Sechs seltsame Dinge, die bei Länderspielen in Salzburg passierten

Österreichs Nationalteam ist ein seltener Gast in Salzburg. Rund um die Partien hat sich allerhand getan.

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Hauptsache Sport Gerhard Öhlinger
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Sieger am Büffet

Vor der Salzburger Länderspielpremiere 1977 gegen Malta (9:0) verspäteten sich die Kicker des Gegners beim Bürgermeister-Empfang im Schloss Mirabell. Die Österreicher rächten sich für die ungeplante 30-minütige Wartezeit und begannen frühzeitig das Büffet zu plündern.

Wasserspiele nach Tschernobyl

Das Freundschaftsspiel gegen Schweden im Mai 1986 stand wegen der Strahlenbelastung nach der Tschernobyl-Katastrophe auf der Kippe. Der Rasen durfte erst kurz vor der Partie gemäht werden, die Arbeiter mussten in Schutzanzüge schlüpfen. Zur Auflockerung besuchten die Teamkicker am Tag vor dem Spiel die Wasserspiele in Schloss Hellbrunn. Wasserspiele gab es dann auch beim Match, nach wolkenbruchartigen Regenfällen verlief die Partie (1:0 durch ein Tor von Reinhard Kienast) durch die tiefen Pfützen am Rande der Regularität.

Wo sind die Isländer?

1989 ging es gegen Island, doch vom Gegner landeten vorerst nur fünf Mann am Salzburger Flughafen. Der Rest saß wegen eines Fluglotsenstreiks in London fest. Ihr Teamchef Sigi Held, zuvor in Scouting-Mission für seinen künftigen Club Galatasaray unterwegs, kam aus Belgrad via Klagenfurt per Auto nach Salzburg und nahm das erste Training auf dem SSK-Platz notgedrungen mit dem Quintett auf. Das Spiel endete mit einem harterkämpften 2:1 für Österreich.

Möbel Lainer

Die selbe Partie brachte das einzige Nationalteam-Gastspiel von Leo Lainer in seiner Heimat. Die Salzburger Fans huldigten ihrem Landsmann mit dem Anstimmen eines damals aktuellen Möbelhaus-Werbeslogans: "Mir scheint, i bin beim Lainer!"

Die Frau bei den Färingern

1991 kam das Team der Färöer zur Revanche für die legendäre Pleite von Landskrona im Herbst davor. Doch nicht Zipfelmützen-Torhüter Jens Knudsen war die Attraktion des Inselteams, sondern die wohl erste Frau im Stab eines Nationalteams: Alle Blicke der Trainingskiebitze waren auf Sigrun Danielsen, die blonde Physiotherapeutin, gerichtet.

Malteser im Schnee

Das EM-Qualifikationsspiel gegen Lettland im März 1995 stand witterungsbedingt vor der Absage. Polizeischüler räumten dann in Lehen 15 Zentimeter Schnee vom Rasen und von den Tribünen. Dann gaben die maltesischen Schiedsrichter, die zuvor noch ein Erinnerungsfoto im Schnee gemacht hatten, ihren Sanktus.


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