Das Denken über das Ende der Dinge hört nie auf

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Dann bleibt am Ende immer viel liegen. Sehr viel sogar. Angelesene Bücher. Nie gekochte Rezepte.
Notierte, aber nie geschriebene Geschichten. Immer zu viel, als dass ein Jahresende ausreichte, die Dinge loszuwerden, abzuarbeiten, fertig zu machen. Und die Frage ist ja: Wann beginnt das Jahresende eigentlich? Sagen wir: am 1. Jänner. Zuvor aber ist dann noch etwas: Immer zu markanten Daten, also Silvester etwa mitten im Geballere und im Lärm, denke ich, dass es einmal passieren muss. Mit Vertrauten in der Redaktion rede ich immer wieder darüber. Es gibt Befürworter und es gibt jene, die das für Wahnsinn halten, für Platzverschwendung, weil ja jede Zeile eine Nachricht, manchmal auch eine wichtige, enthalten kann. Einmal muss hier an dieser Stelle aber einfach nur Platz sein, viel Platz. Ohne Buchstaben. Stille ohne Worte. Raum zur Hirnentfaltung ohne vorgeschriebene Sätze. Das Layout aber ist da streng mit uns Redakteuren. Bloß drei Zeilen "Luft" sind zwischen den Artikeln vorgesehen. Sonst muss alles voll sein. Und ehrlich, ich trau mich eh nicht recht. Aber drei Zeilen bloß, die habe ich dieses Mal herausgeschunden, hineingeschmuggelt, herbeigezaubert. Ganz wie Sie, liebe, treue Leserinnen und Leser, das interpretieren wollen. Hier sind sie:



Machen Sie was draus! Drei Zeilen. Das sind knapp hundert Anschläge, also nur geringfügig weniger als jener Raum, mit dem der Twitter-Präsident in den USA mit kurzen Meldungen lärmt und Tag für Tag die Welt ein bisschen bedrohlicher macht. Und so erst recht: Gutes, neues Jahr.

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