An so einem Tag, da ist so ein Wort auch im Fernsehen erlaubt

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TV-Spiele Othmar Behr

Klar ist es im Fernsehen nie: Welche Emotionen sind echt? Was wird künstlich in die Höhe getrieben, weil es im Konzept für die Übertragung so festgelegt ist?

In der Nacht auf Sonntag war Alois Stadlober Alois Stadlober pur. Der Vater. Der langjährige Trainer seiner Tochter. Der Ex-Sportler. Es passierte das Unfassbare und Stadlober sen. verlor in der Kommentatorenkabine die Fassung. Teresa bog statt zur Medaille ins Nirgendwo ab. "Sagt man nicht", bekommen Kinder von ihren Eltern zu hören, wenn sie sich eines Wortschatzes auf diesem Niveau bedienen.

Jetzt kann man das Näschen rümpfen und fragen, ob es eine gute Idee ist, einen Vater den Olympiaauftritt der eigenen Tochter kommentieren zu lassen. Es ist eine gute Idee. Der frühere Weltklasseathlet bringt uns seit Jahren seinen Langlaufsport näher. Teresa lief noch mit der Trommel um den Christbaum, als ihr Papa schon Kommentator war. Im Tonfall von Stadlobers Stimme schwingt sogar das Quälen und Leiden mit, das zum Langlaufen oft genug dazugehört.

Papa Alois hätte den Medaillengewinn seiner Tochter mit viel Freude und großer Würde zelebriert. Dass sie sich verfährt, ja das war - scheiße.

Auch Teresa kam das Sch-Wort über die Lippen. Sie fragte, ob man das im Fernsehen sagen darf. An diesem Tag durften es Tochter und Vater.

Aufgerufen am 23.06.2018 um 11:21 auf https://www.sn.at/kolumne/blog/an-so-einem-tag-da-ist-so-ein-wort-auch-im-fernsehen-erlaubt-24685561

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