Der Winter ist wider die Natur

Über den erfolgreichen Kampf der Natur gegen die Einfalt der Menschen.

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Vor ein paar Jahren hat's auch geschneit. Da saß ich in einem Pistenbully. Nachts. Ich fand's gefährlich abenteuerlich. So beginnen Geschichten, die man am Ofen erzählt, hinter dem man nicht hervorkriecht, wenn es so wintert. Der Fahrer im Pistenbully sagte damals: "Der Winter ist das Problem." Er sagt nicht, dass der Winter "ein" Problem sei. Ein Problem, das wäre in den Griff zu bekommen. Aber der Winter hat in seiner Natur, dass er tut, was er will, und oft ist das nicht das, was Pistenbullyfahrern das Leben erleichtert oder Seilbahnbetreiber und Hoteliers in ihre Prospekte schreiben. Ein Touristiker, oder war's gar ein Tourismusexperte, saß dann am Frühstückstisch nach der nächtlichen Pistenbullyfahrt. Es schneite immer noch. "Damit wir g'scheite Pisten haben, über die sich keiner beschwert, brauchen wir den Naturschnee nicht", sagte er. Der Pistenbullyfahrer hatte also recht: Der Winter ist das Problem. Das bestätigte in dieser Woche die Meldung, dass ob der meteorologischen Situation die Zahl der kurzfristigen Buchungen eingebrochen sei, ja Hoteliers fürchteten, dass sich der Winter auf die Bilanz der Wintersaison negativ auswirken könnte. Der richtige Winter macht den Winter kaputt.

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