Start-ups geben auf, Banker stehen auf der Straße, Bürokraten . . .

Jeder Tag bringt neue, unsinnige Regeln. Alle jammern, niemand gebietet Einhalt. Und die Zukunft erstarrt in der Bürokratie.

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Barazon Ronald Barazon

. . . und Politiker regulieren. Es ist zum Verzweifeln. Sogar die lächerlich kleinen Photonen kommunizieren, auch wenn sie meilenweit voneinander entfernt sind. Die Menschen, die nicht auf geheimnisvolle, bislang nicht erklärbare Verbindungen angewiesen sind, sondern sogar Gespräche führen könnten, erkennen keine Zusammenhänge.

Die jüngste Insolvenzstatistik zeigt, dass die Zahl der Konkurse von Start-ups deutlich ansteigt. Immer noch schaffen die meisten Gründer den Weg zum Erfolg, aber die Zahl der Pleiten nimmt zu. Und wie lauten die Kommentare: Ja, man sollte eben nicht ohne Eigenkapital eine Firma starten. Wie bitte? Eigenkapital? Das ist sogar bei älteren Unternehmen oft eine Mangelware, wo sollen denn die Anfänger Eigenkapital auftreiben? Bei den in Österreich kaum vorhandenen Kapitalgebern, die zumeist die Flucht ergreifen, wenn der Wind etwas rauer weht?

Kein Tag vergeht ohne eine Meldung über die Kündigung von weiteren Tausenden Bankmitarbeitern. Und wie lauten die Kommentare? Die Banken haben uns die Finanzkrise 2008 beschert! Gut, dass jetzt die Banken leiden. Außerdem braucht niemand mehr Filialen, schließlich kann man doch alle Transaktionen problemlos im Internet erledigen. Wie bitte? Man braucht keine Banken mehr? Und wer kümmert sich um die Finanzierung der Unternehmen und der Privathaushalte? Um den Wohnbau, um den Export? Das Internet?

Die Lösung bestünde in der Nachricht von Photon an Photon: Die Bankmitarbeiter wären die idealen Betreuer der Start-ups. Die zahllosen im Aufbau befindlichen Unternehmen brauchen Finanzierungen, allerdings keine großen Beträge. Nachdem die meisten Gründer erfolgreich sind, kommt es nur zu Ausfällen, die jede Bank problemlos verkraften kann.

Bis vor Kurzem funktionierte das Bankgeschäft mit den Kleinen, die morgen die Großen sein werden und Ältere ablösen sollen, die aus dem Markt ausscheiden. Was hat sich verändert? Wieso wird dieser für die Wirtschaft so wichtige und für die Banken ungefährliche Bereich nicht mehr betreut? Die absurde, aber richtige Antwort lautet: Die Banken dürfen dieses Geschäft nicht mehr betreiben. Dafür sorgen die realitätsfremden Bestimmungen der EU, die ständig verschärft werden.

Gerade jetzt wird das neue Regel-Paket Basel IV vorbereitet, das die Vergabe von Krediten nur erlauben soll, wenn die "Rückzahlung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist". Start-ups ahoi!

Aber die Spekulation wird auch durch Basel IV nicht verboten. Mit den Beträgen, die nur bei einer einzigen Spekulation verloren gehen, könnte man Tausende Gründer finanzieren.

Aufgerufen am 24.09.2018 um 09:38 auf https://www.sn.at/kolumne/barazon/start-ups-geben-auf-banker-stehen-auf-der-strasse-buerokraten-607324

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