Kaiserliche Pirschgänge

Das ehemalige Jagdgebiet von Kaiser Franz Joseph, die Zimnitz bei Bad Ischl, eignet sich auch bestens für ausgedehnte Herbstwanderungen.

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Auf der Zimnitz (Leonsberg) mit Blick auf den Wolfgangsee und den Gratverlauf, über den der Aufstieg erfolgt.  SN/christian heugl
Auf der Zimnitz (Leonsberg) mit Blick auf den Wolfgangsee und den Gratverlauf, über den der Aufstieg erfolgt.

Der Leonsberg kurz vor Bad Ischl ist eine auffallende Erscheinung. Die weit ausholenden Flanken verleihen dem Berg, der von den einheimischen Zimnitz genannt wird, einen majestätischen Auftritt nordwestlich der Kaiserstadt. Die überaus sonnige Herbstwanderung führt über den gesamten, von Beginn an gut einsehbaren Kammverlauf. An einigen Stellen ist der zumeist recht steile und anspruchsvolle Gratweg mit Drahtseilen gesichert. Am Gipfel warten ein phänomenaler Ausblick und ein neu aufgerichtetes Kreuz, denn genau vor einem Jahr, im Oktober 2017, sorgte Sturm "Herwart" für Chaos am Leonsberg. Am Gartenzinken (1557 m) einen Stock tiefer ist es noch nicht so weit. Da ist vom einstigen Kreuz nur noch der verkohlte Rest übrig. Ausgangspunkt der langen Zimnitzrunde ist jener Punkt im Zimnitzgraben, an dem die beiden Wegrichtungen auseinandergehen, bzw. nach fünf bis sechs Stunden Gehzeit wieder zusammentreffen. Die links abzweigende Variante ist etwas länger, dafür kann man von Anfang an mit feiner Ostsonne rechnen. Also empfiehlt sich für den Herbstaufstieg der Weg 814, der die paar Meter zum Hochbehälter Haiden hinaufführt und dann nach rechts in den steilen Mischwald abzweigt. In gleichbleibender Steilheit verläuft der Steig auf dem Walkerskogel (1243 m) zu einer ersten schönen Sitzgelegenheit mit Exklusivblick auf die kaiserliche Sommerresidenz. Die nächste bequeme Raststelle auf dem teils beschwerlichen Weg ist der Gartenzinken. Mit einem kurzen Gegenanstieg verläuft der Gratweg über eine weitere kleine Erhebung und führt durch die Latschenfelder auf den höchsten Punkt, den Leonsberg (1745 m). Der Abstieg folgt dem Weg 816 (Pfandl, Bad Ischl), der über den steilen Ostgrat zum Punkt Schüttalm (1166 m) verläuft. Von einer Alm oder von einer Wasserstelle ist hier im lichten Buchenwald leider nichts mehr zu sehen. Der Weg 816 dreht Richtung Süden und führt über viele Kehren in das Gebiet der Engen Zimnitz. Nach letzter, etwas unangenehmer Steilstufe ist der Talboden (575 m) erreicht. Der letzte, beinahe ebene Wegkilometer verläuft am glasklaren Zimnitzbach entlang zurück zum Startpunkt.

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