at/kolumne/barazon/in-santiago-de-chile-hat-es-30-grad-fein-fuer-das-basel-komitee-837616

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