Thomas Bernhard in Waldprechting

Nach den kalorienreichen Feiertagen vielleicht ein interessanter Tipp für Weitgeher: Der 16 Kilometer lange, wintersichere Kapellenweg rund um Seekirchen führt zu einigen Überraschungen.

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Die spätgotische St.-Nikolaus-Kirche in Waldprechting. An den Besuch von Thomas Bernhard erinnert eine eigenhändige Inschrift.  SN/christian heugl
Die spätgotische St.-Nikolaus-Kirche in Waldprechting. An den Besuch von Thomas Bernhard erinnert eine eigenhändige Inschrift.

Der Bahnhof Seekirchen ist ein verkehrstechnisch günstiger Startpunkt für die lange Kapellenwegrunde. Von hier geht es entlang der Bahnhofstraße in nordöstlicher Richtung zur Privatuniversität Seeburg mit der prunkvollen Schlosskapelle. Vor dem Eingang steht die originelle Kapelle der Imker, die an ein Honigfass und an den Schutzheiligen Ambrosius erinnert. Der Weg S 3 zweigt nach rechts ab und verläuft an der neuen Kapelle in Bayerham vorbei über zwei sehr aussichtsreiche Kilometer zur Gabelung bei der Bäckerei Leimüller. Nach rechts führt die Straße zur Bahnunterführung und bei Interesse an der ehrwürdigen Filialkirche Zell gleich wieder nach rechts. Sonst verläuft die Kapellenroute noch 200 Meter am Bach entlang, überquert diesen und führt durch die Bahnunterführung nach Huttich. An der privaten Weinbergschule vorbei geht es eineinhalb Kilometer bergauf nach Tödtleinsdorf. Auch dort steht neben dem Gasthof Fink ein kirchliches Kleinod, diesmal der hl. Margaretha geweiht. Bei der Weggabelung unterhalb der Kirche folgen wir weiter dem Weg S 3 zweieinhalb Kilometer bis zur Abzweigung Unterkriechham. Dort verbirgt sich die Kapelle Gassenlehen, die malerisch zwischen zwei Kastanien steht. Wieder auf dem Weg S 3 zurück, verläuft die Route über Gezing und Wirthenstätten zur Landesstraße hinab, folgt dieser 200 Meter nach links und erreicht nach einem weiteren Kilometer mit der Kirche St. Nikolaus in Waldprechting den letzten Höhepunkt der Runde. Der wertvolle gotische Flügelaltar von 1520 mit Motiven zum Kirchenpatron Nikolaus befindet sich zwar im Salzburg Museum, aber auch das Nikolaus-Gemälde von Sebastian Stief ist stimmig. Und die Altarrückseite birgt ein kleines Geheimnis, denn da verewigte sich Thomas Bernhard 1953 mit seinem Namen und den Worten "Armer Mann mit Ausdauer!". Wer weiß, vielleicht ist er von seinem einstigen Wohnort Seekirchen aus diese Runde gegangen. Von der Kirche geht es entlang des Anstiegs zurück, dann nach rechts über die Waldprechtinger Höhe und die Mühlenbachstraße zum Kreisverkehr und durch die Bahnunterführung ins Zentrum. Entlang der Bahnhofstraße schließt sich der Kreis.

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