Kampl auf zweierlei Art

Ganz wie es beliebt: Die unscheinbare Kamplbrunnspitze (2190 Meter) unter der Bischofsmütze empfiehlt sich mit Firn genauso gut wie mit Pulver.

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Fit in die Natur Christian Heugl

Die Kamplbrunnspitze ist zwar ein beeindruckender Zacken im Gosaukamm südwestlich unterhalb der Bischofsmütze, aber kein Ort, zu dem im Sommer Massen pilgern. Im Winter ist das anders. Auf das "Kampl" führt vom Vorwinter bis in den Frühling meistens eine Aufstiegsspur und sorgt für rege Frequenz. Die Gründe der Beliebtheit sind rasch gefunden: ein ausreichend hoher Ausgangspunkt (1130 m Seehöhe), an den sich gleich eine relativ schneesichere Forststraße durch den Waldabschnitt anschließt, ein für die jeweilige Lawinensituation gut einschätzbares Gelände und schließlich zwei Abfahrtsvarianten für die beiden Schneearten Firn und Pulver.

Vom Parkplatz Mauerreit führt die schnelle Anstiegsspur durch den Hohlweg, der hinter der Alm-Infotafel rechts abzweigt. Der gemütliche, etwas längere Anstieg folgt ganz einfach dem Forstweg. Nach 20 Gehminuten ist der schöne Hochwald durchquert, nun dreht die Skispur leicht nach links und folgt dem ansteigenden Rückenverlauf. An einigen Stadeln und Hütten vorbei führt der Anstieg zu einem Wegeknotenpunkt und verläuft von dort beinahe eben nach rechts Richtung Mahdalm weiter. Angepeilt wird dann aber in südöstlicher Richtung der oberhalb verlaufende Mahdriedl (1647 m). Von hier aus sind die beiden Abfahrtsvarianten gut einseh- und einschätzbar. Der sanft-hügelige Ausläufer wird gequert, an seinem Ende zweigt die Anstiegsspur nach links (N) ab und führt durch die versetzten Kare steil bergauf. In diesem schattigen Bereich mit den oft vereisten Wegverhältnissen ist der Einsatz von Harscheisen meist recht hilfreich. Der letzte Abschnitt verflacht dann wieder, noch eine Mulde gilt es zu überwinden, bevor es rechts zum exponierten Gipfelchen (2190 m) oder geradeaus gleich direkt zu den sonnigen Logenplätzen weitergeht. Die firnige Abfahrtsvariante zweigt von der ersten Mulde nach links (SW) ab und folgt dem breiten Kar, eher links haltend, bis zur Sulzkaralm (1553 m). Nach dem Wiederanstieg auf den Mahdriedl weiter entlang der Aufstiegsspur. Die andere Abfahrtsvariante orientiert sich bis kurz vor dem Mahdriedl-Sattel am Aufstieg, bleibt dann aber auf der nördlichen, rechten Riedl-Seite und führt an der Loseggalm vorbei retour.

Daten & Fakten
Skitour Kampl

So kommen Sie hin: Von der A10, Abfahrt Hüttau, oder über Golling und Abtenau nach Annaberg. Ein Kilometer vor dem südlichen Ortsende zweigt der steile, 4 km lange Bärweg-Promberg (unter Umständen Ketten) zum letzten Parkplatz Mauerreit ab.
Gesamtdauer: 2 ¾ Std., 1050 Höhenmeter, 5 Kilometer.
Karte: f&b 392, ÖK 3217.
Charakter: variantenreiche, mittelschwierige Tour vor beeindruckender Kulisse.
www.lawine.salzburg.at
Literatur: Christian Heugl. Die schönsten Skitouren für Genießer. Löwenzahnverlag.

Aufgerufen am 21.05.2018 um 11:16 auf https://www.sn.at/kolumne/fit-in-die-natur/kampl-auf-zweierlei-art-24013273

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