Die sieben seltsamsten ÖFB-Länderspiele aller Zeiten

Hauptsache negativ: Coronabedingt vor leerem Haus gastiert Österreich in Oslo gegen Norwegen. Höchst bizarre Auftritte der ÖFB-Auswahl gab es schon früher.

Autorenbild
Hauptsache Sport Gerhard Öhlinger
I wär’ da, fang ma an: 2006 in Genf konnten alle Fans per Handschlag zu Österreich – Costa Rica begrüßt werden.  SN/gepa pictures/ andreas troester
I wär’ da, fang ma an: 2006 in Genf konnten alle Fans per Handschlag zu Österreich – Costa Rica begrüßt werden.

1. Geisterhaft in Genf. Wer sich sein EURO-Leiberl bei Pepi Hickersberger für 2008 verdienen wollte, musste auch da durch: Vier-Nationen-Turnier 2006 in der Schweiz, Österreich erkämpfte gegen Costa Rica ein 2:2, was im 30.000 Zuschauer fassenden Stade de Geneve gezählte 300 Menschen interessierte.

2. Lonely in Limassol. Der bisherige Minusrekord für eine Länderspielkulisse des ÖFB: 50 Zuschauer ließen sich 2005 in Limassol (Zypern) nicht davon abhalten, ein Testmatch von Hans Krankls Mannen gegen Lettland zu besuchen. Sie wurden nach dem 1:1 mit einem Elfmeterschießen belohnt, das mit 5:3 an die Letten ging.

3. Gegen Italien in Frankreich. Zur Premiere von Teamchef Karel Brückner gastierte Österreich 2008 gegen Italien in Nizza. In Italien selbst war kein Stadion verfügbar. Auch kurios: Die Partie wurde mit zwei Torhütern von Juventus Turin angepfiffen, Gigi Buffon bei Italien, Alexander Manninger bei Österreich. Der später eingewechselte Ramazan Özcan stellte mit einem sagenhaften Eigentor den 2:2-Endstand her.

4. Bildlos in Torshavn. Keine zwei Monate später: Sturmböen über den Färöern. Das Schiedsrichtergespann betrat drei Stunden vor dem Anpfiff nach einer abenteuerlichen Landung kreidebleich färingischen Boden. Was nicht ankam, war ein Satelliten-Verbindungsteil für die TV-Übertragung. Daher sahen die ORF-Zuschauer statt des entsetzlichen 1:1-Kicks ein Standbild und den epischen Text: "Aus Versagen des Vertragspartners kann der ORF Ihnen keine Fernsehbilder aus Torshavn liefern! Wir informieren Sie jetzt in Form einer Radioübertragung."

5. Letztes Aufgebot. Im Herbst 2001 sagten neun ÖFB-Spieler vor dem bereits wegen Terrorgefahr verschobenen Auswärtsmatch in Israel ab. Otto Baric berief in seiner Not alle ein, die zwei Beine hatten und halbwegs gerade schießen konnten. Zum bunten Haufen gehörten der knapp 40-jährige Zeljko Vukovic und Unterhaching-Legionär Stefan Lexa. Die aufrechten Israel-Helden holten dank Andreas Herzogs Last-Minute-Freistoßtor ein 1:1 und das Ticket fürs WM-Playoff.

6. und 7. Zwei Spiele an einem Tag. Am 6. Mai 1928 gab es gleich zwei offizielle Länderspiele Österreichs. Eine Auswahl spielte in Budapest gegen Ungarn 5:5, eine zweite besiegte in Wien Jugoslawien mit 3:0. Die Jugoslawen hatten ihrerseits parallel ein Heimspiel einer anderen Nationalmannschaft gegen Rumänien.

Aufgerufen am 28.09.2020 um 10:59 auf https://www.sn.at/kolumne/hauptsache-sport/die-sieben-seltsamsten-oefb-laenderspiele-aller-zeiten-92381863

Kommentare

Schlagzeilen