Acht echt seltsame EURO-Finalmomente

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Hauptsache Sport Gerhard Öhlinger
Die Götter müssen verrückt sein: Griechenland mit Otto Rehhagel jubelte 2004.  SN/gepa
Die Götter müssen verrückt sein: Griechenland mit Otto Rehhagel jubelte 2004.

1968: Manic Monday

Seinen ersten EM-Titel holte sich Italien 1968 an einem Montagabend. Das Finale am Samstag davor gegen Jugoslawien hatte zunächst mit 1:1 nach Verlängerung keine Entscheidung gebracht. Statt eines Münzwurfs wie noch beim Halbfinale gegen die UdSSR gab es eine Neuauflage, bei der Italien fünf Neue ins Spiel brachte und mit 2:0 siegte.


1972: Von Bingen angereist

Deutsche Invasion in Brüssel am Finaltag, die Sicherheitsmaßnahmen waren noch sehr lasch. So schafften es zwei Fans mit Spruchband sogar während der Hymnen vor dem Endspiel Deutschland - UdSSR (3:0) aufs Spielfeld. "Wir sind von Bingen angereist, auf daß der Europameister Deutschland heißt", stand auf dem liebevoll bemalten Laken, das den Hintergrund der historischen Bilder des Teams um Franz Beckenbauer und Günther Netzer ziert.

1976: Die verhinderte Wiederholung

Vor dem Endspiel der Tschechoslowakei gegen die BRD wurde noch rasch vereinbart, bei Remis nach 120 Minuten ein Elfmeterschießen entscheiden zu lassen. Selbst die Spieler wussten nicht alle bescheid und dachten an eine Wiederholung wie 1968, als es tatsächlich nach der Verlängerung 2:2 stand. Es folgte die erste große Finalentscheidung vom Punkt aus - der Rest ist bekannt: Hoeneß, Nachthimmel, Panenka, Schupfer, Europameister Tschechoslowakei.

1984: Flutsch

Spanien war im Finale gegen Frankreich gleichwertig - bis nach knapp einer Stunde Torhüter Luis Arconada einen schon parierten Freistoßball von Michel Platini unter seinem Körper durchflutschen ließ. Das 0:1 war die Vorentscheidung.

1992: Irregulär

Die Europameister, die aus dem Urlaub kamen und sich mit Fast Food zur Sensation dopten: Beim EM-Titel der Dänen von 1992 wird gerne ausgeblendet, dass beide Tore im Endspiel gegen Deutschland irregulär waren. Vor dem 1:0 war Andreas Brehme gefoult worden, auf dem Weg zum 2:0 nahm Kim Vilfort die Hand zu Hilfe.



2000: Last Minute

Auf Italiens Bank wurde bereits der kollektive Jubel vorbereitet, als es in der 94. Minute noch 1:0 gegen Frankreich stand. Aber 32 Sekunden vor dem Ende traf Sylvain Wiltord zum Ausgleich, in der Verlängerung siegte die Equipe Tricolore dank "Golden Goal".



2004: Rehakles

"Ich habe Griechenland vereint, wie es zuvor kein Politiker getan hat", sprach Otto Rehhagel. Der Nationaltrainer, der kein Wort Griechisch sprach, triumphierte mit seiner Minimalistentruppe und schlug Gastgeber Portugal im Finale mit 1:0.

2016: Mottenplage

Nebendarsteller in Großaufnahme beim Endspiel Portugal gegen Frankreich waren tausende Motten, die vom Flutlicht im Stadion angezogen worden waren. Eines der Tiere machte es sich sogar im Gesicht von Superstar Cristiano Ronaldo gemütlich.


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